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Das Passivhaus - Die Zukunft des energiesparenden Bauens

Stand:

Das Ende der Entwicklung beim energiesparenden Bauen ist noch lange nicht erreicht. Das Passivhaus benötigt so gut wie keine Heizwärme mehr - ohne Komfortverluste.

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Neue Wohngebäude, die die gesetzlichen Vorgaben zum Energieverbrauch (Energieeinsparverordnung) einhalten, benötigen wesentlich weniger Energie als unsanierte Bestandsgebäude. . Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Gebäude so zu planen und zu bauen, dass sie noch weniger Energie benötigen. Die KfW-Förderbank hat den so genannten "Effizienzhaus-Standard" etabliert. Gefördert werden Neubauten und umfassend sanierte Häuser, die weniger Energie benötigen als von der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. Schon viel länger gibt es das "Passivhaus", das sogar noch einen Schritt weiter geht: Der Energieverbrauch wird gegenüber Neubauten um nochmals rund 50 Prozent reduziert.

In Europa gibt es derzeit über 37.000 Wohnungen in der Bauweise des Passivhauses; auch ganze Siedlungen wurden schon in diesem Energieeffizienz-Standard errichtet. Seitdem 1991 das erste Passivhaus in Darmstadt fertiggestellt wurde, wurde die Bauweise kontinuierlich weiterentwickelt und ausreichend erprobt. Inzwischen bieten sogar etliche Bauträger und Fertighaushersteller derartige Häuser an. Der Passivhaus-Standard ist übrigens nicht nur bei Neubauten zu realisieren. Auch bei der Modernisierung von Altbauten kann der Verbrauch an Heizenergie durch den Einsatz von Passivhaus-Komponenten stark verringert werden. Die energetische Weiterentwicklung eines Passivhauses führt zum Plusenergiehaus, das sogar mehr Energie erzeugt als es selbst verbraucht.

Oberste Priorität bei einem Passivhaus ist eine sehr gute Wärmedämmung und die Reduzierung der Lüftungswärmeverluste. Dies wird durch die Installation einer Lüftungsanlage mit Rückgewinnung der in der Abluft enthaltenen Energie unterstützt (Wärmerückgewinnung). Der geringe Heizwärmebedarf kann größtenteils durch „passive“ Quellen wie Sonneneinstrahlung und die Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt werden. Auf ein konventionelles Heizsystem kann daher verzichtet werden.

Quelle: Energiespartechniken im Passivhaus Darmstadt-Kranichstein

Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses liegt unter 15 kWh/(m2a). Dies entspricht umgerechnet weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Über die Reduzierung des Heizwärmebedarfs hinaus wird angestrebt, auch die übrigen Energieverbräuche im Haus gering zu halten. Der Bedarf an erneuerbarer Primärenergie (PER, nach Verfahren des Passivhaus Instituts) für alle Haushaltsanwendungen (Heizung, Warmwasserbereitung und Haushaltsstrom) zusammen darf nicht höher sein als 60 kWh/(m²a).

Die Bausteine des Passivhauskonzepts sind:

  • eine kompakte Form des beheizten Gebäudevolumens
  • eine noch über den Neubau-Standard hinausgehende Dämmung der Gebäudehülle mit U-Werten um 0,15 W/(m2K) und eine sehr gute Verglasung mit einem U-Wert unter 0,8 W/(m2K) (beispielsweise Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung mit Edelgasfüllung und gedämmten Rahmen)
  • die Minimierung aller Wärmebrücken
  • sehr gute Luftdichtigkeit
  • ein hocheffizientes System zur kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung
  • der sommerliche Wärmeschutz muss berücksichtigt werden

 

Sehr empfehlenswert sind auch:

  • die konsequente passive Solarnutzung (circa 60 Prozent des Restwärmebedarfs) durch Südorientierung des Gebäudes
  • die energie- und kosteneffiziente Deckung des verbleibenden Restenergiebedarfs, Warmwasserbereitung zum Beispiel mit einer Solarkollektoranlage
  • die Ausstattung mit sehr sparsamen Haushaltsgroßgeräten und sparsamen Lampen
  • die Nutzung von Wasserspartechniken

 

Energiestandards:

Seit dem Bau des ersten Passivhauses wurden unterschiedliche Energiestandards entwickelt, sowohl für Neubauten als auch für die Sanierung von Bestandsgebäuden. Je nach Nutzung erneuerbarer Energien werden die Standards Classic, Plus oder Premium erreicht.

  • Energiestandards für den Neubau sind das Passivhaus Classic, Plus oder Premium und das Energiesparhaus. Das Energiesparhaus ist eine Zertifizierung für Neubauten, die die Passivhaus-Kriterien nicht ganz erreichen.
  • Energiestandards für die Altbaumodernisierung sind die EnerPHit-Klassen Classic, Plus oder Premium)

 

Weitere Informationen zu Passivhäusern.