Menü

Plastikspielzeug

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Spielzeug kann aus unterschiedlichen Kunststoffen hergestellt sein. Einige Sorten fallen regelmäßig durch Schadstoffe auf, andere sind unbedenklich.
  • Das Plastikspielzeug stinkt oder riecht auffällig? Lassen Sie es lieber im Geschäft oder geben Sie es zurück.
  • Kaufen Sie Spielzeug aus weichem Plastik möglichst nur, wenn Sie erkennen können, dass es sich nicht um Polyvinylchlorid (PVC) handelt.
Off

Es gibt sehr viele verschiedene Kunststoffarten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Ob ein Plastikspielzeug aus gesundheitlicher Sicht zu empfehlen ist, hängt vor allem von der verwendeten Kunststoffsorte und den Zusatzstoffen ab. Einige Hersteller geben freiwillig das Material des Spielzeugs an, verpflichtet sind sie dazu leider nicht.

Weiche Kunststoffe und Weichmacher

Aufblasbares Wasserspielzeug, Bälle, Puppen bestehen oft aus dem ursprünglich harten Kunststoff PVC (Polyvinylchlorid). PVC, häufig auch Vinyl genannt, ist hart und spröde. Erst durch die Zugabe von Weichmachern wie Phthalaten wird dieser Kunststoff weich und elastisch. Diese Weichmacher sind nicht fest gebunden und werden nach und nach wieder freigesetzt. Sie finden sich dann unter anderem im Hausstaub wieder. Einige Phthalat-Weichmacher können wie Hormone wirken und Leber und Nieren schädigen.
Daher gibt es seit zehn Jahren gesetzliche Grenzwerte für drei dieser Substanzen in Kinderspielzeug und zusätzlich für drei weitere in Babyspielzeug. Trotzdem kommen immer wieder Spielzeuge in den Handel, die die gesetzlich festgelegten Grenzwerte überschreiten. Für die übrigen Phthalat-Weichmacher und Ersatzstoffe gibt es keine gesetzlichen Beschränkungen, obwohl in vielen Fällen eine gesundheitliche Bewertung nicht abgeschlossen ist oder Langzeitstudien fehlen.

Deutsche Gesundheitsstudien zeigten, dass die Belastung mit Weichmachern bei einem Teil der Kinder bereits zu hoch ist. Leider sind Phthalat-Weichmacher geruchlos und können nicht durch "Schnüffeln" entdeckt werden.

Hartplastik

Spielzeug aus buntem Hartplastik besteht bei den meisten namhaften Herstellern aus dem unbedenklichen Kunststoff ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer). In Schadstofftests schnitten diese Produkte in der Vergangenheit gut ab.

Tipp

  • Vermeiden Sie PVC, in dem Sie auf den Hinweis "PVC-frei" achten! Fragen Sie im Laden oder den Internet-Anbieter nach der Art des Kunststoffs, wenn Sie auf dem Spielzeug selbst oder in der Produktbeschreibung keine Hinweise finden. Der Hersteller ist gesetzlich leider nicht verpflichtet, das Material zu kennzeichnen.
  • Wenn PVC unvermeidbar ist, sollten Sie auf den Hinweis "Phthalat-frei" achten.
  • Mit dem "Spiel gut"- Zeichen versehenes Spielzeug ist laut Herstellerangaben frei von PVC. Eine Ausnahme bildet Elektronikspielzeug.
  • Bevorzugen Sie Spielzeug aus PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) oder ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer). Diese Kunststoffe kommen ohne zugesetzte Weichmacher aus.
  • Vermeiden Sie billige No-Name-Produkte aus weichem Plastik. Diese tauchen häufig wegen verbotener Weichmacher in den Warnmeldungen  auf.
  • Älteres Spielzeug aus weichem Kunststoff wie weiche Puppen oder Plastikfiguren sollten Sie nicht gebraucht kaufen. Diese Schätzchen enthalten vielleicht noch schädliche Weichmacher, die seit zehn Jahren verboten sind.