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Klimageräte: Hohe Kosten für oft geringe Kühlung

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Sie wollen ein Klimagerät kaufen? Vorsicht: Die Stromfresser können ganz schön teuer werden. Überlegen Sie sich den Kauf daher gut. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für eine angenehme Abkühlung reicht meist ein Ventilator – bewegte Luft fühlt sich nämlich kühler an als stehende Luft.
  • Klimageräte verbrauchen viel Energie und lohnen sich bei durchschnittlich 20 Hitzetagen im Jahr nur selten.
  • Monoblöcke sind zwar günstiger in der Anschaffung, allerdings noch weniger effizient als Splitgeräte.
  • Splitgeräte müssen von einer Fachperson angebracht werden – wofür Sie eine Erlaubnis Ihres Vermieters brauchen.
Drei Klimageräte hängen außen an einer Hauswand.
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Lohnt sich ein Klimagerät?

Bei Ihnen wird es unerträglich heiß in der Wohnung? Überlegen Sie deshalb, ein Klimagerät zu kaufen? Das könnte teuer werden. Denn Klimageräte haben mehrere Schattenseiten: Sie kühlen häufig weniger als erwartet, treiben Ihre Stromkosten in die Höhe und sind auch in der Anschaffung teuer. Dabei ist es egal, ob Sie sich für ein kompaktes Monoblock-Gerät oder ein effizienteres Split-Klimagerät interessieren: Es fallen zusätzliche Stromkosten mit 30 bis 100 Euro für den Betrieb an. Überlegen Sie sich den Kauf gut. Bei durchschnittlich 20 Hitzetagen im Jahr lohnt sich der Kauf meist nicht.

Ihnen fehlt nur ein frischer Windzug? Dann könnte ein Ventilator eine gute Alternative zum teuren Klimagerät sein: Er sorgt für eine angenehme Abkühlung. Denn: bewegte Luft fühlt sich kühler an als stehende Luft – 30°C sind plötzlich gar nicht so schlimm. Ventilatoren gibt es schon ab 20 Euro – somit sind sie wesentlich günstiger als eine Klimaanlage. Die Stromkosten fallen ebenfalls gering aus: 5 bis 10 Euro pro Jahr (bei ungefähr 500 Betriebsstunden). Wichtig: Achten Sie beim Kauf auf die Lautstärke des Geräts.

Besser ist es, die Sommerhitze gar nicht erst in die Wohnung herein zu lassen, z.B. durch einen außenliegenden Sonnenschutz oder das richtige Lüften. Wir haben einige Hitzeschutz-Tipps für zu Hause zusammengefasst. Bei schlecht gedämmten Häusern kann zudem eine Wärmedämmung helfen: Sie verringert im Sommer die Wärmeleitung ins Gebäudeinnere.

Klimagerät: Kompaktes Monoblock- oder Split-Klimagerät?

Bei Raumklimageräten gibt es zwei unterschiedliche Modelle: die sogenannten "Monoblöcke" beziehungsweise Kompaktgeräte und die Splitgeräte.

Vier Klimageräte stehen nebeneinander in einer Wohnung, sichtbar ist die Vorderseite.

Monoblock-Modelle sind mobil einsetzbar, aber wenig effizient.

Vier Klimageräte stehen nebeneinander in einer Wohnung, sichtbar ist die Rückseite.

Der Grund: Ein Abluftschlauch muss durch Tür oder Fenster gesteckt werden - so strömt ständig warme Luft nach.

Monoblock-Modelle sind kompakte Geräte und können überall an die Steckdose angeschlossen werden. Sie sind im Baumarkt oder Elektrofachmarkt erhältlich und kosten zum Teil über 1000 Euro.

Monoblöcke kosten zum Teil über 1000 Euro

So funktionieren sie: Am Wunschort aufgestellt, wird der Abluftschlauch durch einen Fenster- oder Türspalt gesteckt – die Wärme wird so nach draußen gepustet. Der Nachteil: Durch das offene Fenster strömt ständig neue warme Luft nach und das Gerät kämpft so einen teuren, aber aussichtslosen Kampf gegen die Hitze. Außerdem müssten Sie die Tür in dem Raum mit dem Klimagerät immer geschlossen halten, weil auch so warme Luft nachströmen würde.

Insbesondere bei großen Zimmern, Räumen mit direkter Sonneneinstrahlung oder bei schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen haben die kleinen Geräte Schwierigkeiten, ausreichend zu kühlen. Um einen Raum von 14 Quadratmetern von 35 auf 25 Grad Celsius zu kühlen, brauchen die Geräte laut Stiftung Warentest ungefähr 45 bis 106 Minuten. Ein weiterer Nachteil: Die Betriebsgeräusche von Kompressor und Lüfter sind laut und stören können Ihren Schlaf stören.

Nicht zuletzt verbrauchen Monoblöcke viel Strom: In 10 Jahren müssen Sie laut Stiftung Warentest mit etwa 600 bis 1000 Euro Stromkosten zusätzlich rechnen. Es kann eine hohe Nachzahlung bei der jährlichen Stromabrechnung drohen!

Ein Klimagerät hängt in einer Wohnung an der Wand.

Splitgeräte bestehen aus zwei Komponenten: Im Zimmer wird das Kühlgerät angebracht ...

Ein Klimagerät hängt an der Außenwand eines Gebäudes.

... und außen am Gebäude der laute Kompressor.

Splitgeräte sind etwas effektiver. Sie bestehen aus zwei Teilen – dem Kühlgerät im Zimmer sowie einem Kompressor an der Außenwand des Wohngebäudes. Sie können diese nicht einfach kaufen und selbst anschließen. Splitgeräte dürfen nur von Fachpersonen installiert werden, da sie gefährliche Kältemittel enthalten. In einer Mietwohnung brauchen Sie deshalb eine Erlaubnis von Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter, da für die Installation ein Loch in die Wand gebohrt werden muss. Durch dieses wird der Verbindungsschlauch – für Strom und Kältemittel – gesteckt und mit dem Kompressor verbunden. Dieser Kompressor macht einen ersten Nachteil aus: Da der lärmende Kompressor im Außenbereich angebracht ist, können sich Nachbarn gestört fühlen.

Split-Klimageräte kühlen schneller als Monoblöcke. Außerdem verbrauchen sie für die gleiche Kühlleistung weniger Strom. Das beste Gerät laut Stiftung Warentest kühlt einen 14 Quadratmeter großen Testraum in weniger als 10 Minuten von 35 auf 25 Grad Celsius. Ein Split-Klimagerät kostet dem Test entsprechend bis zu 2800 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Installation durch das Fachpersonal. Und Sie haben auch hier zusätzliche Stromkosten: Die Stiftung Warentest rechnet mit etwa 300 bis 650 zusätzlichen Euro in 10 Jahren.

Ein Splitgerät kostet bis zu 2800 Euro

Darauf sollten Sie beim Kauf einer Klimaanlage achten

Der wichtigste Aspekt ist die Kühlleistung. Je geringer diese ist, desto mehr Zeit und Strom braucht das Gerät, um einen Raum abzukühlen. Um die passende Kühlleistung zu berechnen, sollten Sie folgende Faktoren abschätzen:

  • Raum- und Fenstergröße
  • Zustand der Außenwände
  • Lage der Räume
  • mögliche Wärmequellen (Menschen, Geräte, Licht)
  • bereits vorhandener Sonnenschutz 

Fragen Sie am besten eine qualifizierte Fachkraft.

Auch wichtig: das Energielabel. Es gibt die Energieeffizienzklassen A++ (sehr gut) bis D (sehr schlecht). Diese Klasse sagt jedoch nichts über den absoluten Stromverbrauch. Sie beschreibt nur die Effizienz des Klimagerätes. Der Stromverbrauch in Kilowatt (kW) ist separat angegeben: links für den Kühlbetrieb und rechts für den Heizbetrieb. Seit 2014 dürfen in der EU keine Geräte mehr verkauft werden, die im Kühlbetrieb (linke Spalte im Label) nicht mindestens die Effizienzklasse B erfüllen. Unten links auf dem Energielabel finden Sie außerdem die Angabe zur Geräuschentwicklung.

Label für Klimageräte

Verlassen Sie sich nicht nur auf das Energielabel. Lesen Sie auch unabhängige Produkttests, zum Beispiel von der Stiftung Warentest. Sie prüft regelmäßig Raumklimageräte: "Klimageräte im Test: Monoblock oder Splitgerät – was kühlt besser?".

Tipps für die Nutzung von Klimageräten

  • Schalten Sie die Klimaanlage nur bei Bedarf ein, zum Beispiel einige Zeit vor dem Schlafengehen.
  • Nachts ist es ratsam, das Gerät komplett auszuschalten und stattdessen mit geöffneten Fenstern zu kühlen.
  • Ein zusätzlicher Sonnenschutz kann die Laufzeit weiter reduzieren, um Stromkosten zu sparen.
  • Achten Sie auch darauf, Ihr Gerät regelmäßig zu warten, das Kondenswasser regelmäßig zu entfernen sowie Verdampfer und Filter zu reinigen. Nur so kann das Gerät störungsfrei arbeiten.

Kann das Klimagerät im Winter heizen? Ja, aber sinnvoll ist es nicht: Ihre normale Heizung arbeitet viel effizienter und günstiger.