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Fürs Alter vorsorgen: So stellen wir uns eine private Rente für alle vor

Stand:

58 Prozent aller Verbraucher in Deutschland würden gerne mehr privat für das Alter vorsorgen, vertrauen den aktuellen Angebote am Markt aber nicht. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Das Wichtigste in Kürze:

  • 73 Prozent der von KantarEmnid Befragten wünschen sich vom Staat ein Standardprodukt für die private Altersvorsorge.
  • Der vzbv schlägt die "Extrarente" als Modell für ein öffentlich-rechtlich organisiertes Standardprodukt vor. Damit könnte jeder fürs Alter vorsorgen – als gute Ergänzung zur gesetzlichen Rente.
  • Wir meinen: Die Bundesregierung muss so schnell wie möglich einen Gesetzentwurf für ein solches Standardprodukt vorlegen.
Key Visual Extrarente_Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
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Wer fürs Alter vorsorgen möchte, wird allein mit der gesetzlichen Rente nicht hinkommen. Wer Riester, Rürup, Lebens- und Rentenversicherungen und Co. betrachtet, stellt aber fest: Bei vielen Produkten auf dem Markt fressen Verwaltungs- und Vertriebskosten große Teile des eingezahlten Geldes. Damit jeder privat vorsorgen kann und die Kosten dabei im Rahmen bleiben, braucht es dringend ein staatlich organisiertes Produkt.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert deshalb, die private Altersvorsorge zu reformieren und schlägt unter dem Namen "Extrarente" ein Modell für eine öffentlich-rechtlich organisierte Altersvorsorge vor. Knapp drei Viertel der Verbraucher befürworten ein solches Standardprodukt, um Geld effektiv fürs Alters anzulegen.

"Gerade die jüngere Generation wünscht sich einen Systemwechsel", so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. 88 Prozent der 14- bis 29-Jährigen wünschen sich laut Umfrage, dass der Staat ein Standardprodukt für die private Altersvorsorge organisiert.

Kernpunkte des Modells Extrarente

  • Verbraucher werden über ihren Arbeitgeber automatisch einbezogen und entscheiden zum Renteneintritt, ob sie das Geld über eine Versicherung verrenten oder sich das Geld komplett auszahlen lassen oder ob sie ihr Geld monatlich entnehmen.
  • Auch Selbstständige können in die Extrarente proaktiv einzahlen.
  • Die Extrarente wird über die öffentliche Hand durch Ausschreibungen statt über gewinnorientierte Unternehmen organisiert. So sinken die Kosten für die Verwaltung massiv, Kosten für den Vertrieb entfallen ganz.
  • Allein durch die geringeren Kosten fällt die spätere Rente für Verbraucher deutlich höher aus als bei heute üblichen Angeboten.
  • Die Extrarente legt vor allem in Aktien an und erzielt damit langfristig eine höhere Rendite als viele private Vorsorgeverträge.

Ausführlichere Informationen sowie Fragen und Antworten zur Extrarente hat der vzbv hier zusammengestellt.

Beratung

Wer sich mit seiner Altersvorsorge auseinander setzen und für die Zukunft planen möchte, dem helfen die Verbraucherzentralen. Lassen Sie sich bei uns individuell beraten.

Kosten im Griff halten, Geld gewinnbringend anlegen

Eine Reform der privaten Altersvorsorge ist dringend nötig. Verbrauchern werden meist teure, kaum rentable und unflexible Rentenversicherungen angeboten, von denen vor allem die Versicherungswirtschaft und deren Vertriebe profitieren. Private Altersvorsorge sollte jedoch vor allem den Menschen dienen. Damit diese mehr Geld im Alter haben, ist eine kostengünstige und gewinnbringende Anlage entscheidend. Klaus Müller: "Verbraucher wollen, dass hier endlich etwas passiert. Jetzt ist die Bundesregierung gefragt."

Damit eine einfache und kostengünstige private Altersvorsorge in Deutschland Realität wird, fordert der vzbv, dass die Bundesregierung einen Gesetzentwurf für ein Standardprodukt vorlegt. Das ginge auch noch in diesem Jahr.

Private Vorsorge muss für die Menschen gemacht sein

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass die Extrarente eng an den Bedürfnissen der Verbraucher ausgerichtet ist. 78 Prozent der Befragten finden, dass es Angebote zur privaten Altersvorsorge geben sollte, für die man keine Abschlussprovision zahlen muss. Darüber hinaus sind Verbrauchern die folgenden Punkte bei einem staatlichen Standardprodukt besonders wichtig:

  • möglichst geringe Kosten (79 Prozent)
  • möglichst einfacher Vertragsabschluss (78 Prozent)
  • Flexibilität in der Auszahlungsphase (76 Prozent)
  • Kontrolle der Anlageentscheidung durch unabhängige Experten (65 Prozent)
  • dass das Geld von Kapitalmarktprofis angelegt wird (43 Prozent)

Kommt der Gesetzentwurf noch in diesem Jahr, können Verbraucher ab dem Jahr 2022 mit der Extrarente vorsorgen.

Umfrageergebnisse zu einem Standardprodukt für die Rente