Verwechslungsgefahr bei Desinfektionsmitteln

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Lidl kündigt den Verkauf von Desinfektionsmittel in kleinen Flaschen an, die aufgrund der Verpackung mit Lebensmitteln verwechselt werden können. Im Werbeprospekt für den Verkauf ab Freitag, 26. Juni, waren die Fläschchen ausschließlich von Lebensmitteln umringt abgebildet. Und auch im Laden stehen die Flaschen im Quengelabteil neben Süßigkeiten und Kaugummis. Die Verbraucherzentrale warnt vor Verwechslungsgefahr.

Verwechslungsgefahr
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Verbraucher wiesen die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nach der Lektüre des Lidl-Werbeprospekts darauf hin, dass die Discounter-Kette ab Freitag Desinfektionsmittel in kleinen Flaschen verkauft, die aussehen wie Getränkeflaschen.

Leicht könnte das kleine Fläschchen mit einem Lebensmittel verwechselt werden, da es im Prospekt inmitten von ebendiesen beworben wird. Auch das Aussehen der Flasche erinnert neben Chips, Wodka und Schmelzkäse eher an ein Getränk, als an ein medizinisches Produkt.

Wie das Desinfektionsfläschchen bei Lidl in den Filialen präsentiert wird, war zum Zeitpunkt der Hinweise auf den Prospekt noch nicht klar. Eine Überprüfung der Verbraucherzentrale in verschiedenen Märkten am Freitag zeigte: Das Desinfektionsmittel steht in der Kassenzone, direkt neben Süßigkeiten oder nahe Spirituosen. „Das ist unverantwortlich,“ kritisiert Holzäpfel die Platzierung des Produkts, „gerade in diesem Bereich kann es zu gefährlichen Verwechslungen kommen.“  Die Verbraucherzentrale prüft nun rechtliche Schritte.

Warenpräsentation der Desinfektionsfläschchen im Quengelbereich
Warenpräsentation der Desinfektionsfläschchen im Quengelbereich
Warenpräsentation der Desinfektionsfläschchen im Quengelbereich
Warenpräsentation der Desinfektionsfläschchen im Quenelbereich
Warenpräsentation der Desinfektionsfläschchen im Quengelbereich

Schon vergangene Woche gab es bei der Non-Food-Kette Tedi Desinfektionsmittel in PET-Flaschen zu kaufen. „Bei solchen Produkten sollte die Verpackung so gewählt sein, dass eine Verwechselung mit Lebensmitteln ausgeschlossen ist“, sagt Sabine Holzäpfel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.