Kostenloses Online-Seminar "Heizen mit Weitsicht: Warum jetzt die richtige Zeit für den Umstieg ist!" am 19. Januar um 10 Uhr. Jetzt hier anmelden.

Krillöl-Kapseln - nachhaltiger als Fischöl?

Stand:
Ist die Einnahme von Krillöl-Kapseln anstelle von Fischöl sinnvoll?
Off

Frage

Ist die Einnahme von Krillöl-Kapseln anstelle von Fischöl sinnvoll? Und wie wichtig ist das darin enthaltene Astaxanthin?

Antwort

Krillöl wird überwiegend aus dem antarktischen Krill (Euphausia superba) hergestellt. Das sind Minikrebse, die ebenso wie Fische Omega-3-Fettsäuren enthalten. Sie werden vor allem im Südpolarmeer gefischt. Krill ist eine der Hauptnahrungsquellen für die tierischen Bewohner der Antarktis, der Beginn der tierischen Nahrungskette im Meer.

Krillöl-Kapseln werden wie Fischöl-Kapseln häufig damit beworben, einen normalen Cholesterin- und Triglyceridspiegel im Blut und einen normalen Blutdruck zu erhalten. Gleichzeitig sollen sie zu einer normalen Gehirnfunktion, Sehkraft und Herzfunktion beitragen. Diese Aussagen sind laut Health-Claims Verordnung wissenschaftlich belegt. Mehr Informationen dazu finden Sie unter Werbung mit Gesundheit - meist zu viel versprochen.

Produkte mit solchen Aussagen müssen allerdings eine vorgeschriebene Mindestmenge an Omega-3-Fettsäuren enthalten.  Zusätzlich muss über die Menge informiert werden, die nötig ist, um eine Wirkung zu erzielen.

Vorsicht: Diese erlaubten gesundheitsbezogenen Aussagen werden von einigen Anbietern immer noch verstärkt bzw. übertrieben. So wird zum Beispiel aus dem erlaubten Text "tragen zu einer normalen Herzfunktion bei" ein werbewirksames "besitzen schützende Eigenschaften für ein gesundes Herz".

Manche Hersteller werben auch damit, dass sich Krillölkapseln positiv bei Arthrose oder arthritischen Erkrankungen auswirken. Solche Aussagen sind nicht zulässig, da Nahrungsergänzungsmittel nicht mit der Heilung von Krankheiten beworben werden dürfen. Zudem zeigte eine australische Studie, die zwischen 2016 und 2019 durchgeführt wurde, dass sich die Schmerzen und Entzündungen bei einer Kniearthrose durch die Einnahme von Krillöl (2 Gramm pro Tag) nicht besser lindern lassen als durch ein Placebo.

Weitere Informationen zur Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren finden Sie unter Omega-3-Fettsäure-Kapseln sinnvolle Nahrungsergänzung?

  • Ob die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren für Sie sinnvoll ist, sollten Sie im Arztgespräch klären.
  • Gesunde Personen benötigen keine zusätzliche Zufuhr von Omega-3-Fettsäure-Konzentraten (z.B. Fisch- oder Krillöl-Kapseln).
  • Mit einer ausgewogenen Ernährung kann der geschätzte Bedarf an Omega-3-Fettsäuren gedeckt werden.
  • Schwierig wird es allerdings bei einer rein veganen Ernährungsweise, vor allem in der Schwangerschaft.
     

Tipp:

  • Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche eine Portion (ca. 70 g) fettreichen Seefisch, und je nach Geschmack Raps-, Walnuss- oder Leinöl.
  • Auch kleine Mengen Walnüsse oder Haselnüsse täglich sind zu empfehlen. Wer mag, kann auch geschroteten Leinsamen oder Chia (gut kauen!) verwenden.
  • Wer vegan isst, kann zur Deckung des Omega-3-Fettsäure-Bedarfs seinen Speiseplan mit DHA-reichen Ölen aus Mikroalgen ergänzen.

 

Als Besonderheit gegenüber Fischöl-Kapseln wird häufig die antioxidative Wirkung des in Krillöl-Kapseln enthaltenen Astaxanthins (roter Farbstoff des Krills) herausgestellt. Astaxanthin zählt zu den Carotinoiden und gelangt über Algen in den Krill. Zu Astaxanthin gibt es keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen. 

Wenn Sie Krillöl kaufen wollen: Mit Blick auf Nachhaltigkeit werden unterschiedliche Aspekte diskutiert. Greenpeace beispielsweise hält die Krillfischerei für umweltschädlich und weist auch darauf hin, dass sich nicht nur in Fischen, sondern auch in Krill Umweltschadstoffe aus dem Meer anreichern. Außerdem dient Krill als Nahrung nicht nur für Fische, sondern ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems der Antarktis. Laut Umweltbundesamt ist der Antarktische Krill von Überfischung betroffen. Greenpeace plädiert dafür, stattdessen die Nahrung des Krills, sprich Omega-3-Fettsäure reiche Mikroalgen, direkt zu nutzen. Zumindest sollte man beim Kauf von Krillöl darauf achten, dass nur nachhaltig gefangener Krill, zum Beispiel MSC-Siegel, verarbeitet wurde.

Quellen:


Greenpeace-Gutachten: Umweltschädliche Omega-3-Produkte aus Krill sind ersetzbar. Stand: 24.03.2018 (zuletzt abgerufen am 16.07.2024)

Wissenschaftsjahr Meere & Ozeane: Studie untersucht die Rolle des Krills im Ökosystem des Südpolarmeers (zuletzt abgerufen am 16.07.2024)

Umweltbundesamt: Tiere im ewigen Eis – die Fauna der Antarktis. Stand: 13.12.2021 (zuletzt abgerufen am 16.07.2024)

Laslett LL et al. (2024): Krill Oil for Knee Osteoarthritis. A Randomized Clinical Trial. JAMA. Published online 22.05.2024

Ratgeber-Tipps

Lebensmittel-Lügen
Wissen Sie, was Sie essen?
Rindfleischsuppe ohne Rindfleisch, Erdbeerjoghurt, der Erdbeeren vorgaukelt,…
Schmuckbild

Neues Abo statt Kündigung

Eine Verbraucherin wollte mit Hilfe eines Service-Anbieters ein Abo kündigen. Doch der Anbieter kündigte den Vertrag nicht, sondern schob ihr ein weiteres Abo unter.
Jemand schließt ein Bankschließfach auf

Einbruch in der Sparkasse Gelsenkirchen: Wer haftet für mein Schließfach?

Nach dem Einbruch in der Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer sorgen sich viele Betroffene um Ersatz für ihre Verluste. Und auch generell wirft das Geschehen die Frage auf, wann Banken oder Versicherungen in solchen Fällen haften.
Gemüse auf einem Teller

So energiereich ist To-go-Essen

Verbraucherzentralen auf der Grünen Woche in Berlin
Logo des Podcasts "genau genommen" mit der Illustration einer Frau

Podcast: Was Sie schon immer über Cybercrime wissen wollten...

Datendiebstahl und Onlinebetrug sind keine Kavaliersdelikte, sondern verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Und Dank der weitreichenden Digitalisierung unseres Alltags und immer leistungsfähigerer Software geraten neben großen Firmen zunehmend Privatpersonen ins Visier von Cyberkriminellen.
Aldi Logo auf Schild

Urteil gegen Aldi Süd wegen irreführender Preiswerbung

Oberlandesgericht bestätigt Auffassung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg im Aldi-Streit