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Werbung zu OPC-Präparaten

Stand:
Die Internetseite "Zentrum für Gesundheit" bewirbt OPC-Präparate mit vollmundigen Versprechungen. Was ist davon zu halten?
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Frage

Seit kurzer Zeit nehme ich regelmäßig OPC, da mich die Ausführungen bei "Zentrum der Gesundheit" überzeugt haben. Nachdem ich heute in der Sächsischen Zeitung den Artikel "Häufig überdosiert" gelesen habe, kommen mir allerdings Zweifel an meiner OPC-Entscheidung. Auch glaubte ich, dass durch die vielen angeblich wissenschaftlichen Belege, die man auf der "Zentrum der Gesundheit"-Seite lesen kann, OPC wirklich so eine Art kleines Wundermittel ist.

Was habe ich nun einerseits von OPC (nachweislich) zu erwarten und andererseits wie ist die Seite einzuschätzen, unter der ich die ausgiebigen Informationen zu OPC gefunden habe?

Antwort

Das "Zentrum für Gesundheit" führt in seinem Text "OPC - Die Kraft der Traubenkerne" unter anderem aus, dass OPC "Falten glätten" und der Haut ihre natürliche Spannkraft zurückgeben kann. Auch soll OPC Wunden schneller heilen lassen, bei Neurodermitis durch eine "immunsystementlastende Wirkung" helfen und altersbedingter Sehschwäche vorbeugen können. "Das Risiko von Herz-Kreislaufproblemen wird mit OPC auf ein Minimum reduziert" wird des Weiteren behauptet. Auch der Hinweis auf eine vermeintliche Eignung von OPC als potenzielles Anti-Krebs-Mittel fehlt nicht.

Diese werblichen Aussagen sind in der EU nach Lebensmittelinformationsverordnung (Art. 7) verboten: Es werden unzulässige krankheitsbezogene Aussagen gemacht. Der Betreiber dieser Internetseite hat seinen Sitz allerdings in der Schweiz, ist von hier aus also nicht zu belangen.

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und haben nur den Zweck, eventuell bestehende Versorgungslücken der Nährstoffversorgung auszugleichen. Krankheiten zu lindern, zu heilen usw. ist zulassungspflichtigen Arzneimitteln vorbehalten. Zugelassene wissenschaftlich gesicherte gesundheitsbezogene Aussagen, sogenannte Health Claims, gibt es für OPC bisher nicht.

OPC (= Oligomere Proanthocyanidine) zählen zu den Polyphenolen, genauer zur Untergruppe der Flavonoide, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Sie erlangten große Aufmerksamkeit als mutmaßlich gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe von grünem Tee und Rotwein bzw. Traubenkernextrakt. OPC kommen vor allem in Traubenkernen und der Schale roter Trauben vor. Aber auch in Erdnüssen, Heidelbeeren oder Cranberrys.

In Nahrungsergänzungsmitteln sind vor allem OPC aus Traubenkernextrakten und dem japanischen Staudenknöterich enthalten. Für diese Extrakte gibt es aktuell keine rechtlich definierten Qualitätsstandards. Eine mögliche antioxidative Wirkung von OPC, also der Schutz vor oder das Unschädlichmachen von so genannten "Freien Radikalen" im Blut, ist zumindest durch Tier- und Zellversuche belegt. Tatsächlich existieren keine kontrollierten klinischen Studien (sog. RCT), die belegen könnten, dass Ergebnisse der Laborversuche auch auf den Menschen übertragbar sind. Zudem kamen die Labor-Studien, in denen oben genannte Effekte untersucht wurden, teilweise zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Für Polyphenole, wie OPC, gibt es keine empfohlenen Mengen für die Aufnahme. Wie genau sie wirken, wenn sie nicht über ein Lebensmittel, sondern isoliert als Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden, ist unbekannt. Die Sicherheit isolierter Stoffe, vor allem in hoher Dosierung über einen längeren Zeitraum, ist nicht ausreichend untersucht.

Sollten Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, schwanger sein oder stillen, halten Sie bitte vor der Verwendung solcher Produkte bezüglich möglicher Wechselwirkungen Rücksprache mit Ihrer Haus- bzw. Facharztpraxis.

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