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Internetrouter: Die freie Wahl

Stand:

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer jetzt erwägt, ein eigenes Gerät zu kaufen, sollte sich zuvor intensiv mit allen Vor- und Nachteilen beschäftigen.
  • Beim Wechsel des Routers empfiehlt sich auch ein genauer Blick auf den jetzigen Telefon- und Internettarif. Gerade bei älteren Verträgen lässt sich durch einen Wechsel häufig sparen oder eine höhere Leistung erzielen.
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Wlan Router
Foto: andifink / Fotolia

Was sich ändert

Früher war es so: Zumindest einige Netzbetreiber gaben ihren Kunden vor, ausschließlich hauseigene Geräte zu nutzen. Seit Sommer 2016 kann durch ein Gesetz jeder frei entscheiden, ob er ein Modell seines Telefon- und Internetanbieters haben möchte oder sich ein Gerät im Handel kauft.

Damit das klappt, muss der Anbieter, mit dem der Vertrag geschlossen wird, die Zugangsdaten herausgeben – und zwar unaufgefordert und kostenlos. Damit sind Kunden – die technische Kenntnis vorausgesetzt - in der Lage, ihren Router selbst zu konfigurieren und die Verbindung zum Internet herzustellen. Wer schon einen Vertrag mit seinem Anbieter hat und eigene Hardware einsetzen möchte, kann nach einem Urteil des Landgerichts Essen den Router ebenfalls frei wählen.

Jedem Anbieter ist es unbenommen, weiterhin eigene Geräte zur Verfügung stellen. Manche Unternehmen schicken ihren Kunden in jedem Fall einen Router, bei anderen kann die digitale Kommandozentrale gekauft oder gemietet werden. Wichtig: Wer sich für ein eigenes Gerät entscheidet, muss sich auch um aktuelle Updates kümmern. Alles in allem mehr Aufwand, aber auch die Möglichkeit, den Router den individuellen Bedürfnissen anzupassen.

Vor dem Kauf eines eigenen Routers

Vorteile des eigenen Routers
  • Freie Geräteauswahl
  • keine Mietkosten, keine Rücksendung nach Vertragsende
  • Gerät kann nach eigenen Wünschen konfiguriert werden
  • der Router kann auch nach einem Anbieterwechsel weiter genutzt werden, sofern man nicht etwa von einem DSL- zu einem Kabelanbieter wechselt.
Nachteile des eigenen Routers
  • der Router muss selbst installiert und konfiguriert werden,
  • keine Fernwartung durch den Telekommunikationsanbieter,
  • Funktionsfähigkeit liegt im Verantwortungsbereich des Nutzers,
  • der Nutzer ist für das Einspielen von Updates selber verantwortlich,
  • hat das Gerät einen Defekt, ist der Händler im Rahmen seiner gesetzlichen Gewährleistung der Ansprechpartner, nicht der Telekommunikationsanbieter,
  • kommt es aufgrund einer Sicherheitslücke am Router zu einem Schaden, zum Beispiel zu einer hohen Telefonrechnung, muss der Nutzer auch nachweisen, dass er zeitnah alle vom Hersteller empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt hat.
Was bei der Entscheidung für einen eigenen Router zu beachten ist
  • Der Router muss technisch für den vorhandenen Internetanschluss geeignet sein. Ältere Geräte erfüllen oft nicht die notwendigen technischen Standards. Technische Informationen findet man auf den Internetseiten seines Anbieters.
  • Kabelrouter sind nur für Kabelanschlüsse einsetzbar, DSL-Router nur für DSL-Anschlüsse.
  • Der Nutzer sollte in der Lage sein, den Router selbst zu konfigurieren.
  • Es sollte die automatische Update-Funktion aktiviert sein.
    Trotzdem ist der Nutzer weiterhin dafür verantwortlich, dass Sicherheitsupdates installiert werden.

Leihen oder kaufen

Viele Anbieter stellen ihren Kunden Internetrouter leihweise zur Verfügung. Dies ist allerdings meist nur die kabelgebundene Basisversion. Wer ein Gerät mit WLAN-Funktion oder ein Upgrade auf ein höherwertiges Modell haben möchte, zahlt in der Regel zwischen zwei und fünf Euro monatlich mehr. Rechnet man diese Mietkosten für zwei Jahre hoch und addiert die Rücksendekosten am Ende der Mindestvertragslaufzeit, kommt der Betrag dem Kaufpreis eines Routers schon sehr nahe.

Ein Wechsel des Internetrouters ist zudem eine gute Gelegenheit, den eigenen Telefon- und Internettarif zu prüfen. Gerade bei älteren Verträgen gibt es häufig Einsparpotenziale. Oder der Verbraucher bekommt für den gleichen Preis mehr Leistung.


Im Rahmen des Projekts Marktwächter Digitale Welt möchten die Verbraucherzentralen untersuchen, ob die Unternehmen ihren Kunden tatsächlich die freie Wahl lassen beim Router. Konnten Sie sich Ihren neuen Router ohne Komplikationen selbst aussuchen? Gab es bei Ihnen jüngst Probleme bei der Inbetriebnahme eines eigenen Routers? Oder müssen Sie nach wie vor die Hardware Ihres Telekommunikationsanbieters (kostenpflichtig) einsetzen? Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen per E-Mail an routerfreiheit@vzsh.de