Webinar "Altersvorsorge bei Niedrigzinsen" am Mittwoch, 26.6., um 18:30 Uhr. Jetzt hier anmelden und bequem von zuhause aus teilnehmen!

Käuferschutz springt beim Online-Shopping nicht immer ein

Stand:

Käufer haben Rechte. Insbesondere bei Verträgen, die Sie übers Internet geschlossen haben, haben Sie häufig einen besseren Stand als bei Käufen im Ladengeschäft. Darüber hinaus werben Online-Bezahlverfahren mit einem noch einmal erweiterten Käuferschutz. Der greift aber nicht immer.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Käuferschutz durch Zahlungsabwickler wie PayPal und Co. greift nicht immer.
  • Bedingungen der Anbieter unterscheiden sich – wenn Sie zwischen mehreren Zahlungsarten wählen können und Ihnen Käuferschutz wichtig ist: Vergleichen Sie die Bedingungen.
  • Käuferschutz ändert nichts an der tatsächlichen Rechtslage. Händler können sich darum weigern, die Entscheidung eines Käuferschutzes zu akzeptieren.
Jemand kauft am Laptop und Smartphone online etwas ein.
On

Was ist Käuferschutz?

"Wer die Musik bestellt – bezahlt sie auch", sagt das Sprichwort. Das gilt auch für Käufe im Internet, wo dafür meist Vorkasse verlangt wird. In bestimmten Fällen können Sie jedoch vom Kauf zurücktreten und Ihr Geld vollständig zurückverlangen. Beim Online-Shopping geht das ohne Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen. Das können Sie auch, wenn Ihnen die Ware nur nicht gefällt. Das ist tatsächlich anders als im Laden: Wer vor Ort einen Fehlkauf getätigt hat, ist auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen.

Der Käuferschutz, den einige Internet-Zahlungsdienste anbieten, soll noch darüber hinausgehen und schützt vor unseriösen Händlern. Er ist eine freiwillige Versicherung der Anbieter zugunsten der Käufer. Anbieter in diesem Bereich sind zum Beispiel:

  • PayPal
  • Klarna (Rechnung/Sofort)
  • Paydirekt
  • Amazon Payments
  • Trusted Shops
  • bestimmte Kreditkarten

Der Käuferschutz sichert in der Regel den Fall ab, dass bestellte Ware gar nicht oder dass eine falsche Ware geliefert worden ist. Damit sollen Sie vor Fake-Shops, also betrügerischen Händlern, und Falschlieferungen geschützt werden.

Wo finde ich Käuferschutz?

Ob ein Käuferschutz besteht oder nicht, das können Sie den Nutzungsbedingungen der Zahlungsdienste entnehmen. Aber Achtung: Nicht bei jeder Zahlungsmethode ist tatsächlich ein Käuferschutz enthalten. Außerdem können sich die Bedingungen der Anbieter sehr unterscheiden. Unser Tipp: Vergleichen Sie!

Wo ist der Haken?

Eine Versicherung für den Fall, dass beispielsweise Ware nicht geliefert oder versendet wird, hört sich als Versprechen des "Käuferschutzes" zunächst einmal gut an. Doch mit der Lieferung allein ist es ja nicht getan. Bei Problemen rund um die gesetzliche Gewährleistung – also bei Mängeln am Produkt, die lange nach der Lieferung auftreten -, hilft Ihnen der Käuferschutz als Sicherungsinstrument allein nicht weiter. Hier müssen Sie sich trotzdem an den Händler wenden und unter Umständen den gesetzlichen Klageweg beschreiten.

Außerdem greift der Käuferschutz in der Regel nicht, wenn die Ware während des Versands verloren geht. Zudem beinhaltet der Käuferschutz auch Fristen und etliche Ausnahmen, die für manche überraschend sein können: Motorgetriebene Fahrzeuge wie Autos oder Motorräder, Gutscheine und Waren, für die eine persönliche Übergabe mit dem Verkäufer vereinbart wurde, sind in der Regel ausgenommen.

Die Rechte aus dem Käuferschutz sind keine Ansprüche, die Ihnen von Gesetzes wegen zustehen. Die Anbieter entscheiden grundsätzlich nach eigenem Ermessen und nach selbst auferlegten Bedingungen, ob und inwieweit sie Schäden ersetzen.

Was bedeutet das für mich als Käufer?

Der Ablauf ist in der Regel so: Wenn Sie keine oder eine falsche Ware erhalten haben, dann wenden Sie sich zunächst an den Händler. Lesen Sie sich die Bedingungen des Käuferschutzes durch. Wichtig ist, welche Pflichten, Fristen und Ausnahmen bestehen. Dann melden Sie gegebenenfalls die Reklamation – beispielsweise an PayPal – wenn z.B. streitig ist, ob die Ware versendet oder überhaupt geliefert wurde. Daraufhin startet ein Vermittlungsverfahren, in dem der Anbieter des Käuferschutzes den Sachverhalt für sich aufklärt. Im Idealfall erhalten Sie sofort Ihr Geld zurück.

Nutzen Sie Ihr Rücktritts- oder Widerrufsrecht, falls Sie den Kauf sowieso rückgängig machen möchten oder falls es sich um einen Fake-Shop handeln könnte. Sie bekämen das Geld von einem betrügerischen Online-Shop sonst nicht wieder zurück. Der Käuferschutz hat den Vorteil: Wenn Händler trotz Ausübung des Rücktritts- oder Widerrufsrechts das Geld nicht erstatten, erhalten Sie das Geld vom Anbieter des Käuferschutzes zurück. Sie müssen dann nicht selbst auf Rückzahlung klagen.

Da der Käuferschutz kein gesetzlicher Anspruch ist, ändert eine Entscheidung, die im Rahmen des Käuferschutzes gefallen ist, nichts an der tatsächlichen Rechtslage. Das heißt: Selbst wenn der Anbieter des Käuferschutzes in Ihrem Fall anerkennt, dass ein Händler einen Fehler gemacht hat, muss dieser Händler das noch lange nicht so sehen. Fühlt sich der Händler im Recht, könnte er auf Zahlung der gekauften Ware klagen.

Der "Versicherungsschutz" hat also Lücken und bewahrt Sie nicht ohne Einschränkungen vor den Gefahren und Fallstricken des Online-Handels. Andererseits: besser Käuferschutz als gar kein Schutz!