26. Januar 2025: Angebliche Überprüfung der PhotoTAN bei der Commerzbank
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![Screenshot einer E-Mail mit Logo der Commerzbank und Text: " klassischer lateinischer Übersetzung. Archiv f. n. Sprachen. 140. 17 252 Kleinere Mitteilungen 5. Zu Tgb. 20. März 1810. Uhland notiert: ‘Absendung der Papiere Varnhagens nach Berlin.’ Über diese Papiere gibt das Original des Briefes Vamhagens an Rahel vom 27. 6. 1810 Aufschluß. Es heißt dort: ‘Sind die Urquijo’schen Briefe angekommen? Uhländ sagt mir, er habe sie von Tü¬ bingen vor seiner Abreise abgesandt.’ [Diese Sätze sind übrigens nicht in dem aus Varnhagens Nachlaß 1874 herausgegebenen Briefwechsel zwischen V. und Rahel abgedruckt. Der Originalbrief in der V.-Sammlung der Staats¬ bibliothek zu Berlin, Mappe Varnhagen.] Es handelt sich hier offenbar um die Briefe des Don Raphael d’Urquijo an Rahel. Zwischen Urquijo, der seit 1802 spanischer Gesandtschaftssekretär in Berlin war, und Rahel bestand IV 2 Jahre lang eine leidenschaftliche Neigung; infolge tyrannischer Eifersucht Urquijoa erfolgte 1804 der Bruch. V. sagt in seinen ungedruckten Notizen: ‘Rahel hat diesen nie verwunden. Diese Leidenschaft, ihre Wendung, Ur¬ quijo selbst, bleiben ihr ein stetes Problem; ihr Gemüth ist immerdar davon erfüllt.’ Urquijos Briefe sind abgedruckt in Ludmilla Assings Buch: Aus Rahels Herzensleben. 6. Zu Tgb. 30. Juni 1810. Uhland notiert: ‘Wiedersehen Varnhagens auf der Galerie.’ [D. h. im südlichen Verbindungsbau zwischen dem alten Louvre und den Tuilerien; hier waren die Kunstschätze untergebracht.] Hat sich Uhland im Datum geirrt? Nach Varnhagens unter 5 mitgeteilter Frage im Briefe vom 27. Juni könnte es scheinen, daß Uhland spätestens am 27. Juni mit Varnhagen gesprochen habe. Dieser scheinbare Widerspruch wird durch die Tatsache aufgeklärt, daß Varnhagen den am 27. Juni geschriebenen Brief erbricht, um in einer kurzen Nachschrift über den grauenvollen Brand beim Feste des Fürsten Schwarzenberg zu berichten. [V.s ausführlicher Be¬ richt in seinen Denkwürdigkeiten Bd. 2.] Bei dieser Gelegenheit wird er dann auch die obigen Sätze nachgetragen haben. Hierfür spricht auch die Tatsache, daß diese Sätze am Rande quer geschrieben sind. Warnemünde. Wilhelm Moestue. Der erste Psalm in niederländischer Dichtung vom Jahre 1740. Durch einen Glückszufall bin ich in den Besitz eines zwei Teile um¬ fassenden, in schwarzbraunen Sammet gebundenen Bandes gekommen, dessen erster Teil folgenden Titel hat. Oben liest man in einer aufgeschlagenen Bibel auf der linken Seite: Het Woort des Heeren blyft in der eeuwigheyt. Auf der rechten: Ende dit is het woort dat onder u verkondigt is 1 Petr. 1 vers 23. Darunter von zwei Säulen eingefaßt: Het Nieuwe Testament ofte alle Boecken des Nieuwen Verbondts onses Heeren Iesu Christi door last van de Hoogh. Mog. Heeren Staten Generaei der vereenigte Neder- landen en volgens ’t Besluyt vande Sinode Nationael gehouden tot Dordrecht in de jaaren 1613 ende 1619. Uit de Oorspronckelycke in onse Neder- landtsche Taal getrouwelyck overgeset. Tot Dordrecht By Jacob en Hendrik Keur. Der zweite Teil trägt den Titel De CL Psalmen des Propheten Davids Met eenige andere Lofsangen: Uyt den Francoyschen in Nederlant- schen dichte overgeset door Petrum Dathenum; ... Mitsgaders De Christelicke Cätechismo, Formulieren en Gebeden de Gereformcerde Kercken. Te Dordrecht, By Jacob en Hendrik Keur. A°. 1740. — Von der ‘Acte van Authorisatie’ (Rückseite des Titels) (26, November 1737) und dom auf den beiden folgenden Seiten befindlichen ‘Inhoudt des Nieuwen Testaments’ abgesehen, die Kleinere Mitteilungen 253 sich der Antiqua bedienen, ist alles übrige in Fraktur gedruckt, mit Aus¬ nahme der Überschriften der einzelnen Bücher, z. B. Het Heyligh Euangelium, Na (de bescbrijvinge] Matth ei; und der hier und da der Verdeutlichung halber zugefügten Worte, z. B. Matth. 2,16: ‘Als Herodes sagh dat hij van de Wijse bedrogen was, doe wiert hij seer toornigh, ende [eenige] afgesonden heb- bende, heeft omgebracht alle de kinderen die binnen Bethlehem, ende in alle des selfs lantpalen [waren] van twee jaren [oudt] ende daer ander, na den tijt dien hij van de Wijse neerstelick ondersocht hadde’ — ‘neerstelick’ gründlich; ‘neerstelick ondersocht hadde’, griech. yxoißwoe — man vergleiche die deutsche Bibelübersetzung. — Da ich in mein Lebrb. d. niederl. Spr. den ersten Psalm ans ‘Het boek der Psalmen, nevens de gezangen, bij de her- vormde kerk van Nederland in gebruik’ aufgenommen hatte, war ich natür¬ lich gespannt darauf, zu sehen, welche Form im Jahre 1740 dafür beliebt worden war, und ich darf annehmen, daß die Vergleichung beider, die in vielfacher Beziehung allerlei Beobachtungen machen läßt, willkommen sein wird. Ich lasse deshalb den ‘Den eersten Psalm’ in Abschrift folgen: 1. Die niet en gaet in der godtloosen raet, Die op den wegh der sondaers niet en staet, En niet en sit by den spotters onreyne; Maer dagh en nacht heeft in Godts wet alleyne Al sijnen lust, ja spreeckt daer van eenpaer, Die mensch is welgelucksaligh voorwaer. 2. Hy sal gelijek zijn eenen schoonen boom, Geplant by eenen klaren waterstroom, Die sijn vruchten geeft in bequame tijden, Van welcke geen drooge bladt valt bezijden: Soo sal die mensche saligh zijn bekent, Met al sijn doen, tot welcken hy hem wendt. 3. Maer soo en is ’t met den godtloosen niet, Die als kaf verstroyt werden daer men ’t siet, ’t Welck van den wint hier en daer wert gedreven: Soo sullen sy in Godts gerichte beven, En niet bestaen, maer haest vergaen beschaemt, Met den vromen werden sy niet genaemt. 4. Godt kent den wegh, en der vromen gemoet, Hij draeght sorge voor hen en voor haer goet; Dies sullen sy welgelucksalig wesen: Maer nademael dat onse Godt gepresen, Op der godtloosen wegen niet en acht, Sy en haer doen werden tot niet gebracht. Am Rande finden sich die sechs Verse der Prosaübersetzung, wovon ich den dritten Vers anführe: Want hy sal zijn als een boom, geplant aen waterbeecken, die sijne vrucht geeft in sijnen tijt, ende welckes bladt niet af en valt: ende al wat hy doet, sal wel gelucken. Ich lenke die Aufmerksamkeit auch auf die alte, von der heutigen ab¬ weichende Schreibung, vor allem auf die damals noch zulässige Freiheit des Versbaus, wo Hebung und Senkung die Stelle vertauschen können und nur die Silben gezählt werden. Der Inhalt wirkt in der ihm gegebenen Form kräftig und eindrucksvoll. Dortmund. C. Th. Lion. 17* 254 Kleinere Mitteilungen Tom Pradler Bauerntheater. 1 Wieder ist ein gutes, echtes Stück Alt-Innsbruck ganz leise und spurlos verschwunden, etwas Ureigenes unserer Stadt, das weit über die Grenzen des Landes bekannt und beliebt war, das Pradler Bauerntheater. Die Sonne des Glückes und Erfolges lachte stets über dem luftigen Musentempel, wenn der Spielleiter der alten Überlieferung, der Wiedergabe des romantischen Ritterschauspiels, getreu blieb. Bombenvoll erzitterte der hölzerne Stadel von dem Beifallssturm seines dankbaren Besuches; aber wehe, wenn der Burgvogt die zurückgelassene Gräfin zu arg bedrängte, dann nahmen die Zuschauer in kernigen Worten Partei für die verfolgte Unschuld und schleu¬ derten saftige Reden gegen den stets rothaarigen Bösewicht, während so manchem Weiblein eine Zähre tiefempfundenen Mitleids über die Wange rann. Alles aber vereinigte sich wieder im lautesten Jubel, Avenn der lustige Knappe mit seinen Witzen, Gstanzeln und Gsangeln aus dem Stegreif eii>- setzte und seine Zuschauer die Schlechtigkeit der Welt vergessen ließ. Ja, das war das ganze Geheimnis des Pradler Theaters: die Stücke, einer alten Überlieferung folgend, waren für das urwüchsige, natürlich empfindende, unverbildete Volk geschrieben und von Mutter Natur mit Witz und Humor begabte, unverkünstelte Schauspieler, die das alte Ritter- und Schauerstück voll erfaßten und in der richtigen Weise Wiedergaben, verstanden es, das Herz des Volkes zu packen. Wenn ein lieber, verdienter Freund von hinnen geht, dann gebührt ihm ein wohlwollender Nachruf; und wenn er, wie es sich ja für das Pradler Theater geziemt, einem tragischen Tode erliegt, dessen letzten Akt zu be¬ sprechen allerdings noch nicht an der Zeit ist, dann erst recht. So sei denn im folgenden eine kurze Geschichte unseres nun zerstörten Musentempels seinen Freunden übergeben. Am 7. Oktober 1866, wenn ich recht berichtet bin, schloß das Theater in der Höttingerau mit dem romantischen Ritterschauspiel ‘Maria, Gräfin von Halwig oder die Georgsburg’ seine Pforten. Bald darauf wurde der Stadel, in dem die Bühne aufgeschlagen war — den offenen Zuschauerraum schützte bei schlechtem Wetter eine Plache — niedergerissen. Es war damals das letzte der Innsbrucker Bauerntheater, die Volksbühnen in Ambras, Pradl, Mühlau, Büchsenhausen, beim Stamser waren bereits früher von den Musen verlassen worden. So hatte das romantische Ritterschauspiel seine letzte Heimstätte in Innsbruck verloren und harrte in den Jahren 1867 und 1868 der Erlösung. Schauspieler, Bühneneinrichtung, Garderobe und vor allem die allgemeine Sehnsucht nach der großen Gaudi waren vorhanden, und so bedurfte es nur eines rührigen Mannes, um das alte Bauerntheater wieder zum Leben zu erwecken. Das war Sebastian Meister, der alte Tiroler Volks¬ sänger, der sich nach weiten Reisen in Innsbruck zur Ruhe gesetzt hatte. Im Jahre 1868 schritt er an den Bau des neuen, nun verschwundenen Theaters im Lodronischen Hof, den er im gleichen Jahre erwarb, nachdem er vorher das Grubersche Wirtshaus am Innrain geführt hatte. Mit Fisch¬ händler Riegl kaufte er vom alten Theater in der Höttingerau die Kulissen und mit den von der alten Bühne übernommenen Schauspielern, dem Schneidermeister Ferdinand Rauter, Schuster Josef Brock, dem früheren Theaterdirekter, Tischlermeister Pfötscher, dem heute noch lebenden un- 1 Aus dem ‘Alpenlaud’, 4. Juni 1920. I Kleinere Mitteilungen 255 iibertroffenen Komiker Alois Lener u. a. eröffncte Meister am 3. Mai 1869 das Pradler Theater mit dem bis in die letzte Zeit noch zugkräftigen Stücke ‘Die Beatushöhle’. Großes romantisches Ritterschauspiel mit Gesang und einem Vorspiele ‘Der Tournierpreis’, große Pantomime mit erklärendem Ge¬ sänge. Beginn l h2 Uhr, Ende V 28 Uhr. Sitz in der Nobelgalerie oder num. Sitz im Parterre 40 Kr., 1. Platz 30, 2. Platz 20, 3. Platz 10 Kr. Deko¬ rationen vom Dekorationsmaler Juliani, Kostüme neu, nach Zeichnung des Bartinger Seppl (auch einer, der einen Nachruf verdiente), von Anton Polli, dem bekannten Inhaber einer Maskenleihanstalt. Die Rüstungen von J. Zu¬ christian. So der erste Theaterzettel. Das Theater war bei der Eröffnungs¬ vorstellung so überfüllt, daß zahlreiche Besucher bei der Kasse abgewiesen wurden und sich für den entgangenen Genuß im schattigen Wirtsgarten des ‘Lodronischen Hofes’ bei mehreren Seideln Wein imd Schweinsbrateln — glückliche Zeit — entschädigen mußten. Das Stück wurde an den folgenden Sonn- und Feiertagen bei stets vollem Hause wiederholt und erst am 13. Juni durch ‘Balbina von Avignon’ oder ‘Die Wege der Vorsehung sind wunderbar’, großes romantisches Ritterschauspiel in 5 Akten, abgelöst. Auch ‘Balbina’ füllte einen Monat lang das Theater. Am 18. Juli kam dann das große historische Ritterschauspiel ‘Die Waisen von Neapel’ mit der humo¬ ristischen Tiroler Szene mit Gesang ‘Die drei Leutascher auf der Alm’ an die Reihe, worin Sebastian Meister als Dörfschulmeister das Publikum er¬ götzte. Als letztes Stück der ‘Saison’ ging am 22. August unter großem Beifall das Ritterschauspiel ‘Erich von Treuenstein’ über die Bretter, mit dem das Spieljahr am 26. September ‘zum Vorteile der Theatermitglieder’ schloß. Das Pradler Theater hatte seine Probe bestanden. Getrost konnte es am Ostersonntag 1870 wieder seine Pforten eröffnen, großartiger Erfolg und voller Besuch blieben ihm treu. Für das Stück ‘Die Blutrache’ oder ‘Der Sturz des Hauses Guastali' hatte Bartinger Seppl die prächtige Felsengrotte neu gemalt, für das Stück ‘Johanna Montfaucon’ holte man den vom Höt- tingerau-Theater noch beliebten alten Schwaller von Hall als Räuberhaupt- raann Rudrich. — Auch das nächste Jahr 1871 ging für unser Theater glücklich vorüber; begonnen wurde am Ostermontag, geschlossen am Kirch¬ weihsonntag, wobei ein Widder ausgespielt wurde. Einen Riesenerfolg hatte in diesem Jahre das Stück ‘Jutta von Rottenburg’ oder ‘Die Ahnengruft auf Eulenhorst’; da gab es einen türkischen Garten mit ‘lebendem’ Springbrunnen und Schwan, eine naturgetreue Lanigerbalgerei, welche die Pradler selbst¬ verständlich echt unter dem Gejohle der Zuschauer aufführten. Im Jahre 1872 übernahm Josef Brock, der beliebte Direktor des ein¬ stigen Höttingerau-Theaters, die Spielleitung. Sein Garderobier war der bekannte Anton Polli. Fast durchwegs wurden Ritterstücke aus dem Spiel¬ plan der Höttingerau-Bühne gegeben, so auch mit großem Erfolg ‘Herzog Friedrich mit der leeren Tasche’ oder ‘Emma von Wolkenstein, das Heu¬ mädchen von Tirol’. Auch im folgenden Jahre hatte das vaterländische Schauspiel ‘Kaiser Maximilian auf der Martinswand’, worin Kunz von der Rosen seine übermütigen Lokalwitze machte, großen Erfolg. Eine denkwürdige Änderung gab es für unser Pradler Theater im Jahre 1875. Seit dem Jahre 1871 war Othegraven Direktor des Innsbrucker Stadt¬ theaters oder richtiger des k. k. Hof- und Nationaltheaters, wie unsere jetzt städtische Bühne bis 1886 hieß. Othegraven war der tüchtigste und unter¬ nehmendste Theaterdirektor, den die Innsbrucker je hatten. Bei seiner Unter- 256 Kleinere Mitteilungen nchmungslust und im Vertrauen auf seine Beliebtheit bei den Innsbruckern versuchte er es, die Spielzeit auch über den Sommer auszudehnen und im Jahre 1875 auch das Pradler Theater in seinen Wirkungskreis einzubeziehen. Er spielte im Theater bis Ende April, und ab 2. Mai 1875 spielte er mit seiner Truppe im ‘Lodronischen Hof’. Er ließ das Theater frisch tünchen, mit Fahnen und Emblemen ausschmücken, eine Kaiserbüste wurde zwischen Blumen angebracht, die Parterresitze amphitheatralisch erhöht. An Sonn- und Feiertagen gab er in Pradl zwei Vorstellungen und spielte auch an einzelnen Wochentagen. Er gab Stücke von Anzengruber, Nestroy, Benedix, Kotzebue, Birch-Pfeiffer, Franz Kaiser u. a. Othegraven suchte durch eifrige Reklame in den Innsbrucker Zeitungen sich einen guten Besuch zu sichern und unterdrückte auch jede Reklame der alten Pradler Truppe, so daß wir über sie keine Nachricht aus diesem Jahre überkommen haben. Vermutlich spielten die Pradler in diesem Jahre unter Ferdinand Brix, dem als Liebes- boten wohlbekannten Innsbrucker Packträger, im alten Schießstand. Othe¬ graven ließ es jedoch bei der ersten Saison im Pradler Theater bewenden, schloß dasselbe nach fünfmonatlicher Spieldauer am 26. September und bezog am 1. Oktober wieder sein Hof- und Nationaltheater. Im nächsten Sommer 1876 war die alte Pradler Gesellschaft unter der Spielleitung ihres Garderobiers Anton Polli wieder auf ihrer Pradler Bühne und brachte dort das alte Ritterschauspiel wieder zu Ehren. Infolge des kalten Wetters konnte das Theater erst am 7. Mai eröffnet werden. Das vaterländische Schauspiel war in diesem Jahre vertreten durch ‘Der Wirt am Sand oder das Jahr 1809’, ländliches Gemälde von Vitus Augetti. Dabei gab es eine Tiroler Hochzeit mit Nationaltanz, besondere Wirkung erzielte die Erschießung Andreas Hofers. Schlecht ließ sich das Spieljahr 1877 an. Wegen der Ungunst des Wetters begann das Spiel erst am 6. Mai. Der ganze Mai war naßkalt, dagegen herrschte im Juni eine tropische Hitze, außerdem spielte noch immer das Nationaltheater. Doch von Ende Juni ab hatten die Pradler wieder ihre alte Zugkraft. Im nächsten Jahre verschwindet wieder die Pradler Truppe von ihrer angestammten Bühne, dafür spielt daselbst der Schauspieler Hensel vom Stadttheater mit einer Truppe. Das Theater, das bisher immer den Namen ‘Pradler Sommertheater’ führte, hieß nun ‘Tiroler Volksbühne’. Hensel brachte Volksstücke wie ‘Der Hallodri’, ‘Agnes Bernauer’, ‘Das letzte Auf¬ gebot’ u. a. zur Aufführung. Das Unternehmen scheint jedoch nicht recht gezogen zu haben, denn im folgenden Jahre 1879 treffen wir auf der Pradler Bühne wieder die alte Truppe unter der Leitung des Packträgers Ferdinand Brix, der als Intrigant eine der Hauptfiguren des Theaters war. Er scheint die Spielleitung bis zum Jahre 1883 behalten zu haben, in welchem Jahre der ‘Lodronische Hof’ in den Besitz des Wirtes Josef Anton Krautschneider überging. Die Spielleitung führte in diesem Jahre der Goldschmied Mayr. Im nächsten Jahre übernahm Ferdinand Rauter, der von der Höttingerau her noch beliebte Schauspieler, der wohl allen Innsbruckern noch in bester Erinnerung ist, die Direktion und behielt sie in ziel bewußter Führung bis zum Jahre 1904. Rauter verstand eine prächtige Truppe trefflicher Schau¬ spieler auszubilden und brachte das Theater im Verein mit seiner späteren Nachfolgerin in der Spielleitung, Josefine Weiß, zur eigentlichen Blüte. Rauter starb am 20. Februar 1905. So mancher besucht wehmutsvoll noch Kleinere Mitteilungen 257 die Grabstätte des 'Alten von PradP im St. Nikolauser Friedhof. Unter Kauter wurden die neuen Dekorationen von Franz Inzigneri, einem alten originellen Mitglied der Pradler Truppe, gemalt, von ihm stammt auch die Neubemalun'g des alten vom Bartinger Seppl noch hermhrenden Theater¬ vorhanges. Er zeigte früher die Figuren Erzherzogs Ferdinands und der Philippine Welser, die Farbe war aber mit der Zeit abgefallen, so daß man zum großen Gaudium des Publikums kindurchsak. Wir kommen schon in die Zeit, die allen Innsbruckern geläufig ist, und können uns daher kurz fassen. Eine Neuerung sei noch aus dem Jahre 1889 erwähnt. Seit diesem Jahre erscheinen nämlich die Namen aller Mitspieien- den auf dem Theaterzettel, was vielleicht für den künftigen Chronisten des Theaters von Wert ist. Am 2. August 1891 feierte der beliebte, heute noch sich bester Gesundheit erfreuende Komiker Alois Lener das 40. Jahr seiner Bühnentätigkeit, die er noch am Theater in der Höttingerau begonnen hatte So mancher wird sich noch des ulkigen Knappen Pietro in dem Stück ‘Robert Graf von Lasserillo’ oder der ‘Hungerturm von Spaletto’ erinnern, welche Rolle sich Lener zum Benefiz erkoren hatte. Am 29. Mai 1892 er¬ schien der heute in allen deutschen Landen berühmte Direktor Ferdinand Exl zum ersten Male auf dem Pradler Theaterzettel. Er gab den Herold im schaurigen Ritterschauspiel ‘Katharina Howard’, der Herzog Etheiwood das Haupt abschlägt. Wie Exl selbst schreibt, war der Anfang schwer. Die Pradler hatten damals prächtige Schauspieler, ja ganze Schauspielerfamilien, die den Kern der Truppe bildeten; ich nenne nur die Namen: Rauter, Weiß, Wöll, Gstöttner, Lener u. a. Das nächste Jahr 1893 brachte wieder eine Änderung, die für unser Pradler Theater nicht ohne Einfluß blieb. Diq Pradler begannen unter Direktor Rauter nach alter Gewohnheit am Ostermontag ihr Spiel in Pradl. In diesem Jahre wurde die Tiroler Landesausstellung veranstaltet, eines der wichtigsten Ereignisse in Innsbrucks neuester Geschichte. Ein Strom von Fremden war zu erwarten, der sich auch tatsächlich einstellte. Yon allen Seiten wurde für Vergnügungen für die Fremden gesorgt; so wurde auch das Volkstheater beim Löwenhaus gebaut. Der neue Bau, für ein Volks¬ theater wie geschaffen, lockte die alten Pradler, sie verließen im Mai noch die altgewohnte Bühne und eröffneten unter der Direktion Rauter-Weiß am Pfingstmontag das neue Löwenhaustheater mit dem zugkräftigen Ritterstück ‘Georg Freigraf von Aarau’ oder ‘Die Bluthochzeit auf Falkenstein’. Frau Josefine Weiß sprach den Prolog. Im Pradler Theater war inzwischen Direktor Erdmann vom Stadttheater mit seinen Schauspielern eingezogen. — Die Pradler Bühnenbretter mußten damals Ungewohntes über sich ergehen lassen; Stücke wie ‘Die Gigerln von Wien’, ‘Mein Leopold’ und ähnliche sollten das Theater füllen. Der Erfolg scheint nicht besonders gewesen zu sein; am 27. August bereits wurde die Pradler Bühne geschlossen, Erdmann ging als Theaterdirektor nach Dornbirn. — Auch im folgenden Jahre spielten die Pradler vom Ostermontag bis Kirchweihsonntag noch im Löwenhaus. Hans und Ferdinand Gstöttner feierten dort ihr 25jähriges Schauspieler¬ jubiläum. Im Pradler Theater spielte der Schauspieler Hans Robert aus München mit einer Truppe, der auch Ludwig Gürtler angehörte. Gegeben wurden Volksstücke und Singspiele, die Spielzeit dauerte vom 15. April bis 9. September. Sehr geehrte Damen und Herren, im Rahmen unserer regelmäßigen Sicherheitsmaßnahmen überprüfen wir aktuell die bei Ihnen hinterlegte PhotoTAN. Dabei wurde festgestellt, dass einzelne Angaben bei der letzten Einrichtung nicht eindeutig bestätigt werden konnten. Aus diesem Grund ist eine erneute Überprüfung erforderlich, um die uneingeschränkte Nutzung Ihres Kontos sicherzustellen. PhotoTAN bestätigen Die Prüfung nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Nach erfolgreichem Abschluss können Sie Ihr Konto wie gewohnt weiter nutzen. Sollten Sie die Überprüfung bereits durchgeführt haben, ist kein weiteres Handeln erforderlich. Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen Ihr Kundenservice-Team"](/sites/default/files/inline-images/screenshot-commerzbank_3.png)




