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5 Tipps zu Nahrungsergänzungsmitteln

Stand:
Wer Nahrungsergänzungsmittel nimmt, hofft zumindest auf Wohlbefinden und erwartet, dadurch (länger) gesund zu bleiben. Fünf Tipps, was Sie bedenken sollten.
Junge Frau informiert sich im Internet über die Inhaltsstoffe

Das Wichtigste in Kürze:
Sprechblase"Aufs Wissen kommt es an"

  • Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind keine ganz normalen Lebensmittel. Deswegen sind ausreichende Informationen im Vorfeld eigentlich ein Muss.
  • Bei Kindern, Schwangeren, Kranken und Immungeschwächten gilt: Vorher das ärztliche Gespräch suchen.
  • Natürliche oder pflanzliche Produkte sind nicht zwangsläufig sicher. Sie müssen bei allen NEM immer auch mit unerwarteten Wirkungen und Wechselwirkungen mit Arzneimitteln rechnen.
  • Auf keinen Fall sollten Sie Ihren Ärzt:innen die Verwendung von NEM verschweigen, besser aktiv davon berichten.

 

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1. Informieren Sie sich

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind durch ihre dosierte Form als Tabletten, Pulver oder Ampullen und klare Tagesdosen Arzneimitteln sehr ähnlich. Trotzdem entsprechen sie weder hinsichtlich der Qualität noch der Wirksamkeit Arzneimitteln. Beispielsweise gibt es im Gegensatz zu Medikamenten für diese Lebensmittel keine Standards z.B. für Pflanzenextrakte. Festgelegt ist nur, welche Vitamine und Mineralstoffe verwendet werden dürfen, nicht aber wie viel davon. Höchstmengen gibt es nicht. Weder Wirkung noch Sicherheit werden vorab von den Behörden geprüft. Für die Sicherheit sind die Hersteller bzw. Verkäufer verantwortlich. Werbeaussagen müssen stimmen – kontrolliert wird das aber erst im Nachhinein, von Konkurrenten, Verbraucherschutzorganisationen und der Lebensmittelüberwachung. Letztere ist aufgrund von Personalmangel und der Vielzahl von (neuen) Produkten allerdings ziemlich überfordert, obwohl Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln mit den höchsten Beanstandungsquoten gehören.

Wenn Sie sich vorab über Inhaltsstoffe informieren wollen, können Sie das hier mittels Suche auf unserer Webseite oder aber über die Produktkategorien auf der Startseite oder unter dem Menüpunkt "Produkte" tun. Das ist vor allem wichtig, wenn es sich um traditionelle Arzneipflanzen handelt. Was auf der Verpackung eines seriösen Herstellers alles drauf stehen muss – natürlich (auch) in deutscher Sprache – finden Sie hier.

2. Natürlich heißt nicht sicher

Nicht alles was natürlich ist, ist auch wirklich sicher. Schließlich gibt es viele giftige Pflanzenstoffe. Denken Sie nur an Fliegenpilz, Tollkirsche oder Goldregen. Seien Sie skeptisch, wenn ein Produkt behauptet, es hätte keine Nebenwirkungen, weil es ganz natürlich sei. Begriffe wie „standardisiert“, „geprüft“ oder „zertifiziert“ haben keine echte Aussagekraft und stehen eher für ein Qualitätsmanagement in der Produktion (GMP - Good Manufacturing Practice) aber nicht für Wirksamkeit.

3. Neben- und Wechselwirkungen sind möglich

Nahrungsergänzungsmittel können Wechselwirkungen mit Medikamenten wie beispielsweise Blutgerinnungshemmern, Blutdruckmitteln, Anti-Baby-Pille, Schmerzmitteln oder Antidepressiva haben, diese also in ihrer Wirkung abschwächen oder auch verstärken. Das gilt ganz besonders für Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzenstoffen wie Goji oder Ginkgo. Mehr Beispiele gibt es hier. Außerdem können Nahrungsergänzungsmittel leichte, vorübergehende Nebenwirkungen wie z.B. Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Bei länger anhaltenden Problemen sollten Sie sich ärztlichen Rat holen.

Außerdem sind Verfärbungen von Urin und Stuhl möglich.

4. Seien Sie sich bewusst, dass verbotene Arzneistoffe enthalten sein können

Betroffen davon sind insbesondere Schlankheitsmittel und Fatburner, Produkte zur Steigerung von Potenz und Libido sowie Nahrungsergänzungsmittel für Sportler:innen (Muskelaufbau, Body-Building). Mehr dazu finden Sie im Artikel  Gesundheitsgefahr durch illegale Stoffe. Das gilt vor allem (aber nicht nur) für Produkte aus dem Internet.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Aussage „100 % pflanzlich“ vor allem bei solchen Produkten und insbesondere aus dem Ausland längst nicht immer stimmt.

5. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und/oder Apotheker

Bei Kindern, Schwangeren, Kranken und Immungeschwächten gilt: Noch vor der Verwendung das ärztliche Gespräch suchen!

Arztpraxis und auch das Laborpersonal sollten über alles Bescheid wissen, was Sie außerhalb von verschriebenen Medikamenten (von allen Ihren Ärzt:innen und Heilpraktiker:innen) für Ihre Gesundheit einnehmen, egal ob es sich um Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen oder z.B. Eisen angereicherte Lebensmittel (wie Säfte) oder frei verkäufliche Medikamente handelt, und egal, von wem sie Ihnen empfohlen wurden. Nur dann können Mediziner:innen Ihre Laborwerte richtig einschätzen, den Überblick behalten und dafür sorgen, dass es Ihnen gut geht. Wenn Sie nicht gefragt werden, sprechen Sie das Thema bitte von sich aus an. Damit Sie den Überblick über alle Produkte behalten, gibt es unser Formular zum Download. Bei Fragen zu Wechselwirkungen hilft man Ihnen auch in der Apotheke weiter.

Wichtig: Die Einnahme von Biotin verfälscht Labortests z.B. von Herzinfarkt-Biomarkern, Schilddrüsen- und Sexualhormonen. Bitte unbedingt mitteilen, wenn Sie Biotin (Vitamin H) nehmen.
 

Links auf Informationen in einfacher Sprache oder in anderen Sprachen sowie verschiedene (teilweise barrierefreie) Infobroschüren finden Sie in unserem Downloadcenter.

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