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So bleibt Ihr Vermögen im Rentenalter erhalten

Stand:
Der Bausparvertrag ist fällig, eine Lebensversicherung wird ausgezahlt, der Arbeitgeber zahlt eine Abfindung für einen vorgezogenen Ruhestand. Es gibt verschiedene Optionen, Geld auch im Ruhestand bedarfsgerecht anzulegen. Doch Vorsicht: Was Banken und Finanzberater anbieten, ist oft unnötig, riskant und nicht einmal besonders rentabel.
Ein Mann füllt ein Glas mit Münzen. Neben ihm sind Münzen, die kleine Säulen bilden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit einer Bestandsaufnahme verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Geldanlagen.
  • Klären Sie Ihren Bedarf und legen Sie fest, wie viel Geld Sie wirklich jederzeit zur Verfügung haben müssen.
  • Misten Sie Ihre Verträge aus, so dass sie perfekt zu Ihrem Bedarf passen.
  • Streuen Sie Ihr Geld über verschiedene Anlageklassen mit kostengünstigen Produkten.
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Viele Banken und Sparkassen geben die gestiegenen Leitzinsen immer noch nicht an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Wenn die Zinssätze deutlich geringer sind als die Inflationsrate, verliert das Vermögen aber an Kaufkraft. Die offizielle Inflationsrate ist zuletzt deutlich gesunken und lag im Mai 2024 bei rund 2,1 Prozent. Im Preismonitor des Statistischen Bundesamtes sehen Sie, wie sich die Preise für bestimmte Waren und Dienstleistungen entwickelt haben.

Damit Ihr Vermögen auch im Ruhestand nicht an Wert verliert, braucht es eine Strategie. Die folgenden 3 Schritte geben Ihnen hier eine Hilfestellung.

Schritt 1: Bestandsaufnahme – welche Anlagen habe ich schon?

Wie haben Sie ist Ihr Geld aktuell angelegt? Bilden Sie gedanklich vier Stapel, die für die verschiedenen Vermögens- oder Anlageklassen stehen. Ordnen Sie die Verträge zu.

  1. Auf den ersten Stapel legen Sie Einlagen, alle möglichen Zinspapiere inklusive Rentenfonds, Bausparguthaben, klassische Lebens- und Rentenversicherungen. Die Verzinsung hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Bei Bundeswertpapieren, Anleihen-ETFs und Rentenfonds hängt die Rendite nicht nur vom Zins ab, sondern auch von Kursänderungen. Auf diesem Stapel liegen die eher sicherheitsorientierten Anlagen mit bescheidenen Zinsen.
  2. Auf den zweiten Stapel legen Sie Verträge, mit denen Sie direkt oder indirekt am Aktienmarkt anlegen. Das können einzelne Aktien sein, Aktienfonds und ETFs sowie Versicherungen mit Aktienfonds (fondsgebundene Rentenversicherung). Hier bekommen Sie keine Zinsen ausgezahlt, sondern je nach Unternehmensgewinn Dividenden. Daher spielt der aktuelle Zins keine direkte Rolle. Im Rückblick waren die Erträge von Aktien im Durchschnitt um 3 bis 4 Prozentpunkte pro Jahr höher als die Erträge aus sicheren Zinspapieren - allerdings ohne Berücksichtigung von Kosten.
  3. Den dritten Stapel bildet Immobilienvermögen. Dieser enthält neben dem Eigenheim auch vermietete Immobilien oder Immobilienfonds. Deren Erträge lagen im langfristigen Rückblick meist etwas über den Erträgen von sicheren Zinspapieren, aber unter den Erträgen der Aktienmärkte.
  4. Auf den vierten Stapel schließlich kommen Geldanlagen in Rohstoffe, also etwa Gold- und Silbermünzen.

Damit haben Sie den Vermögensbestand grob den verschiedenen Anlageklassen mit den jeweils unterschiedlichen Risiken und Chancen zugeordnet.

Notieren Sie dann, wie hoch die jährlichen Kosten für alle Produkte sind, etwa bei Lebensversicherungen und Investmentfonds. Dort fallen Kosten für Abschluss und Verwaltung an, die die möglichen Erträge jährlich oft um anderthalb bis 3 Prozent reduzieren. Außerdem wichtig zu klären: Wie lange laufen die Verträge noch?

Schritt 2: Bedarf klären – was brauche ich noch?

Nachdem Sie Ihr Vermögen grob sortiert haben, richtet sich nun der Blick auf Ihren Bedarf in der Zukunft. Spielen Sie verschiedene Szenarien durch und stellen Sie sich folgenden Fragen:

  1. Welchen Geldbetrag muss ich jederzeit verfügbar haben? Stehen notwendige Anschaffungen an oder eventuelle Gesundheitskosten? Dafür käme ein Tagesgeldkonto in Frage.
  2. Welchen Teil des Vermögens benötige ich vorerst nicht, weil es noch keinen Bedarf gibt, will ihn aber im Bedarfsfall verfügbar haben? Viele denken dabei an eventuelle Kosten für Pflege oder Pflegeheim. Hierfür kommen ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto mit einer passenden Laufzeit in Frage.
  3. Soll mein Geld im Todesfall vererbt werden oder spielt das keine Rolle? Bei einigen Versicerungen erhalten die Erben im Todesfall eine geringere Leistung als bei anderen Produkten.
  4. Wie viel Wertschwankungsrisiko für mein Vermögen kann und will ich eingehen für die Chance auf eine höhere Rendite? Je nach Risikobereitschaft und Flexibilitätswunsch käme dann eine Mischung aus Festgeldern, Rentenfonds und Aktienfonds in Frage, am besten günstige ETFs.
  5. Sind Sie auf ein monatliches Zusatzeinkommen angewiesen? Soll es garantiert lebenslang bezahlt werden? Oder für einen bestimmten Zeitraum? Für diesen Bedarf eignen sich Bank- oder Fondsauszahlpläne sowie private Rentenversicherungen oder eine Einzahlung in die gesetzliche Rente. Wie Sie eine Rente aus einer Geldanlage beziehen, lesen Sie hierzu in diesem Beitrag.

Beachten Sie: Auch die Kosten für Finanzprodukte, in die Sie investiert haben, können Ihr Vermögen im Alter drücken. Haben Sie Ihr Geld Anlageberatern und Vermögensverwaltern anvertraut, müssen Sie damit rechnen, dass die Entgelte der empfohlenen Produkte mindestens anderthalb bis 2 Prozent des Vermögens pro Jahr bzw. auf Dauer die Hälfte der Erträge auffressen.

Schritt 3: Verträge ausmisten und ergänzen – stimmt meine Anlagenmischung?

Wenn Sie wissen, wo Sie mit Ihrem Vermögen stehen und wo Sie hinwollen, dann sollten Sie im letzten Schritt bestehende Verträge ausmisten oder, wo nötig, ergänzen. Stellen Sie sicher, dass die Risiken auf die verschiedenen Vermögensklassen gestreut sind, für die Sie in der Bestandsaufnahme Stapel angelegt haben.

Sie erreichen eine erste gute Streuung, indem Sie das Geld nicht nur in die klassischen Zinspapiere und Einlagen anlegen, sondern zum Teil auch in weltweite Aktien. Kostengünstig geht dies etwa mit ETFs (Indexfonds), welche den Aktienindex MSCI All Country World oder den FTSE All-World Index mit rund 3.000 bis 4.000 Aktien aus knapp 50 Ländern abbilden. Ein so breit gestreuter Aktienkorb war bislang auf lange Sicht stets die rentabelste Art, Vermögen anzulegen. Sie müssen aber bereit sein, das zwischenzeitliche Auf- und Ab an den Aktienmärkten hinnehmen und aussitzen zu können.

Auf eine Anlage in offene Immobilienfonds können Sie verzichten. Sie sind oft riskanter als sie dargestellt werden.

Goldmünzen können Sie bei Ihrer Bank kaufen. Ab einer halben Unze Gewicht sind die An- und Verkaufskosten auch überschaubar.

Bei allen Wünschen, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, bleibt eins am Wichtigsten: Sie müssen sich mit der Anlage wohlfühlen. Wenn Börsenkurse, Goldpreise und Kursrutsche für Sie Stress sind und Ihnen die Rendite dann doch nicht so wichtig ist, dann bleiben Sie einfach beim Tages- und Festgeld. Einen Kursrutsch bei Aktien von 50 Prozent kann man nämlich nie ausschließen.

Weitere Informationen zur historischen realen Rendite von Aktien und Festgeld im Vergleich finden Sie auf dieser Website und in unserem Ratgeber Geldanlage.

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