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Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) startet später

Stand:
Gesetzlich Versicherte sollten eigentlich keinen "gelben Schein" mehr an ihre Krankenkasse schicken müssen. Das sollte von den Praxen digital übernommen werden. Doch der offizielle Start wurde verschoben. Fragen Sie in Ihrer Praxis nach, wie sie es handhabt!
Frau hält Smartphone mit Arbeitsunfähigkeitsschein in der Hand

Das Wichtigste in Kürze:

  • Krankschreibungen werden künftig von den Arztpraxen digital an die Krankenkassen übermittelt.
  • Weil aber noch nicht alle Praxen die nötige Technik haben, wurde der offizielle Start verschoben.
  • Fragen Sie also nach, ob Ihre Praxis über die notwendige Technik verfügt.
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Die Krankschreibung für gesetzlich Versicherte wird digital: Arztpraxen übermitteln zukünftig die Bescheinigungen über eine Arbeitsunfähigkeit (AU) online an die Krankenkassen. Verpflichtet dazu sollten die Praxen ursprünglich schon seit dem 1. Oktober 2021 sein. Dieser Termin wurde zunächst auf den 1. Januar 2022 verschoben, jedoch auch nicht gehalten.

Laut Bundesgesundheitsministerium werden derzeit (März 2022) gut 20 Prozent der Bescheinigungen elektronisch von den Praxen an die Kassen übertragen. Das geschieht über die so genannte Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen. Fragen Sie unbedingt in Ihrer Praxis nach, wie sie es handhabt! Druckt sie den "gelben Schein" auf Papier, müssen Sie ihn selbst an Ihre Krankenkasse schicken.

Vorlagepflicht bei der Krankenkasse

Nach Angaben des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen werden jährlich rund 77 Millionen Arbeitsunfähigkeiten festgestellt. Gesetzlich Versicherte haben die Pflicht, ihrer Krankenkasse die Krankschreibung rechtzeitig zu melden, um nicht später einen möglichen Krankengeldanspruch zu verlieren. Damit Ihnen keine Nachteile entstehen, sollten Sie bis zur vollständigen Digitalisierung sicherheitshalber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) immer an Ihre Kasse schicken. Zwar gibt es ein erstes Urteil dazu, dass die verspätete Umsetzung der elektronischen AU nicht zu Lasten der Versicherten gehen kann. Diese Entscheidung ist aber noch nicht rechtskräftig.

Gleicher Zeitplan fürs elektronische Rezept

Auch Rezepte sollten schon vorwiegend digital ausgestellt werden – dafür fehlt in vielen Praxen ebenfalls die nötige Technik. Hier gilt der gleiche Zeitplan wie für die Krankschreibung. Es gibt bereits Praxen und Apotheken, in denen die digitale Übermittlung funktioniert. Das rosa Papierrezept darf bei technischen Schwierigkeiten noch bis Ende Juni 2022 ausgegeben werden.

Die eAU wurde bereits mehrfach verschoben, vor allem wegen technischer Probleme und mangelnder Ausstattung der Praxen. Nach Oktober 2021 wurde es Januar 2022, und auch dieses Datum kippte das Bundesgesundheitsministerium. Grundsätzlich sind Ärztinnen und Ärzte aber gesetzlich verpflichtet, die elektronische Krankschreibung und das eRezept samt erforderlicher Technik in ihren Praxen einzuführen. Flächendeckend soll das Angebot nun voraussichtlich ab Mitte 2022 zur Verfügung stehen. Die nächste Stufe der eAU, die digitale Weiterleitung von den Krankenkassen an die Arbeitgeber, ist vom 1. Juli 2022 auf den 1. Januar 2023 verschoben.