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Welche Folgen Identitätsdiebstahl im Internet haben kann

Stand:

Fremde missbrauchen die Identitäten von Verbrauchern in diversen Bereichen. Mithilfe der ergaunerten Daten werden im Internet kostenpflichtige Abos abgeschlossen, Nutzerkonten eingerichtet und Waren bestellt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kriminelle nutzen gestohlene Daten im Netz für allerlei Einkäufe und Verträge auf Kosten ihrer Opfer.
  • Damit es erst gar nicht dazu kommt, sind sichere Passwörter und das Erkennen von Phishing-Versuchen wichtig.
  • Wer betroffen ist, sollte schnell handeln, Strafanzeige stellen und seine Bank informieren.
eine rechte Hand macht Eingaben auf einem Laptop, die linke hält eine Kreditkarte
Im Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen fällt das Thema Identitätsdiebstahl im Internet auf.
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Die Marktwächterexperten haben sich mehr als 200 Verbraucherbeschwerden aus allen Bundesländern näher angeschaut und stellen fest: Die Fälle reichen von unberechtigt abgeschlossenen Abonnements für Video-Streaming-Dienste oder Dating-Portale über die unautorisierte Einrichtung von kostenpflichtigen Mailkonten bis hin zu im Namen der geschädigten Verbraucher getätigten Warenbestellungen über Shopping-Plattformen.

Die betroffenen Verbraucher erfahren meist erst vom Identitätsdiebstahl, wenn sie Rechnungen oder Inkasso-Schreiben erhalten oder unbekannte Abbuchungen auf ihrem Konto vorfinden. "Unsere Erkenntnisse zeigen, dass Fremde die Identitäten von Verbrauchern in sämtlichen Bereichen für verschiedene Aktivitäten im Internet missbrauchen können", sagt Sven Scharioth, Projektleiter Marktwächter Digitale Welt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Die Formen von Identitätsmissbrauch

Die Marktwächterteams in den zuständigen Schwerpunkt-Verbraucherzentralen finden in ihren Segmenten zahlreiche Beispiele für den Missbrauch von Verbraucherdaten:

  • In etlichen Fällen nutzen Unbefugte die Daten von Verbrauchern, um beispielsweise Hörbücher oder Software einzukaufen. Die erworbenen Hörbücher oder Lizenzschlüssel für Software können dann von Kriminellen weiterverkauft werden.
  • Auch kostenpflichtige Streaming-Dienste werden vielfach in fremden Namen gebucht, wie die Fälle im Frühwarnnetzwerk zeigen.
  • In anderen Fällen nutzen Unbekannte die Daten von Verbrauchern, um Abos für teure Online-Dating-Portale oder Premium-Mail-Konten abzuschließen.
  • Ebenso liegen Fälle von Abbuchungen über die Handyrechnung vor, weil Verbraucher erst ihre Handynummer an einen angeblichen Facebook-Freund weitergegeben haben, dann eine PIN auf ihr Handy erhielten, mit der sie unwissentlich eine Zahlung freigaben und diese ebenfalls ihrem angeblichen Facebook-Freund mitteilten.
  • Eine Vielzahl an Fällen bezieht sich auch auf Einkäufe bei Onlinehändlern, die im Namen der ahnungslosen Verbraucher vorgenommen werden.
  • In einigen Fällen berichten Verbraucher, dass Dritte beispielsweise ihre Payback-Punkte eingelöst oder ihre Kundenkonten auf Marktplätzen vermutlich gehackt und über ihr Profil eingekauft haben.
  • Unerwartete Vertragsabschlüsse für Mobilfunkverträge zählen ebenfalls zum Identitätsdiebstahl. Verbraucher erfuhren von dem Betrug durch Willkommensschreiben als auch Zahlungsaufforderungen der Firmen.

Persönliche Daten können unter anderem über Phishing-E-Mails oder Firmen-Datenlecks in die Hände von Kriminellen gelangen. Für Betroffene bleibt häufig unklar, wie die Täter an ihre digitalen Identitäten gelangt sind und in welchem Umfang diese nun genutzt oder weitergegeben werden.

So können Sie sich gegen Identitätsklau wehren

  • Betrüger kommen oft per Phishing zum Beispiel per E-Mail an die Daten ihrer Opfer. Seien Sie vorsichtig, wenn sensible Daten wie Passwörter, Pins, Bankverbindung oder Kreditkartennummern abgefragt werden. Wie Sie Phishing erkennen, beschreiben wir in einem separaten Beitrag.
  • Achten Sie auf sichere Passwörter. Verwenden Sie für jedes Nutzerkonto ein eigenes Passwort. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier. Ausführliche Tipps für sichere Passwörter finden Sie außerdem auf den Internetseiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.
  • Haben Kriminelle bereits Geld vom Konto überwiesen, handeln Sie schnell und zeigen Sie keine falsche Scham. Informieren Sie Ihre Bank und sperren Sie die betroffenen Konten und/oder Karten. Stellen Sie auf jeden Fall Strafanzeige bei der Polizei.
  • Lassen Sie sich bei Ihrer Verbraucherzentrale beraten. Außerdem können Sie eine Beschwerde über das Marktwächter-Portal abgeben.