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Vergleichsportale: Preissuchmaschinen richtig nutzen

Stand:

Viele Anbieter, noch mehr Tarife: Helfen sollen Vergleichsportale im Internet. So nutzen Sie sie richtig.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Um Preise vergleichen und den günstigsten Tarif finden zu können, setzt fast jeder zweite Internetnutzer auf Vergleichsportale.
  • Die Rankings auf den Preisvergleichsseiten sind jedoch manchmal nicht neutral. Sie können z.B. von Provisionszahlungen oder Geschäftsbeziehungen abhängen.
  • Nutzen Sie Vergleichsportale stets kritisch. Vergleichen Sie Angebote auf verschiedenen Seiten sowie beim Anbieter selbst.
Jemand drückt auf einer Computertastatur auf eine Taste namens "Tarife vergleichen".
On

Mit wenigen Klicks erfahren, welcher Anbieter den attraktivsten Tarif für Kredit, Versicherung, Mobilfunk, Hotel oder Stromversorgung anbietet? Genau damit werben Vergleichsportale im Internet. Innerhalb von Sekunden sollen sie das beste und billigste Angebot für Sie finden. Übersichtlich dargestellt und vermeintlich objektiv bewertet. Doch was viele nicht wissen:

  1. Preissuchmaschinen berücksichtigen für ihre Vergleiche teilweise nicht alle Anbieter und Produkte auf dem Markt. Wie gut der Markt über Preissuchmaschinen abgedeckt ist, variiert bei verschiedenen Branchen stark. Bei Strom und Gas etwa können Sie über Vergleichsportale einen guten Überblick bekommen.
  2. Vergleichsportale zeigen bestimmte Ergebnisse besonders weit oben im Ranking oder besonders hervorgehoben an, wenn die Anbieter dafür bezahlen.
  3. Voreingestellte Filter beeinflussen Ihre Suchergebnisse. Sie passen dadurch nicht immer zu Ihrem individuellen Bedarf.
  4. Preissuchmaschinen haben nicht zwangsläufig die besten Angebote. Manchmal sind Angebote dort teurer als beim Anbieter selbst. Manchmal finden Sie über Vergleichsportale aber auch bessere Preise und Vertragsbedingungen.

Wie objektiv sind Vergleichsportale?

Preisvergleichsseiten im Internet agieren wie Makler: Sie listen manchmal nur ausgewählte Unternehmen und kassieren für jeden vermittelten Vertragsabschluss eine Provision. Die Plattformen sind also teilweise weder neutral, noch handeln sie uneigennützig.
Angezeigt werden nämlich oftmals nur diejenigen Angebote, mit deren Anbietern das Vergleichsportal einen entsprechenden Vertrag hierfür geschlossen hat. Einige Preissuchmaschinen recherchieren aber auch selbst zu Angeboten und entsprechenden Tarifen.

Tücken bei Preissuchmaschinen

Egal, ob auf der Suche nach dem günstigsten Strom-Anbieter, dem passenden Versicherungstarif oder dem besten Hotel – rund jeder zweite Internetnutzer hat schon einmal Angebote über ein Vergleichsportal verglichen. So das Ergebnis einer forsa-Umfrage aus dem Jahr 2017, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Auftrag gab. Die Hoffnung der Nutzer: über das Vergleichsportal das beste und günstigste Angebot finden.
Doch genau hier lauern auch die Risiken bei Preissuchmaschinen. Denn abgesehen davon, dass sie nicht den gesamten Markt abbilden, muss der günstigste Preis auch nicht dauerhaft die günstigste Lösung für Sie sein.

Ein Beispiel: Bei der Suche nach dem besten Stromtarif, belegt Tarif A den obersten Platz. Er ist durch einen Bonus zu Vertragsbeginn zunächst besonders günstig. obersten Platz. Er ist durch einen Bonus zu Vertragsbeginn zunächst besonders günstig. Im 2. Vertragsjahr wird eben dieser Tarif aber sehr viel teurer. Der günstige Preis, der das Angebot auf Platz 1 im Preisvergleich gebracht hat, gilt nur für das 1. Vertragsjahr. Entscheidend sind für Sie aber stets die Kosten für die gesamte Vertragsdauer. Denn vergessen Sie den Vertrag vor dem Ablauf der Vertragsdauer (in der Regel 12 Monate) zu kündigen, zahlen Sie drauf.

Preissuchmaschinen: So nutzen Sie Vergleichsportale richtig

  • Grundsätzlich: Seien Sie kritisch. Machen Sie sich bewusst, dass Preissuchmaschinen Ihnen manchmal keinen umfassenden Marktüberblick geben. Sie berücksichtigen – je nach Branche nicht immer alle Anbieter. Ein positives Beispiel sind Vergleichsportale für Strom- und Gasanbieter. Hier erhalten Sie über Preissuchmaschinen meist einen guten Marktüberblick.

  • Nutzen Sie verschiedene Vergleichsportale, um sich über Anbieter und Tarife zu informieren, bevor Sie sich für ein Angebot entscheiden. Es kann durchaus Unterschiede zwischen verschiedenen Vergleichsportalen geben. Sie berücksichtigen im Ranking möglicherweise verschiedene Tarife eines Anbieters. 

  • Vergleichen Sie Angebote und Preise und Vertragsbedingungen auf der Seite des Anbieters selbst. Es kann manchmal günstiger sein, einen Vertrag direkt mit dem Anbieter abzuschließen als über das Vergleichsportal – und andersherum. Zudem können verschiedene Vertragsbedingungen gelten. Schauen Sie auch in das Kleingedruckte der Anbieter. Zum Beispiel, um vor Vertragsabschluss über Ihre Widerrufs- und Reklamationsmöglichkeiten und Bedingungen für die Bonuszahlung Bescheid zu wissen. Prüfen Sie zudem, ob und unter welchen Bedingungen das Vergleichsportal selbst Leistungen wie z.B. einen Bonus anbietet. 

  • Achten Sie auf Voreinstellungen bei Vergleichsportalen. Diese können zu einem verbraucherunfreundlichen Ranking führen und Ihre Suchergebnisse unnötig einschränken.
    Achten Sie zum Beispiel darauf, dass nicht nur Tarife angezeigt werden, zu denen Nutzer direkt über das Vergleichsportal gelangen können.

  • Überprüfen Sie die Einstellung zur Einpreisung von Boni. Nur so können Sie die tatsächlichen Jahreskosten vergleichen. 
    Entscheiden Sie sich für ein Angebot, weil es im ersten Vertragsjahr durch einen Bonus günstiger ist, kann Ihnen im zweiten Vertragsjahr eine teure Überraschung drohen. Insbesondere Strom- und Gasversorger bieten solche Verträge oft an.

  • Bedenken Sie außerdem, dass das Unternehmen Ihnen den Bonus auch tatsächlich auszahlen muss. In der Vergangenheit haben Unternehmen versprochene Boni gar nicht ausgezahlt. Kunden mussten ihrem Geld hinterher laufen. An die Vergleichsportale können Sie sich für die Auszahlung der Boni nur wenden, wenn diese ausdrücklich dafür einstehen. Vergleichen Sie die Suchergebnisse zu den Angeboten mit Boni auch mit den Suchergebnissen zu den Angeboten ohne Bonuszahlungen. So können Sie die Angebote besser vergleichen.

  • Verwechseln Sie Vergleichsergebnisse bei Preissuchmaschinen nicht mit bezahlten Anzeigen. Überprüfen Sie stets, ob Suchergebnisse mit – meist nur unauffälligen – Zusätzen wie „Gesponsert“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet sind.

Günstigen Strom- oder Gastarif finden

Sie wollen Ihren Stromanbieter wechseln? Hier erklären wir, worauf Sie speziell bei Tarifen für Strom und Gas achten sollten, damit das Suchergebnis Ihren Wünschen entspricht. Hierbei unterstützt Sie auch unsere Checkliste zum Energie-Anbieterwechsel. Hier können Sie es kostenlos herunterladen.

Bei der Auswahl des richtigen Stromanbieters beraten Sie auch die unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentralen. Eine Beratung ist in Ihrer Beratungsstelle der Verbraucherzentralen oder auch bei Ihnen zuhause möglich.

Vergleichsportale müssen transparenter werden

Damit Sie Vergleichs- und Buchungsportalen vertrauen können, fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verbesserte, gesetzliche Rahmenbedingungen. So sollten etwa Provisionen oder Zahlungen der Anbieter keinen Einfluss auf die Reihenfolge des Rankings oder die Darstellung der Produkte in der Ergebnisanzeige haben. Diese Forderungen an Buchungs- und Vergleichsportale können Sie hier nachlesen.