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Kleine Blockheizkraftwerke: Die Heizung, die auch Strom liefert

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Energievorräte werden knapper, Energiepreise steigen und der wachsende Hunger nach Energie hat problematische Folgen für Klima und Umwelt. Neue effiziente Techniken müssen her. Zum Beispiel eine Technik, die es ermöglicht, Strom selbst zu erzeugen und die dabei anfallende Abwärme ebenfalls zu verwerten: Genau das können Blockheizkraftwerke (BHKW).

Wie arbeiten Blockheizkraftwerke?

Blockheizkraftwerke wandeln gasförmige, flüssige oder feste Energieträger wie zum Beispiel Gas, Öl oder Holz in Strom und Wärme um. Dieses Prinzip wird daher auch als Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bezeichnet. Zum Vergleich: Üblicherweise bleibt die bei der Stromerzeugung in Kraftwerken anfallende Abwärme ungenutzt. Nur durchschnittlich 40 % der eingesetzten Energie stecken später im Strom. Zudem muss der Strom transportiert werden, wodurch weitere Verluste von ca. 3 bis 6 % entstehen. In einem BHKW wird der Strom verbrauchsnah erzeugt, so dass auch die Abwärme genutzt werden kann. Auf diese Weise können bis zu 95 % der eingesetzten Energie in Form von Strom und Wärme genutzt werden.

Ein weiterer Vorteil: Gleichzeitig wird ein erheblicher Anteil der bei konventioneller Erzeugung anfallenden CO2-Menge vermieden. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht: Um 90 Einheiten Strom und Wärme nutzen zu können, muss man bei einem BHKW 100 Einheiten Energie einsetzen, hier gibt es lediglich zehn Einheiten Verluste. Bei der konventionellen Energieerzeugung ist mit höheren Verlusten zu rechnen. Um ebenfalls 90 Einheiten Strom und Wärme zu nutzen, muss man bei getrennter Erzeugung von Wärme und Strom 147 Einheiten Energie einsetzen. Im Vergleich beträgt die Einsparung 32 %.

Auf den ersten Blick scheint die Anschaffung eines BHKWs lukrativ, doch damit sich ein BHKW lohnt, muss ein Gebäude einen möglichst ganzjährigen Wärmebedarf haben. Dies haben beispielsweise Krankenhäuser, Hotels, Schwimmbäder oder auch größere Wohngebäuden. Unter günstigen Rahmenbedingungen kann ein BHKW auch für kleinere Mehrfamilienhäuser und Reihenhauszeilen wirtschaftlich sein, zum Beispiel dann, wenn die Warmwasserbereitung zentral über einen Speicher erfolgt. Damit sich ein BHKW rechnet, müssen die Bedingungen vor Ort daher genau geprüft werden.


Welche Geräte gibt es und wie funktionieren sie?

Ein Motor treibt einen Stromgenerator an, der mit dem Hausnetz verbundenen ist. Die dabei entstehende Motor- und Abgaswärme wird über Wärmetauscher für Heizung und Warmwasserbereitung genutzt. Ein Wärmespeicher sorgt dafür, dass der Motor bei niedrigem Wärmebedarf nicht ständig anspringen muss. Der vom Generator erzeugte Strom deckt einen Teil des eigenen Strombedarfs. Zusätzlich anfallende Stromüberschüsse werden gegen eine Vergütung ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Hinweis: Sehr kleine BHKW, die zudem deutlich mehr Wärme als Strom erzeugen, werden häufig auch als "Stromerzeugende Heizungen" bezeichnet.

Momentan gibt es auf dem Markt unterschiedliche BHKW-Technologien:

  • Otto- oder Dieselmotor
    In kleinen BHKW werden überwiegend die aus dem Kfz-Bereich bekannten Verbrennungsmotortypen (Otto- und Dieselmotoren) eingesetzt. Diese beiden Motortypen erlauben den Einsatz fast aller flüssigen und gasförmigen Brennstoffe. Am häufigsten kommen gasbetriebene Ottomotoren zum Einsatz. Diese Anlagen sind Stand der Technik.
  • Stirlingmotor
    In BHKWs werden immer häufiger Stirling-Motoren eingesetzt. Sie nutzen das lang bekannte Prinzip der "externen Verbrennung": Als Wärmequelle dient hierbei eine außerhalb des Arbeitszylinders angeordnete Brennkammer. Diese erhitzt ein Arbeitsgas, etwa Helium, das sich in einem geschlossenen Arbeitszylinder befindet. In einen so genannten Regenerator wird das Gas wieder abgekühlt. Durch das wechselseitige Abkühlen und Erwärmen kann über eine Welle ein Generator angetrieben und so Strom erzeugt werden.
    Besonderer Vorteil dieses Motortyps ist, dass grundsätzlich flüssige, gasförmige und feste Brennstoffe (etwa Holzpellets) eingesetzt werden können. Bisher gibt es jedoch wenig Betriebserfahrung mit BHKWs, die Stirlingmotoren nutzen, um Strom zu erzeugen.
  • Brennstoffzelle
    Die Brennstoffzelle weicht von dem oben dargestellten Funktionsprinzip ab. Sie ist vom grundlegenden Funktionsprinzip eher mit einem Stromspeicher zu vergleichen. Aber im Gegensatz zu Stromspeichern werden der Brennstoffzelle Brennstoffe wie Erdgas, Wasserstoff oder Methanol von außen zugeführt. Sie wandelt die in diesen Stoffen gebundene chemische Energie größtenteils direkt in elektrische Energie (Strom) um. Daneben entsteht als Nebenprodukt Wärme. In Brennstoffzellen gibt es anders als in Verbrennungsmotoren keine beweglichen Teile. Die ersten Brennstoffzellen-BHKW sind auf dem Markt verfügbar.


Der Markt für kleine Blockheizkraftwerke entwickelt sich rasch. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt regelmäßig eine Liste von Geräten heraus, die vom BAFA geprüft sind und im vereinfachten Verfahren zugelassen werden.


Wie wirtschaftlich ist ein BHKW?

Damit sich der Einsatz für den Betreiber dennoch wirtschaftlich lohnt, muss eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein. Die wichtigsten werden nachfolgend erläutert. Eine sinnvolle Entscheidung setzt immer eine ausreichend genaue Analyse des Wärme- und Strombedarfs und die Berücksichtigung aller Kosten und Erlöse im Einzelfall voraus. Eine fachkundige Beratung ist deshalb unbedingt erforderlich. Diese können Sie zum Beispiel bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale, von einem Fachplaner oder auch von einem Heizungsbauer erhalten.

1. Wie hoch sind die Anschaffungskosten?

Die Anschaffungskosten für BHKWs variieren stark, vor allem in Abhängigkeit von der verwendeten Technik und der Leistungsstärke. Die Installation eines kleinen BHKWs oder einer "Stromerzeugenden Heizung" erfordert Investitionen ab ca. 25.000 Euro.

2. Welche zusätzlichen Komponenten werden benötigt?

Zur Deckung der Spitzenlast wird ein Heizkessel benötigt. Dieser Spitzenlastkessel kann bei kleineren BHKW auch im Gerät integriert sein. Wichtig ist außerdem ein Wärmespeicher als Puffer. Dieser Pufferspeicher verhindert bei zu geringer Wärmeabnahme des Gebäudes (zum Beispiel im Sommer) häufiges Ein- und Ausschalten und verlängert dadurch die Lebensdauer des BHKW.

3. Wie groß sollte die Leistung des BHKW sein?

Wichtig für die Auslegung des BHKWs ist eine hohe jährliche Laufzeit, damit durch die hohe Anzahl an Betriebsstunden genug Stromerlöse erwirtschaftet werden können. In dieser Zeit muss die erzeugte Wärme für Heizung und Warmwasser im Haus abgenommen und genutzt werden können. Allerdings besteht im Sommer im Vergleich zum Winter ein geringer Wärmebedarf. Um dennoch eine hohe Laufzeit zu erzielen, wird das BHKW häufig so ausgelegt, dass es nur einen Teil der Spitzenwärmeleistung abdecken muss. Als Faustformel gilt, dass die thermische Leistung des BHKW zehn bis dreißig Prozent der benötigten Spitzenwärmeleistung betragen sollte. Zudem ist für die Nutzung der Wärme eine zentrale Warmwasserversorgung im Gebäude eine wichtige Voraussetzung. Bei hohem Wärmebedarf wird der Spitzenlastkessel zugeschaltet.

Die obige Grafik verdeutlicht den Zusammenhang von Wärmebedarf und Laufzeit des BHKW. In diesem Beispiel übernimmt das BHKW mit 6 kW thermischer Leistung 30 Prozent der maximalen Heizlast des Gebäudes und deckt damit circa 75 Prozent des jährlichen Energie­bedarfs für Heizung und Warmwasser. So ausgelegt erreicht das BHKW 5.000 Betriebsstunden im Jahr - ein für die Wirtschaftlichkeit guter Wert. Die benötigte Restleistung übernimmt der Spitzenlastkessel (siehe linker oberer Bereich der Wärmebedarfskurve).

4. Welchen Einfluss hat eine nachträgliche Wärmedämmung des Gebäudes?

Da die Nutzung der vom BHKW erzeugten Wärme wesentliche Voraussetzung für eine gute Wirtschaftlichkeit ist, beeinflusst eine nachträgliche Wärmedämmung des Gebäudes die Betriebsergebnisse ganz entscheidend. Wenn weniger Heizenergie benötigt wird, verringern sich die Laufzeiten des BHKWs und damit die erzeugte Strommenge und der Stromerlös. Daher sollten bei der Auslegung des BHKWs geplante Wärmedämm-Maßnahmen berücksichtigt werden.

5. Wie hoch sind die Wartungskosten?

Neben Anschaffungskosten und Kosten für den Energieträger fallen für das BHKW auch Wartungskosten an. Empfehlenswert ist der Abschluss eines Vollwartungs­vertrages, bei dem der Anbieter die durchgehende Betriebsbereitschaft des BHKWs sicherstellt. Für einen Vollwartungsvertrag ergeben sich für ein typisches Klein-BHKW mit einer elektrischen Leistung von fünf Kilowatt (kW) und einer Laufzeit von 5.000 Stunden (in etwa der Verbrauch eines Mehrfamilienhauses) Wartungskosten von circa. 900 bis 1.000 Euro im Jahr.

6. Wie sind hohe Erlöse aus der Stromerzeugung zu erzielen?

Die Anschaffungs- und Wartungskosten müssen mit dem erzeugten Strom "verdient" werden. Damit sich die Anschaffung eines Blockheizkraftwerks wirklich lohnt, muss es möglichst viele Stunden über das Jahr hinweg in Betrieb sein. Für Mikro- und Mini-BHKWs gibt es einen Erfahrungswert: Hier sollten in der Regel mindestens 5.000 Betriebsstunden pro Jahr, in denen sie voll ausgelastet laufen, erreicht werden (ein Jahr hat 8.760 Stunden). Am günstigsten ist es, einen großen Anteil des hierbei erzeugten Stroms im Gebäude selbst zu nutzen.

7. Welche Rolle spielt der Stromverbrauch?

In der Regel wird ein BHKW im Wohngebäude so betrieben, dass es nur läuft, wenn Wärme nachgefragt wird (wärmegeführte Betriebsweise). Der dabei erzeugte Strom kann im Haus genutzt und überschüssige Anteile können ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Je präziser der zeitliche Verlauf des Wärme- und Strombedarfs ermittelt wird, desto genauer kann die Energiebilanz und somit die Wirtschaftlichkeit der Anlage abgeschätzt werden.

8. Erstattung der Energiesteuer

Die Energiesteuer, die über die Brennstoffe wie Heizöl oder Gas zum Betrieb des BHKW gezahlt wurde, lässt sich innerhalb des Abschreibezeitraums (10 Jahre) vollständig, danach teilweise rückerstatten. Nach dem aktuell gültigen Gesetz wird für Heizöl ein Betrag von 6,135 Cent pro Liter erstattet, für Erdgas werden 0,55 Cent pro Kilowattstunde erstattet. Bei Flüssiggas sind es 6,06 Cent pro Kilogramm. Details zum Verfahren sind im Abschnitt "Zulassung, Anmeldung, Betrieb" erklärt.

9. Förderung von BHKWs

Im Rahmen von Förderprogrammen von Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgungsunternehmen können BHKWs gefördert werden. Das Bundesumweltministerium fördert die Neuerrichtung von KWK-Anlagen bis 20 kWel in Gebäuden. Welche Anforderungen dazu erfüllt werden müssen, können Sie der Richtlinie des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) entnehmen.

Die Höhe des Basis-Zuschusses richtet sich nach der elektrischen Leistung der Anlage und berechnet sich wie folgt
> 0 - 1 kWel 1.900 EUR
> 1 - 4 kWel 1.900 EUR + 300 EUR jedes weitere kWel
> 4 - 10 kWel 2.800 EUR für die ersten 4 kWel + 100 EUR jedes weitere kWel
> 10 - 20 kWel 3.400 EUR für die ersten 10 kWel + 10 EUR je kWel


Ein Beispiel: Für BHKW mit 5 kWel bekommen Antragsteller eine Förderung (Basiszuschuss) von insgesamt 2.900 Euro (Sockelbetrag für die ersten vier Kilowatt) und 1 x 300 Euro für das weitere kWel.

Zusätzlich zum Basis-Zuschuss werden Boni vergeben:

  • Wärmeeffizienzbonus

Wird für Mini-KWK-Anlagen gewährt, die mit einem (zweiten) Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung ausgestattet sind und die einen hydraulischen Abgleich durchführen. Der Wärmeeffizienzbonus beträgt 25 Prozent der Basisförderung.

  • Stromeffizienzbonus
    Wird für BHKWs mit besonders hohem elektrischem Wirkungsgrad gewährt. BHKWs, die dieses Kriterium erfüllen, bekommen zusätzlich 60 Prozent der Basisförderung.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat eine Liste der förderfähigen BHKWs erstellt, die für jedes BHKW-Modell den möglichen Förderbetrag ausweist. Viele der gelisteten BHKW-Modelle verfügen bereits über einen Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung oder sind nachrüstbar und werden mit dem Wärmeeffizienzbonus gefördert. Den Stromeffizienzbonus gibt es derzeit jedoch aufgrund der Anforderungen nur für Geräte mit Brennstoffzellen.

Die Bafa-Förderung vom Bund kann in dem oben genannten Beispiel mit anderen Förderprogrammen bis zum Zweifachen ihrer Fördersumme kombiniert werden - das sind also maximal 2 x 2.800 Euro.

Viele Energieversorgungsunternehmen bieten ebenfalls eine Förderung an. Fragen Sie einfach mal nach! Neben der Förderung bestehen Vergütungsmöglichkeiten für den erzeugten Strom.

10. Hilfe bei der Entscheidung

Eine überschlägige Abschätzung, wie sich die Wirtschaftlichkeit eines BHKW im Vergleich zu anderen Heizsystemen darstellt, ermöglicht unser Heizsystemvergleich. Hilfe bei der Prüfung, ob sich Ihr Gebäude für den Einsatz von BHKW eignet und zur Bewertung von Angeboten finden sie hier und bei der Energieberatung der Verbraucherzentralen.


Zulassung, Anmeldung, Betrieb

Welche Geräte Sie wann, wo und wie anmelden müssen, erfahren Sie in einer kurzen Zusammenfassung. Je nach Größe des Blockheizkraftwerkes gibt es verschiedene Anmeldeverfahren. Wir sagen Ihnen, wie und wo Sie Zulassungen und Anmeldungen einreichen müssen:

Speist ein BHKW Strom in das öffentliche Stromnetz ein, wird dieser Strom nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-Gesetz, hier im kompletten Wortlaut) mit einem Zuschlag gefördert, der vom Netzbetreiber ausgezahlt wird. Seit 2009 wird auch der selbst genutzte BHKW-Strom mit dieser Förderung belohnt. Um den gesetzlichen Zuschlag für den Strom zu erhalten, muss die Anlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugelassen worden sein. Für die Beantragung dieser Zulassung gibt es je nach Anlagengröße verschiedene Vorgehensweisen.

1. Vereinfachte Zulassung von kleineren BHKW (einmalig)

Für serienmäßig hergestellte BHKW mit einer elektrischen Leistung bis 50 kWel , die ab dem 19 Juli 2012 erstmals in Dauerbetrieb genommen wurden und für Anlagen bis 10 kWel, die im Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 18. Juli 2012 erstmals in Dauerbetrieb genommen wurden, gilt ein vereinfachtes Verfahren, wenn das BHKW (beim BAFA als KWK-Anlage bezeichnet) in der aktuellen BAFA-Liste aufgeführt ist und die darin genannten Voraussetzungen erfüllt:

  • Die Anlage ist fabrikneu.
  • Am Standort der KWK-Anlage ist kein Nah- oder Fernwärmenetz vorhanden.
  • Die KWK-Anlage wird nur an diesem Standort betrieben.
  • Am Standort der KWK-Anlage darf keine andere KWK-Anlage ab dem 1. Januar 2009 innerhalb von zwölf aufeinander folgenden Kalendermonaten in Dauerbetrieb genommen worden sein.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, so genügt es, die Anlage beim BAFA anzuzeigen. Das kann ausschließlich auf elektronischem Weg erfolgen. Zur Auszahlung des KWK-Zuschlags muss dem Betreiber des Stromnetzes lediglich die Kopie der Anzeige beim BAFA vorgelegt werden.

2. Zulassung von BHKW-Anlagen, die nicht gelistet sind (einmalig)

Für BHKW, die nicht in der BAFA-Liste aufgeführt oder die zum Beispiel nicht fabrikneu sind, muss ein Antrag auf Zulassung in Papierform zusammen mit dem Datenblatt des Herstellers und dem Protokoll der Inbetriebnahme eingereicht werden.

3. Zulassung von modernisierten BHKW

Auch BHKW, bei denen für die Effizienz maßgebliche Komponenten erneuert werden, können über das BAFA zugelassen werden - aber nur, wenn die Kosten für die Erneuerung mindestens ein Viertel der Kosten einer vergleichbaren Neuanlage ausmachen. Beim BAFA erhalten Sie dazu das entsprechende Antragsformular.

4. Anmeldung des BHKW zum Anschluss an das örtliche Stromnetz (einmalig)

Das BHKW muss beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden. Außerdem muss mit dem Unternehmen sowohl ein Vertrag für den Netzanschluss als auch für die Anschlussnutzung abgeschlossen werden. Dies erledigt in der Regel der Installateur.

Der Netzbetreiber benötigt für die Auszahlung der Zuschüsse nach KWK-Gesetz eine Kopie der Zulassung der Anlage durch das BAFA. Darüber hinaus muss ein Vertrag über den erzeugten Strom mit dem örtlichen Netzbetreiber abgeschlossen werden.

5. Jahresmitteilungen an das BAFA (jährlich)

Bis vor kurzem mussten alle BHKW-Betreiber die eingespeiste und selbst verbrauchte Strommenge jährlich an das BAFA melden. Auch die Brennstoffart und die jährlich benötigte Brennstoffmenge sollten angegeben werden. Die Meldung für das abgelaufene Kalenderjahr musste bis zum 31. März des Folgejahres erfolgen.

Neuerdings verzichtet das BAFA für BHKW mit einer elektrischen Leistung bis 50 kW auf alle Jahresmitteilungen. Bei Anlagen mit einer elektrischen Leistung über 50 kW muss das BAFA weiterhin jährlich über die eingespeiste KWK-Strommenge in das öffentliche Netz informiert werden.

6. Antrag an das Hauptzollamt für die Erstattung der Energiesteuer (jährlich)

Die für den Betrieb des BHKW benötigten Brennstoffe werden mit einem ermäßigten Steuersatz besteuert. Darüber hinaus kann die vollständige Rückerstattung der Energiesteuer beantragt werden. Voraussetzung nach dem Energiesteuergesetz (EnStG) ist, dass das BHKW mindestens 70 Prozent der eingesetzten Energie in Strom und Wärme umwandelt. Nach dem aktuell gültigen Gesetz werden folgende Beträge erstattet:

Brennstoff Rückerstattung
Heizöl 6,135 Cent pro Liter
Erdgas / gasförmige Kohlenwasserstoffe 0,55 Cent pro kWh*

*kWh: Kilowattstunde, Stand 2018

Die Steuererstattung bzw. -vergütung wird durch das zuständige Hauptzollamt gewährt. Die entsprechenden Anträge für ein Kalenderjahr sind spätestens bis zum 31. März des Folgejahres einzureichen.


Einspeisevergütung und Eigenstromnutzung

Die Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerks hängt, neben dem Wärmeverbrauch, wesentlich davon ab, inwiefern sich die hohen Anschaffungskosten durch den selbst erzeugten Strom bezahlt machen. Neben der gesetzlichen Stromvergütung bietet es sich an, einen möglichst großen Teil des Stroms selbst zu nutzen, da dies in der Regel einen größeren finanziellen Vorteil bringt.

1. Vergütung des erzeugten Stroms
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, sich den erzeugten Strom vergüten zu lassen. Für eine muss sich der Betreiber am Ende entscheiden. Die beiden Möglichkeiten sind: die Vergütung nach

  • dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Gesetz), das für alle KWK-Anlagen infrage kommt, oder
  • dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Die Vergütung nach EEG ist nur möglich, wenn das BHKW mit Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung betrieben wird. Der Betreiber erhält dann eine etwas höhere Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde.

2. Vergütung nach KWK-Gesetz
Die Vergütung für eingespeisten Strom setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem so genannten "üblichen Preis", dem Zuschlag nach KWK-Gesetz und den infolge der dezentralen Erzeugung vermiedenen Netzkosten.

  • Der "übliche Preis"
    Was der eingespeiste Strom wert ist, ist Verhandlungssache mit dem Netzbetreiber. Falls kein Preis vereinbart wurde, gilt der "übliche Preis". Als "üblichen Preis" bezeichnet man den an der Leipziger Strombörse EEX erzielten durchschnittlichen Preis des Baseload-Stroms des vorangegangenen Quartals. Dieser Preis ändert sich jedes Quartal!
     
  • KWK-Zuschlag
    Nach dem KWK-Gesetz wird für jede erzeugte Kilowattstunde ein Zuschlag gezahlt, unabhängig davon, ob der Strom selbst genutzt oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Voraussetzung für die Förderung ist eine Zulassung der KWK-Anlage durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Der Zuschlag wird nur erteilt, wenn die Anlage neu ist bzw. ihre Hauptkomponenten neu sind oder wenn die Anlage modernisiert wurde. Der Zuschlag wird ab Dauer der Inbetriebnahme gezahlt, wenn der Antrag im selben Jahr gestellt wird. Wird der Antrag erst später gestellt, so wird die Vergütung rückwirkend ab dem 1. Januar des Jahres gezahlt, in dem der Antrag gestellt wurde.
    Die Höhe des Zuschlags ist abhängig von der elektrischen Leistung des BHKW und wird für Anlagen mit einer elektrischen Leistung von maximal 50 Kilowatt ab 1. Januar 8 Cent pro Kilowattstunde betragen. Dieser Zuschlag wird für 60.000 Vollbenutzungsstunden - gerechnet ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des Dauerbetriebs - vom Netzbetreiber gezahlt. Der selbst verbrauchte Strom erhält einen verringerten Zuschlag von 4 Cent pro Kilowattstunde.
    Betreiber sehr kleiner Anlagen bis zu einer elektrischen Leistung von 2 Kilowatt können sich den Zuschlag auch pauschal vorab für 60.000 Vollbenutzungsstunden auszahlen lassen. Dies entspräche einem Zuschlag von 2.400 Euro pro Kilowatt elektrische Leistung.
    • 10 Jahre oder wahlweise 30.000 Volllaststunden gezahlt, wenn die Kosten der Modernisierung mindestens 50 Prozent der Kosten für die Neuerrichtung der KWK-Anlage betragen
    • 5 Jahre oder wahlweise 15.000 Volllaststunden gezahlt, wenn die Kosten der Modernisierung mindestens 25 Prozent der Kosten für die Neuerrichtung der KWK-Anlage betragen.

3. Vergütung der vermiedenen Netzkosten
Das BHKW stellt Strom direkt am Ort bereit. Der örtliche Netzbetreiber verteilt den eingespeisten Strom weiter. Da der Strom also nicht über lange Strecken transportiert werden muss, fallen keine Kosten für die Netznutzung an. Diese "vermiedenen" Netznutzungskosten werden dem Betreiber des BHKW gutgeschrieben. Die Berechnung erfolgt gemäß der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV). Leider besteht noch keine festgesetzte Vergütung für kleine BHKW. Die einfachste Vorgehensweise besteht darin, dem Netzbetreiber die Netzkosten in Rechnung zu stellen, die der Versorger auf seiner Homepage (ggf. auf Anfrage) als vorgelagerte Netzkosten bezeichnet. In der Praxis werden 0,4 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde an vermiedenen Netznutzungsentgelten vergütet.
Die gesamte Einspeisevergütung für ein BHKW mit einer elektrischen Leistung von maximal 50 kW summiert sich dann beispielsweise auf folgenden Wert:

  Üblicher Preis 3,5 Cent pro kWh
+ KWK-Zuschlag 8 Cent pro kWh
+ Vermiedene Netzkosten 0,50 Cent pro kWh
= Einspeisevergütung 11,78 Cent pro kWh

4. Die Alternative: Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien- Gesetz (EEG)
Alternativ zur Förderung nach dem KWK-Gesetz kann auch die Strom-Vergütung nach §§ 44 bis 47 EEG in Frage kommen. Voraussetzung ist der Betrieb eines BHKW mit Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung. Die Vergütung wird 20 Jahre lang gewährt zuzüglich dem anteiligen Jahr der Inbetriebnahme. Alle Anlagen bis 500 kW erhalten die garantiere Einspeisevergütung; größere Anlagen unterliegen der Pflicht zur Direktvermarktung. Wie viel der Betreiber bekommt, richtet sich nach der Anlagenleistung. In der kleinsten Leistungsklasse beträgt die garantierte Einspeisevergütung für BHKW-Biomasseanlagen 13,66 Ct/kWh. Wird das Biogas durch die Vergärung von Bioabfällen gewonnen, beträgt die Vergütung in der kleinsten Leistungsklasse 15,26 Ct/kWh. Anlagen, die Biogas aus der Vergärung von Gülle einsetzen und deren Anlagenleistung maximal. 75 kW beträgt, bekommen eine Vergütung von 23,73 Ct/kWh.

5. Eigene Nutzung des Stroms
In der Regel ist es lohnender, den BHKW-Strom selbst zu nutzen, als ihn gegen Vergütung ins Netz einzuspeisen und selbst benötigten Strom dafür "extern" einzukaufen: Eine Kilowattstunde Strom kostet für Haushaltskunden im Schnitt 24 Cent (netto). Die Vergütung für den eingespeisten Strom, bestehend aus dem üblichen Börsenpreis und den vermiedenen Netznutzungsentgelten (VNN), ist hingegen viel geringer. Den staatlich geförderten KWK-Zuschlag erhält man unabhängig davon, ob man den Strom einspeist oder selbst nutzt. In der Beispielrechnung ergibt sich ein geldwerter Vorteil von ca. 20 Cent für jede Kilowattstunde Eigenstromnutzung gegenüber der Einspeisung ins öffentliche Netz. Um die Eigenstromnutzung weiter zu optimieren, ist in Zukunft auch die Kombination eines BHKWs mit einem Batteriespeicher denkbar. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Anschaffungskosten für einen Speicher allerdings noch sehr hoch.

Vergütung Netzeinspeisung versus Eigenstromnutzung
Beispielrechnung für Familie Mustermann in Düsseldorf
  Netzeinspeisung in Ct/kWh (netto)   Eigenstromnutzung in Ct/kWh (netto)
KWK-Zuschlag 8   4
„üblicher Preis“ (hier: KWK-Index, 3. Quartal 2013) 3,28   -
VNN (hier Netzbetreiber Düsseldorf) 0,46   -
Ersparte Strombezugskosten -   27
Summe 11,74   31
Vorteil Eigenverbrauch in Ct/kWh in diesem Beispiel   19,26  


6. EEG-Umlage bei Eigenverbrauch

Mit dem neuen EEG, das zum ersten August 2014 in Kraft getreten ist, ist bei Eigenversorgung aus KWK-Anlagen eine reduzierte EEG-Umlage auf den selbst genutzten Strom zu zahlen. Betreiber von Bestandsanlagen, die schon vor dem ersten August 2014 Strom aus der eigenen Anlage genutzt haben, müssen weiterhin keine EEG-Umlage zahlen. Ab 2017 beträgt die EEG-Umlage 40% auf den selbst genutzen Strom. Es gibt eine Ausnahme: Bei BHKWs bis zu einer elektrischen Leistung von 10 kW ist die Nutzung selbst erzeugten Stroms bis zu 10.000 Kilowattstunden von der Zahlung der EEG-Umlage ausgenommen.

Um zu verdeutlichen, welche Anlagen von dieser Regelung betroffen sein werden, haben wir ein Beispiel für Sie:

Ein BHKW mit 2kW elektrischer Leistung, das 5000 Betriebsstunden im Jahr läuft, erzeugt 10.000 kWh Strom. Nutzen die Betreiber die Hälfte des Stroms selbst, müssen sie auf die selbst genutzten 5000 kWh Strom keine EEG-Umlage zahlen. Während die Betreiber von kleineren BHWKs in Ein- und Zweifamilienhäuser also von der Ausnahmeregelung profitieren, dürfte die neue Regelung zu einer Umlagebelastung für BHKW-Betreiber in Mehrfamilienhäusern führen.


Checkliste zu BHKW

Wer sich für den Betrieb eines Blockheizkraftwerks (BHKW) interessiert, sollte zunächst durch eine Fachkraft prüfen lassen, ob sich das Wohngebäude und der anvisierte Standort überhaupt eignen. Diese Vorprüfung sollte durch qualifizierte Fachleute erfolgen. Das können zum Beispiel Energieberater der Verbraucher­zentrale, Fachplaner oder auch Heizungsbauer mit BHKW-Erfahrung sein. Um beim Fachgespräch nicht den Überblick zu verlieren, hilft eine Checkliste, deren Punkte bei einer Vorbesichtigung auf jeden Fall angesprochen werden sollten.

Stichpunkt Frage
Wärmeverbrauch Ist der Wärmeverbrauch ausreichend hoch?
Stromverbrauch Ist der Stromverbrauch ausreichend hoch?
Warmwasser Ist eine zentrale Warmwasserversorgung vorhanden?
Sanierungen Wurden anstehende Sanierungen bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit des BHKW berücksichtigt, etwa Wärmedämmung?
Aufstellungsort Gibt es einen geeigneten Aufstellort innerhalb oder außerhalb des Gebäudes? Ist dort ausreichend Platz für BHKW-Modul, Wärmespeicher, ggf. Brennstofflagerung?
Versorgungsleitungen Wie werden Versorgungsleitungen (Wasser, Gas, Strom) und Abgasleitung verlegt?
Heizungs- und Warmwasser-Leitungen Ist eine einfache Anbindung an bestehende Heiz- und Warmwasserleitungen möglich?
Messeinrichtungen Welche Messeinrichtungen (Wärmemengenzahler, Stromzähler) sind erforderlich? Wo werden sie installiert?
Bauliche Anpassungen Sind bauliche Anpassungen (etwa Türöffnungen, Treppen, Durchbrüche) erforderlich?
Schallschutz Ist ausreichender Schallschutz, auch zu Nachbargrundstücken, gewährleistet?

Fällt das Ergebnis der Vorprüfung grundsätzlich positiv aus, empfehlen wir, mehrere Angebote qualifizierter Fachbetriebe einzuholen. Bei größeren Gebäuden und Heizungsanlagen empfiehlt es sich, einen Fachplaner einzubeziehen. Adressen lassen sich mit Hilfe der Handwerkskammer oder auch des Herstellers finden.