Das Wichtigste in Kürze:
- Frei-von-Produkte (laktosefrei, glutenfrei) sind immer dann hilfreich, wenn Sie von einer Laktoseunverträglichkeit betroffen sind bzw. an einer Zöliakie leiden.
- Nicht Betroffenen bieten solche Produkte keine gesundheitlichen Vorteile.
- Frei-von-Produkte sind häufig erheblich teurer als solche ohne diese Auslobung.
Immer häufiger findet man im Handel herkömmliche Lebensmittel mit dem Hinweis "laktosefrei" oder "glutenfrei". Damit erwecken diese Produkte leicht den Eindruck, dass sie gesundheitliche Vorteile oder eine höhere Qualität bieten würden.
Vielfach verstärken weitere Texte auf der Verpackung oder auf den Internetseiten der Hersteller das noch und erwecken den Anschein, dass diese Frei-von-Lebensmittel auch für Menschen vorteilhaft sind, die Laktose (also Milchzucker) und Gluten (ein natürlicher Bestandteil vieler Getreide) gar nicht meiden müssen. Diesen angeblichen Mehrwert lassen sich viele Hersteller dann auch noch kräftig bezahlen.
Manche Produkte sind von Natur aus laktosefrei – nämlich alle, die gar keine Milch enthalten bzw. in den der Milchzucker im Laufe der Reifung abgebaut wurde, z. B. Hartkäse oder Joghurt.
Gleiches gilt für Gluten. In Gemüse, Obst, Milch, Eiern, Fleisch oder Fisch gibt es kein Gluten. Wohl aber überall dort, wo beispielsweise Weizen, Roggen oder Gerste enthalten ist.
Wer braucht solche Produkte?
Laktosefreie Produkte sind dann wichtig, wenn Sie an einer vom Arzt nachgewiesenen Laktoseunverträglichkeit leiden. Die Zahl der Betroffenen steigt mit zunehmendem Alter. In Deutschland sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung betroffen. Sollten Sie an Anzeichen für eine Laktoseintoleranz wie immer wieder auftretenden Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfällen oder Aufstoßen nach dem Verzehr von milchhaltigen Produkten leiden, lassen Sie sich bitte beim Arzt testen.
Glutenfreie Produkte sind für alle wichtig, die an der Krankheit Zöliakie (Sprue) leiden. Hierbei handelt es sich um eine eher seltene Autoimmunerkrankung, die mit Entzündungen der Darmschleimhaut und Symptomen wie Durchfällen, Verstopfungen oder Kopfschmerzen, ggf. auch Gewichtsverlust, einhergeht. Hier ist unbedingt eine eindeutige ärztliche Diagnose erforderlich, bevor man auf glutenhaltige Lebensmittel verzichtet. Ohne eine Ernährungsberatung kann es sonst schnell zu Nährstoffmängeln kommen. Von einer Zöliakie ist laut Deutscher Zöliakie Gesellschaft e.V. etwa 1 Prozent der Bevölkerung betroffen. Davon haben 80 bis 90 Prozent haben untypische oder keine Symptome.
Wenn Ihnen Brot nicht so gut bekommt, versuchen Sie es mal mit einem länger gereiften Sauerteigbrot. Oft ist an den Beschwerden eine zu kurze bzw. schnelle Teigführung Schuld.