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Essen auf Rädern: Auswahlkriterien für einen mobilen Menüdienst

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Mit den Vor- und Nachteilen eines (täglichen) Menüdienstes sollten sich potenzielle Interessenten beizeiten und nicht erst in akuter Notlage beschäftigen.

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Essen auf Rädern bietet sich nicht nur für Senioren an, die sich nicht mehr selbst versorgen können oder wollen. Den Alltag erleichtern die mobilen Menüdienste auch, wenn jemand nur vorübergehend auf Hilfe angewiesen ist - etwa bei Krankheit oder nach einem Unfall.

Das Angebot ist vielfältig: Von Hausmannskost über Trendmenüs bis zu diätetischen Speisen - wahlweise tiefgekühlt, aufwärmbar oder bereits servierfertig - wird alles geliefert. Qualität, Service und Preis können je nach Anbieter enorm variieren.

Deshalb ist es ratsam, sich vor der Entscheidung die Angebote vor Ort genau anzuschauen. Hilfe bietet auch unsere Checkliste.

Die Qual der Wahl

Obenan stehen zunächst die ganz persönlichen Bedürfnisse: Sind zum Beispiel täglich warme Speisen gewünscht, oder wird die wöchentliche Lieferung von Tiefkühlkost bevorzugt? Informationen zu verschiedenen Menüdiensten und deren Service gibt's in städtischen Einrichtungen wie Seniorenbüros oder den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden oder der Verbraucherzentrale. Manchmal wissen auch Freunde und Nachbarn, welche Anbieter hinsichtlich Qualität und Service empfehlenswert sind.

Flexible Angebote

Essen auf Rädern kann man meist ohne bürokratischen Aufwand für den nächsten Tag ordern oder abbestellen. Viele Menüdienste verzichten zudem auf einen schriftlich fixierten Vertrag und können auch kurzfristig gekündigt werden. Allerdings: Je nachdem, ob wöchentlich oder monatlich gezahlt wird, kann die gesetzliche Kündigungsfrist bis zu vier Wochen betragen.

Servicetest

Grundsätzlich empfiehlt es sich, auf abwechslungsreiche Menüs zu achten und sich die Speisepläne für die letzten Wochen zeigen zu lassen. Pro Tag sollten zwei Gerichte zur Auswahl stehen, eines davon möglichst fleischlos. Frische Salate, frisches Obst und vegetarische Kost sollte man ebenso wie Mini-Portionen jederzeit bestellen können, auch auf religiöse Regeln (z.B. keinerlei Produkte vom Schwein) sollte Rücksicht genommen werden. Bei Erkrankungen, die Einschränkungen bei der Ernährung verlangen (zum Beispiel Allergien, Gicht), ist es ratsam, sich eingehend nach Zubereitung und Zutaten zu erkundigen. Die wichtigsten Allergene sollten im Speiseplan gekennzeichnet sein. Vor einer Entscheidung für einen bestimmten Dienst, sollte man auf jeden Fall einige Menüs probieren. Neben Qualität und Service zählen bei der Wahl auch die Lieferbedingungen.

Preisvergleich

Ein Menü kostet in der Regel zwischen 4,50 und 7 Euro. Doch aufgepasst: Anbieter kassieren für das gleiche Essen unterschiedlich viel. Da lohnt ein Preisvergleich, bei dem auch eventuelle Anlieferungskosten und Wochenendzuschläge zu berücksichtigen sind. Wer sich die mobile Verpflegung nicht leisten kann, sollte sich beim Senioren- oder Sozialamt nach Zuschüssen erkundigen. In Einzelfällen werden sogar bis zu zwei Drittel der Kosten erstattet.

Qualität

Tests, zum Beispiel des NDR 2016 zeigen immer wieder, das bei den Speisen noch vieles im Argen liegt. Insbesondere ist der Salzgehalt der Gerichte oft viel zu hoch, der Vitamingehalt ist eher gering und die Warmhaltezeiten sind zu lang.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat daher unter Mitwirkung zahlreicher Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis den "Qualitätsstandard für Essen auf Rädern" erarbeitet. Enthalten sind Richtlinien für die Zubereitung (Garmethoden, zu verwendende Lebensmittel, Speiseplangestaltung, Hygiene) sowie zu den Rahmenbedingungen (zum Beispiel Warmhaltezeiten).

Inzwischen gibt es vor allem in größeren Städten verschiedene Anbieter mit zertifizierten Menülinien.

Verpackung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verpackung der angelieferten Speisen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass Speisen aus unbeschichteten Aluminium-Menüschalen hohe Gehalte an Aluminium enthalten können. Damit könnte die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (tolerable weekly intake, TWI) von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht überschritten werden.

Fragen Sie also unbedingt nach, ob Alu-Schalen verwendet werden und ob diese beschichtet sind. Zwar wird ein Großteil des aufgenommenen Aluminiums bei gesunden Menschen über die Niere ausgeschieden, Senioren gehören aber zu den empfindlichen Verbrauchergruppen. Aluminium wirkt auf das Nervensystem. Mehr Infos zu Aluminium gibt es beim BfR.