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Wie Sie Schadstoffe im Kinderzimmer vermeiden

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Schadstoffe in der Raumluft belasten Kinder stärker, weil Kinder in der gleichen Zeit häufiger atmen und Schadstoffe noch nicht so gut "entgiften" können wie Erwachsene.
  • Ob Bodenbeläge, Tapeten, Farben und Putze, Möbel und Matratzen, Heimtextilien, Reinigungsmittel, Sprays zur Verbesserung der Raumluft und zur Bekämpfung von Schädlingen: Alle können Schadstoffe enthalten, die die Gesundheit schädigen.
  • Wir zeigen, was Sie für gesunde und schadstoffarme Luft in Ihrem Zuhause tun können.
  • Beim Kauf schadstoffarmer Produkte fürs Kinderzimmer und für Ihr Zuhause können Sie sich an Siegeln orientieren.
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Drei grundlegende Tipps für eine gesunde Raumluft

  • Rauchfreies Zuhause
    Zigarettenrauch, aber auch der Rauch von Pfeifen, E-Zigaretten und Ähnlichem belastet die Raumluft mit krebserregenden Substanzen und ist nicht nur für Raucher selbst, sondern ganz besonders für Kinder schädlich, die dem Rauch mit ausgesetzt sind.
  • Mehrmals am Tag lüften
    Fenster und Gebäude sind heute insgesamt dichter als früher, deshalb verschwinden Schadstoffe und Feuchtigkeit nicht mehr von selbst. Regelmäßiges kurzes Stoß-Lüften mit weit geöffnetem Fenster beugt Feuchteschäden und Schimmelbildung vor, weil überschüssige Luftfeuchtigkeit entweichen kann. Wird renoviert sollte unbedingt häufiger gelüftet werden, auch noch einige Wochen nach Abschluss der Arbeiten. So können flüchtige Verbindungen wie Lösemittel entweichen.
  • Schadstoffe vermeiden
    Achten Sie schon bei der Anschaffung von Möbeln sowie beim Kauf von Farben und Reinigungsmitteln auf schadstoffarme Produkte. Dabei helfen die verschiedenen Siegel.


Wir informieren über:

Böden

Insbesondere Bodenbeläge belasten die Raumluft vielfach mit unerwünschten Substanzen. So treten bei Säuglingen öfter Beschwerden an den Atemwegen auf, wenn während der Schwangerschaft oder im ersten Lebensjahr eines Kindes Fußböden neu verlegt werden. Das zeigte eine Studie des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung. Der Grund: Kinder reagieren auf viele Schadstoffe empfindlicher als Erwachsene.

Folgende Siegel stehen für Produkte, die hinsichtlich Schadstoffen und Ausdünstungen (Emissionen) geprüft wurden:

  • Bodenbeläge (Teppich, Laminat, Linoleum, Holzdielen, Parkett): der Blaue Engel, Eco Institut Tested Product, natureplus®
  • Teppichböden: GuT
  • Korkböden: Kork-Logo®

     

Tipps:

  • Machen Sie selbst zusätzlich einen Geruchstest, indem Sie eine Probe des "zukünftigen" Bodenbelags für einen Tag in ein verschlossenes Schraubglas geben und anschließend daran riechen. Wenn Ihnen der Geruch nicht gefällt, sollten Sie lieber ein anderes Produkt wählen.
  • Bodenbeläge aus dem Kunststoff PVC (Polyvinylchlorid) enthalten neben Weichmachern häufig weitere Stoffe, die die Gesundheit schädigen können, und sollten deshalb nicht verwendet werden.
  • Achten Sie darauf, dass der Bodenbelag ohne Klebstoffe verlegt wird. Ist dies nicht möglich, sollten nur Werkstoffe mit dem EMICODE®-Siegel EC1PLUS oder dem Blauen Engel eingesetzt werden. Beachten Sie unbedingt die Hinweise zur Verarbeitung der Produkte.
  • Wollteppiche sind Futter für Motten oder Käfer. Zur Abwehr sind die meisten dieser Teppiche mit Mottenschutzmitteln behandelt, die nicht nur die Insekten, sondern auch die menschliche Gesundheit schädigen können. Auch das in Bezug auf Schadstoffe sonst strenge GuT-Siegel erlaubt Wollteppiche mit Permethrin auszurüsten. Wer Wollteppiche mag, sollte vorsorglich auf lose, gut zu reinigende Ware ohne Mottenschutzmittel zurückgreifen. Um sicherzugehen, dass der Teppich nicht mit Mottenschutz ausgerüstet ist, sollten Sie beim Kauf am besten eine schriftliche Bestätigung verlangen.

 

Wände (Tapeten, Farben und Putze)

Neben dem Fußboden bilden Wände die größten Oberflächen im Innenraum. Gut für das Raumklima sind Materialien, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können. Latexfarben oder Vinyltapeten sind dazu nicht in der Lage und sind deshalb für Wohnräume ungünstig.

Tapeten

Meiden Sie Vinyltapeten, denn sie bestehen aus dem Kunststoff PVC, in dem Weichmacher stecken. Papiertapeten – am besten mit dem Blauen Engel – sind die bessere Wahl.

Farben und Putze

Putze und Farben auf mineralischer Basis sind in der Regel umweltfreundlicher und geben weniger Emissionen ab als Produkte mit Kunststoffen. Achten Sie bei der Auswahl von Farben und Putzen für den Innenraum auf folgende Hinweise:

  • Alle Farben und Putze müssen laut Etikett für den Innenbereich geeignet sein. Niemals in der Wohnung Produkte für den Außenbereich verwenden!
  • Bevorzugen Sie Produkte mit dem Blauen Engel, Eco Institut Tested Product- oder natureplus®-Siegel.
  • Silikat(dispersions)- und Kalkfarben sind besonders umweltfreundlich. Sie sind sehr alkalisch und bilden daher keinen guten Nährboden für Schimmel. Sie kommen ganz ohne Konservierungsmittel aus und sind deshalb auch für Allergiker die bessere Wahl.

Möbel und Matratzen

Bevorzugen Sie Möbel aus Massivholz. Schadstoffe verstecken sich häufig in Holzwerkstoffen (zum Beispiel Spanplatten), Klebern, Lackierungen oder anderen Beschichtungen. Lassen Sie neue Möbel und Matratzen ausdünsten, bevor sie ins Kinderzimmer kommen.

Tipp: Second-Hand-Möbel aus Massivholz schonen die Wälder und sind in der Regel schadstoffärmer als neue Möbel.

Folgende Siegel helfen Ihnen, schadstoffarme Möbel und Matratzen auszuwählen: Das "Goldene M", DGM Emissionslabel Klasse A, der Blaue Engel, Eco Institut Tested Product, ÖkoControl

 

Heimtextilien

Heimtextilien werden zum Teil mit speziellen chemischen Ausrüstungen wie Flammschutz- oder Fleckschutzmitteln bzw. antibakteriellen Substanzen versehen. Damit können aber auch Schadstoffe in die eigenen vier Wände gelangen, die nicht nur die Gesundheit von Kindern gefährden.

Folgende Siegel weisen auf schadstoffarme Heimtextilien wie Decken, Kissen oder Vorhänge hin: Global Organic Textile Standard (GOTS), Naturtextil IVN zertifiziert BEST, Oeko-Tex® Standard 100.

 

Reinigungsmittel, Raumduft- und Schädlingsbekämpfungsmittel

Holen Sie sich so wenig "Reinigungschemie" ins Haus wie möglich und bewahren Sie diese absolut kindersicher auf. Denn auch ein als "kindersicher" deklarierter Verschluss kann von Kindern auf Entdeckungsreise "geknackt" werden.

Bevorzugen Sie Reinigungsmittel ohne Lösemittel, Duft- und Konservierungsstoffe. Nicht nur synthetische Duftstoffe auch natürliche ätherische Öle können Allergien auslösen.

Spezialreiniger und Pflegemittel wie Möbelpolitur und Teppich- oder Raumluftsprays belasten die Raumluft unnötig.

Desinfektionsmittel sind in privaten Haushalten nicht sinnvoll. Nur in Ausnahmefällen und nach Beratung mit einem Arzt kann der Einsatz in bestimmten Situationen angebracht sein.

Mittel zur Schädlingsbekämpfung wie Anti-Mücken- oder Anti-Flohspray enthalten häufig Stoffe, die nicht nur dem Schädling, sondern auch Ihrem Kind schaden können. Wenn Sie Schädlinge zu Hause haben, nennt Ihnen die Umweltberatung gerne weniger umwelt- und gesundheitsschädliche Alternativen oder verweist in schweren Fällen an Schädlingsbekämpfer.

 

Siegel

Die folgenden Siegel schließen die Verwendung vieler Schadstoffe aus. Außerdem hat die Messung von Ausdünstungen (Emissionen) in fast allen Fällen ergeben, dass die ausgezeichneten Produkte die Raumluft nur wenig mit Schadstoffen belasten.

Welche Produkte im Einzelnen das Label tragen, erfahren Sie auf der jeweiligen Internetseite. Klicken Sie dazu auf das Siegel.
 

Baustoffe, Bodenbeläge, Möbel, Farben, Verlegewerkstoffe:

Logo Natureplus Der blaue Engel ECO Institut

 

Möbel und Matratzen:

 

Deutsche Gütegemeinschaft Öko Control Emissionsklasse für Möbel

 

Bodenbeläge und Verlegewerkstoffe:

 

EC 1 Gut Logo Das Kork-Logo

 

Textilien:

 

Logo Global Organic Textile Standard Logo Naturtextil Logo Textiles Vertrauen