Kostenloses Online-Seminar "Private Altersvorsorge" am 2. März um 15 Uhr. Jetzt hier anmelden.

Postfach – wenn ein Briefkasten nicht reicht

Stand:
Wer ein Postfach mietet, erhält ein abschließbares Fach in einer Filiale. Es hat eine eigene Nummer und eine eigene Postfachanschrift.
Postfächer

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Postfach ist ein abschließbares Fach in einer Filiale, mit eigener Nummer und Anschrift.
  • Der Empfänger kann seine Post in der Filiale früher erhalten, da sie nicht erst zur Hausadresse geliefert werden muss.
  • Postfächer müssen regelmäßig geleert werden, um eventuell laufende Fristen zu wahren.
  • Ein Postfach kann nicht von jedem Postunternehmen beliefert werden.
On

Wer ein Postfach mietet, erhält ein abschließbares Fach in einer Filiale. Es hat eine eigene Nummer und eine eigene Postfachanschrift. Verbraucher können sich damit also zusätzlich zu ihrem Hausbriefkasten einen weiteren Briefkasten schaffen. Wird Post an das Postfach adressiert, wird sie direkt im Postfach abgelegt. Die Post wird nicht zur Hausanschrift gebracht, sondern muss in der Filiale aus dem Postfach entnommen werden. Der Postfachinhaber kann sein Postfach mit einem Schlüssel öffnen und seine Post abholen. Die Miete eines Postfachs ist in der Regel mit Kosten verbunden.

Pro – schneller, anonymer und verschlossen

Es gibt verschiedene Gründe, ein Postfach einzurichten. Ein Vorteil ist, die Post schneller erhalten zu können. An das Postfach adressierte Sendungen erreichen die Filiale und werden dort gleich in das Postfach einsortiert. Schon ab diesem Zeitpunkt ist die Post für den Postfachinhaber abholbereit. Es gibt keine Verzögerungen durch weitere Sortierungen und Wege. An die Hausanschrift adressierte Post muss erst für die Gangfolge des Postboten geordnet und bis zur Hausadresse gebracht werden. Dadurch kann die Post im Hausbriefkasten erst später gelesen werden.

Ein weiteres Plus beim Postfach: Um Post zu bekommen, muss der Postfachinhaber dem Absender die Hausanschrift nicht mitteilen, es genügt die Postfachanschrift. Er muss also nicht preisgeben, wo er wohnt. Die Postfachanschrift besteht aus: Name, Postfachnummer, Postleitzahl und Ort.

Wer viel Post erhält, kann ein Postfach mieten, das mehr Platz als der Hausbriefkasten bietet. Größere Mengen an Post sind so auch bei mehrtätiger Abwesenheit sicher aufgehoben. Hausbriefkästen sind typischerweise mit einem Schlitz versehen, durch den die Post eingeworfen wird. Durch den Schlitz ist die Post aber vor Langfingern weniger sicher. Ein Postfach ist von außen verschlossen. Der Inhalt ist dadurch gegebenenfalls besser vor Diebstahl geschützt.

Contra – Extraaufwand und eingeschränkte Belieferung

Ein Nachteil des Postfaches ist, dass die Post nicht bequem zur Hausanschrift gebracht wird, sondern in der Postfachanlage abgeholt werden muss. Und das sollten Sie regelmäßig, im Zweifel täglich prüfen. Mögliche Fristen beginnen nämlich grundsätzlich mit dem Zugang des Schreibens und dieser ist im juristischen Sinne bereits sobald der Brief eingeworfen wurde und üblicherweise mit einer Abholung gerechnet werden kann.

Für den Weg zum Postfach können Fahrtkosten und ein zusätzlicher Zeitaufwand anfallen. Der private Briefkasten ist rund um die Uhr erreichbar. Beim Postfach ist der Zugriff jedoch zumeist nur innerhalb bestimmter Zeiten möglich. Das Postfach ist außerdem nicht für alle Sendungen geeignet. Sendungen mit Empfangsbestätigung können zum Beispiel nur gegen Nachweis am Schalter abgeholt werden. Das kann im Einzelfall zu langen Wartezeiten und mehr Aufwand führen, weil die Schalter nur innerhalb bestimmter Zeiten besetzt sind.

Informieren Sie sich, welche Sendungen von der direkten Zustellung an das Postfach ausgeschlossen sind. Ein weiterer Nachteil ist, dass das Postfach nicht von allen Postunternehmen genutzt werden kann. Hat ein Zusteller eines anderen Unternehmens keinen Zugriff auf das Postfach, kann er das Fach nicht öffnen und die Post nicht einwerfen. Die Sendung wird wieder an den Absender zurückgeschickt.

Vorsicht! Laut AGB der Deutschen Post werden in der Regel auch die mit der zustellfähigen Hausanschrift versehenen Sendungen in das Postfach eingelegt. Die Deutsche Post behält sich dennoch vor, Briefsendungen mit der Hausanschrift an die Hausanschrift zuzustellen. Damit besteht Unsicherheit, ob eine Sendung im Hausbriefkasten oder im Postfach abgeliefert wird.

Postfach mieten – Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist beachten

Wer ein Postfach mietet, schließt einen Vertrag mit dem Briefdienstleister ab. Um ein Postfach einzurichten ist es notwendig, dem Briefdienstleister, eine zustellfähige Hausanschrift anzugeben. Ohne eine Hausanschrift ist die Miete eines Postfachs regelmäßig ausgeschlossen. Achten Sie beim Vertragsschluss auf die Kosten für die Miete, sowie die Mindestlaufzeit des Vertrages. Wer das Postfach auflösen will, muss den Vertrag kündigen. Wichtig ist dabei, auch die Kündigungsfrist zu beachten. Wird die Kündigung nicht rechtzeitig erklärt, kann sich der Vertrag verlängern. Was Sie bei der Kündigung per E-Mail. und Co. beachten müssen, erfahren Sie hier: Worauf Sie bei der Kündigung per E-Mail achten sollten.

Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa mit einem geöffneten Paket auf dem Schoß.

Hilfe bei Post- und Paket-Ärger

Haben Sie Beschwerden über Post- oder Paketdienstleister? Hier erhalten Sie erste Informationen zur Rechtslage und können interaktiv passende Musterbriefe erstellen, um sich zu beschweren.

Ratgeber-Tipps

Das Vorsorge-Handbuch
Wer sich wünscht, selbstbestimmt zu leben und Entscheidungen zu treffen, und sich wünscht, das auch am Lebensabend zu…
Fit und gesund - für Frauen ab 50
Menopause, Knochenhaushalt, Nährstoffbedarf, Ernährung, knackende Knochen - der Körper von Frauen ab 50 ist vielen…
Logo des Podcasts "dürfen die das?" neben Illustration eines Smartphones, in dessen Kameraline ein Kopfhörer zu sehen ist.

"dürfen die das?" Podcast – Staffel 2: Regulier mich (4/4)

Wenn Verbraucherschützer:innen von der "Selbstregulierung" oder "Eigenverantwortung" der Wirtschaft hören, rollen sie meist nur mit den Augen. Aber selbst im Falle vermeintlich effektiver Gesetze für Verbraucherschutz und fairen Wettbewerb finden schlaue Anbieter Wege, um diese auszuhebeln.
Stapel mehrerer Euromünzen

Fokuswoche Geld 2026: Finanzwissen stärken – jetzt erst recht

Kostenfreie Online-Vorträge der Verbraucherzentralen
Logo des Podcasts "dürfen die das?" neben Illustration eines Smartphones, in dessen Kameraline ein Kopfhörer zu sehen ist.

"dürfen die das?" Podcast – Staffel 2: K.I. dir trauen? (3/4)

Ging es jahrzehntelang beim Onlineshopping hauptsächlich um Preise, Qualität und einen verlässlichen Kundenservice, gewinnt der Faktor Bequemlichkeit mit dem Einzug generativer künstlicher Intelligenz in das digitale Einkaufserlebnis stark an Bedeutung. Und ist die KI nicht die beste Kaufberaterin?
Schmuckbild

Sanieren in Wohnungseigentümergemeinschaften leicht gemacht

In vielen Wohnanlagen steckt enormes Potenzial zur Energieeinsparung. Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) ist die Umsetzung jedoch oft komplex: Mehrere Eigentümer:innen müssen sich auf Maßnahmen und Zeitpläne einigen, technische Fragen klären und rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Das kann abschreckend wirken – muss es aber nicht.
Schmuckbild

Zu alt für den Rabatt?

Ein Anbieter wirbt online mit einem Altersrabatt auf Brillengläser. Ein Verbraucher, der auf eine günstige Brille gehofft hatte, erfährt erst beim Optiker-Termin vor Ort, dass das Angebot nur eingeschränkt gilt.