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Erst Bonafair AG, jetzt Mönchshofer AG - die Telefonabzocke geht weiter

Stand:
Das schweizerische Unternehmen Bonafair AG rief trotz gerichtlichem Verbot weiterhin Menschen an, um ihnen am Telefon ein Abo für Nahrungsergänzungsmittel unterzuschieben. Jetzt versucht die Mönchshofer AG, Verbraucher:innen auf die bekannte Art Abos am Telefon unterzuschieben.
Gelenkkapseln von Bonafair in einem Versandkarton
  • Trotz Urteil machte Bonafair weiter mit seiner Abzocke. Aktuell erhalten Verbraucher:innen vermehrt Inkassoschreiben von GMI.
  • Gleichzeitig schiebt die Mönchshofer AG Verbraucher:innen Abos nach der gleichen Masche unter wie die Bonafair AG.
  • Verbraucher:innen können sich mit unserem Musterbrief gegen unbestellte Waren samt Rechnungen wehren. Unbestellte Ware müssen Sie nicht zurückschicken.
  • Verbraucher:innen, die am Telefon einer Belieferung zugestimmt haben, können den Vertrag mit unserem Musterbrief innerhalb der Widerrufsfrist widerrufen.

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Wie geht die Bonafair AG vor?

Obwohl es Bonafair Ende Januar 2022 sogar explizit durch ein Gerichtsurteil verboten wurde, Verbraucher:innen ohne ihre Erlaubnis anzurufen und ihnen unbestellte Ware samt Rechnungen zuzuschicken, rief das Unternehmen auch danach Verbraucher:innen an – obwohl ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro droht. Der Ablauf ist immer der gleiche: Bevorzugt ältere Menschen erhalten einen Anruf, in dem sie in ein Gespräch über verschiedene Gesundheitsprobleme im Alter oder die aktuelle Corona-Lage verwickelt werden. Meist wird uns berichtet, dass der Anrufende sehr nett und einfühlsam gewesen sei. Teilweise wurde der Eindruck erweckt, der Anrufende sei von der Apotheke oder Krankenkasse. Im weiteren Gesprächsverlauf seien dann Nahrungsergänzungsmittel erwähnt worden, von denen man unverbindlich eine kostenlose Probepackung erhalten würde. Von einem Abovertrag ist wohl keine Rede. Kurz darauf erhalten die Angerufenen ein Päckchen mit Nahrungsergänzungsmitteln, samt saftiger Rechnung.

Achtung, Inkasso!

Aktuell melden sich Verbraucher:innen bei uns, die Inkasso-Schreiben von der "GMI – Gesellschaft für Mahn- und Inkassowesen mbH" erhalten und zur Zahlung von Forderungen der Firma Bonafair AG aufgefordert werden.
Lassen Sie sich nicht verunsichern oder unter Druck setzen! Hier finden Sie unseren Inkasso-Musterbrief, mit dem Sie der Inkasso-Forderung widersprechen können: /node/74789.

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihre Verbraucherzentrale.

Wer ist die Mönchshofer AG?

Aktuell erhalten wir vermehrt Beschwerden zur Mönchshofer AG: Der Anbieter schiebt Verbraucher:innen nach der gleichen Masche Abos über ähnliche Nahrungsergänzungsmittel unter. Mehrere Tatsachen lassen vermuten, dass die Mönchshofer AG in die Fußstapfen der Bonafair AG getreten ist:

  • die Anschreiben lauten exakt gleich
  • die Firmensitze der beiden Firmen befinden sich in der Konstanzerstrasse 19, 8274 Trägerwilen in der Schweiz
  • die Logistikzentren der beiden Firmen befinden sich in der Wilhelmstraße 162, 72805 Lichtenstein
  • Verwaltungsrat der beiden Firmen ist derselbe
  • In der Verpackung eines Verbrauchers der Nahrungsergänzungsmittel der Mönchshofer AG steckten Tablettenblister mit der Aufschrift „Hirschberger NaturRat“, der Marke der Bonafair AG

Was können Sie tun?

Sie haben selbst ein Päckchen der Bonafair AG oder der Mönchshofer AG erhalten? Wenn Sie am Telefon keiner Belieferung zugestimmt haben, können Sie dem angeblichen Vertragsschluss mit dem Unternehmen widersprechen. Senden Sie dafür unseren Musterbrief ausgefüllt per E-Mail oder per Einschreiben International an die in der Widerrufsbelehrung genannte Adresse in der Schweiz und nicht an das Logistikzentrum in Lichtenstein. Bewahren Sie den Einlieferungsbeleg für das Einschreiben oder die versendete E-Mail als Nachweis für Ihren Widerruf gut auf. Die unbestellte Ware müssen Sie nicht zurückschicken.

Wenn Sie am Telefon einer Belieferung zugestimmt haben, können Sie diesen Vertrag im Nachgang widerrufen. Senden Sie dafür unseren Musterbrief per E-Mail oder per Einschreiben International an die in der Widerrufsbelehrung genannte Adresse in der Schweiz. Bewahren Sie den Einlieferungsbeleg für das Einschreiben oder die versendete E-Mail als Nachweis für Ihren Widerruf gut auf. Die Rücksendekosten müssen Sie nur übernehmen, wenn Bonafair oder Mönchshofer Sie darüber vor Ihrer Zustimmung zur Belieferung am Telefon informiert hat.

Sind Sie sich unsicher, wie Sie in Ihrem konkreten Fall vorgehen sollten und benötigen eine schnelle Einschätzung? Dann können Sie sich gerne an unsere telefonische Beratung wenden. Diese erreichen Sie unter 0900-1-77 444-2, Montag bis Freitag 9 - 12 Uhr und Mittwoch zusätzlich 15 bis 18 Uhr. Der Preis der Telefonberatung beträgt 1,75 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, aus Mobilfunknetzen sind höhere Preise möglich. Bitte halten Sie für das Gespräch alle Unterlagen zu Ihrem Fall bereit.
Weitere Beratungsmöglichkeiten finden Sie hier: https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/beratung-bw

Was haben wir bisher erreicht?

Wir haben, wie in einer Pressemitteilung berichtet, die Bonafair AG im April 2021 abgemahnt und aufgefordert, es künftig zu unterlassen

  • Verbraucher:innen ohne ihre vorherige Einwilligung zu Werbezwecken anzurufen,
  • Verbraucher:innen unbestellte Ware samt Zahlungsaufforderung zu schicken und
  • Verbraucher:innen nach einem erfolgten Widerruf weiterhin Zahlungsaufforderungen zu schicken.

Da die Bonafair AG nicht bereit war, eine Unterlassungserklärung abzugeben und das skrupellose Verhalten künftig einzustellen, haben wir im Mai 2021 Klage eingereicht. Mit dem Anerkenntnisurteil (5 O 25/21 KfH) des Landgerichts Offenburg wurde der Bonafair AG das genannte Vorgehen dann Ende Januar 2022 gerichtlich untersagt. Bei Verstoß gegen das Urteil droht dem Unternehmen nun ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Wie geht es weiter?

Einleiten von Ordnungsgeldverfahren gegen die Bonafair AG

Um dieses Ordnungsgeld geltend machen zu können, haben wir zahlreiche gut dokumentierte Fälle von Verstößen gegen das Urteil gesammelt.  Wir beabsichtigen einen Ordnungsgeldantrag bei dem zuständigen Gericht zu stellen und hoffen, dass das Gericht im Hinblick auf das Verhalten der Bonafair AG ein empfindliches Ordnungsgeld gegen das Unternehmen verhängen wird. Wir werden weiter berichten.

Vorgehen gegen die unerlaubten Werbeanrufe

Werbeanrufe sind grundsätzlich verboten, wenn Sie nicht vorab ausdrücklich zugestimmt haben, dass Sie ein Unternehmen zu einem bestimmten Zweck anrufen darf. Wenn Sie der Bonafair AG oder der Mönchshofer AG also nicht ausdrücklich erlaubt haben, Sie anrufen zu dürfen, um Ihnen Nahrungsergänzungsmittel anzubieten, ist der Anruf der Firmen nicht zulässig. Der Bonafair AG wurden die unerlaubten Telefonanrufe zusätzlich durch das Gerichtsurteil verboten.
Trotz Verbot rufen die beiden Unternehmen dennoch Verbraucher:innen unerlaubt an, um ihnen Abos unterzuschieben. Wir haben daher eingehende Beschwerden über die beiden Unternehmen gesammelt und leiten sie an die Strafverfolgungsbehörden in der Schweiz weiter, die ein Strafverfahren einleiten können.

Wenn Sie uns über Ihren persönlichen Fall informieren möchten, können Sie uns alle Informationen und vorhandenen Unterlagen zu Ihrem Fall gerne über folgendes Kontaktformular zusenden. Um Ihre Daten in unseren Verfahren verwenden zu dürfen, brauchen wir Ihre Einwilligung, dass wir Ihre Daten weitergeben dürfen. Diese können Sie uns direkt im Kontaktformular erteilen.

Kontaktformular: Ihre Erfahrungen mit Bonafair und Mönchshofer

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Haben Sie einem Werbeanruf zuvor zugestimmt?
Wurde einer Belieferung zugestimmt?
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Hinweise:

Wenn Sie sich stellvertretend für eine:n Betroffene:n an uns wenden, benötigen wir Ihre Vollmacht. Bitte schicken Sie uns eine Kopie der Vollmacht mit Ihren Anhängen zu.
Sollten Sie keine Möglichkeit haben, die Unterlagen einzuscannen, können Sie uns Kopien der Unterlagen auch per Post zuschicken an
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.
Abteilung Lebensmittel und Ernährung
Paulinenstraße 47
70178 Stuttgart

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Bonafair oder Mönchshofer gibt Ihnen keine Auskunft über Ihre Daten?

Sie haben ein Recht auf Auskunft, welche personenbezogenen Daten die Bonafair AG oder die Mönchshofer AG von Ihnen gespeichert hat, woher die Daten stammen und an wen sie weitergegeben wurden. Diese Auskunft fordern Sie mit unserem Musterbrief an. Darauf muss das Unternehmen unverzüglich reagieren und Ihnen innerhalb eines Monats die gewünschte Auskunft erteilen. Wenn das Unternehmen kein Recht hat, Ihre personenbezogenen Daten zu speichern, können Sie die Löschung fordern. Das ist der Fall, wenn Sie weder dem Werbeanruf an sich, noch der Belieferung zugestimmt haben.
Kommten die Unternehmen der Aufforderung nach Auskunft nicht nach, können wir rechtliche Schritte gegen die Unternehmen einleiten. Dafür benötigen wir folgende Informationen von Betroffenen:

  • Wann haben Sie unseren Musterbrief versandt, mit dem Sie die Auskunft anfordern?
  • Welche Frist haben Sie für die Auskunft gesetzt?
  • Bis zu welchem Tag (nach Ablauf der Frist) hat sich die Bonafair AG/die Mönchshofer AG daraufhin immer noch nicht gemeldet?
  • Oder: Haben Sie Auskunft über Ihre Daten erhalten und das Unternehmen behauptet, Sie hätten der Datennutzung bei einem Online-Gewinnspiel zugestimmt – Sie haben aber nie an diesem Gewinnspiel teilgenommen?
     

Wenn Sie uns dabei unterstützen wollen, können Sie uns die erforderlichen Informationen über das folgende Kontaktformular zusenden und ihren ausgefüllten Musterbrief und die erhaltene Auskunft über Ihre Daten als Anhang hochladen. Um ein Verbandsklageverfahren einleiten zu können, brauchen wir Ihre Einwilligung, dass wir Ihre Daten weitergeben dürfen. Diese können Sie uns direkt im Kontaktformular erteilen.

Kontaktformular: (Keine) Auskunft über Daten von Bonafair oder Mönchshofer

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Falls ja, senden Sie uns bitte die Auskunft als Anhang mit.

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Sollten Sie keine Möglichkeit haben, die Unterlagen einzuscannen, können Sie uns Kopien der Unterlagen auch per Post zuschicken an
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