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Telefonabzocke mit Nahrungsergänzungsmitteln

Stand:
  • Mit aggressiver Werbung versuchen Anrufer Verbraucher:innen am Telefon Abonnement-Verträge über teure Nahrungsergänzungsmittel unterzuschieben.
  • Aktuell häufen sich Beschwerden zu der Bonafair AG mit den Produkten ihrer Marke „Hirschberger NaturRat“. Die Firma ist bei der Verbraucherzentrale keine Unbekannte.
  • Mit dem Musterbrief der Verbraucherzentrale können Betroffene sich gegen ungewollten Verträge wehren.
Tabletten für Nahrungsergänzungsmittel auf Handfläche geschüttet
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Viele Verbraucherinnen und Verbraucher beschweren sich zur Zeit über aggressive Werbung für Nahrungsergänzungsmittel. Die Masche ist immer dieselbe: Bevorzugt ältere Personen werden ohne ihre vorherige ausdrückliche Erlaubnis angerufen und durch gezielte Werbetaktiken zur Bestellung eines Nahrungsergänzungsmittels überredet. Selbst wenn die Angerufenen das Angebot ausdrücklich ablehnen, kommt kurze Zeit später trotzdem eine Lieferung einschließlich gesalzener Rechnung.

Aktuell fällt besonders die bereits bekannte Firma Bonafair AG mit den Produkten ihrer Marke „Hirschberger NaturRat“ auf. Auf ihrer Internetseite weist die Bonafair AG Vorwürfe wie „Abofalle“, „Telefon- und Trickbetrüger“ sowie „Abzocke (für ältere Menschen)“ zurück und bezeichnet sich selbst als „Opfer haltloser Anschuldigungen“. Aus Sicht der Verbraucherzentrale sind die Vorwürfe jedoch alles andere als haltlos. Das zeigen zahlreiche Beschwerden, die seit über 10 Jahren zu Hirschberger NaturRat bei der Verbraucherzentrale eingehen.

Versprochen wird Gesundheit zum kleinen Preis: Gesteigerte Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit durch die Einnahme von Gingko-Präparaten oder mehr Mobilität im Alltag durch Gelenk-Kapseln soll es günstiger geben als in der Apotheke. Was die Anrufer:innen verschweigen: Verbraucher:innen, die sich auf die Bestellung "zum Aktionspreis" einlassen, wird mit Erhalt der Aktionspackungen gleichzeitig ein Abonnement untergeschoben.

Die Firma nutzt vermeintlich typische Gesundheitsprobleme und damit verbundene Ängste auf dreiste Weise aus, um den Absatz ihrer Produkte zu fördern. Besonders perfide: In einigen der Verbraucherzentrale vorliegenden Fällen entstand bei den Angerufenen der Eindruck, sie würden vom Gesundheitsamt oder ihrer Krankenkasse angerufen. Angeboten wird ihnen eine kostenlose Probepackung und vier Monatspackungen zum Aktionspreis von je „nur“ 39,90 Euro. Mehrfach schilderten uns Verbraucher:innen, dass sie am Telefon eine Belieferung eindeutig abgelehnt hatten und trotzdem wenig später ein Paket mit den fünf Packungen einschließlich einer Rechnung über knapp 160 Euro erhielten.

Und damit nicht genug: Wird einer weiteren Belieferung nicht widersprochen, trudelt ein paar Monate später gleich die nächste ungewollte Lieferung ein. Im Anschreiben ist dazu nur zu lesen: „Wenn Sie zufrieden sind, müssen Sie nichts weiter tun und erhalten Ihre nächste Lieferung am […] zum selben Aktionspreis. Natürlich können Sie unseren Lieferservice jederzeit durch einen kurzen Anruf beenden.“ Einer weiteren Lieferung nicht zu widersprechen ist aus Sicht der Verbraucherzentrale jedoch kein gültiger Vertragsabschluss. Somit halten wir daraus entstehende Forderungen für nicht berechtigt. Um diese Abzockmasche zu unterbinden mahnt die Verbraucherzentrale das Unternehmen nun wegen unlauterer Werbung ab.

Ein weiteres Unternehmen, zu dem die Verbraucherzentrale gerade vermehrt Beschwerden erhält ist Bela Vita bzw. Salvebis Ltd. Hier schildern uns Verbraucher:innen, dass sie nach einem vorausgegangenen Kontakt, zum Beispiel durch Teilnahme an einem Gewinnspiel mit gekoppelter Warenbestellung oder sonstiger Bestellung von Produkten, anschließend weitere Lieferungen erhalten, die sie nicht bestellt hatten.

Für Verbraucher:innen gilt: Eine telefonische Bestellung kann innerhalb der Widerrufsfrist ohne Begründung rückgängig gemacht werden, am besten schriftlich. Um den fristgerechten Widerruf beweisen zu können, ist eine Sendung per Einwurfeinschreiben zu empfehlen. Wenn das Unternehmen ein Musterwiderrufsformular mitgesendet hat, dann finden Sie darin die Adresse, an die Sie den Widerruf erklären müssen. Auch die Adresse für die Rücksendung der Ware ist dort angegeben.

Haben Sie die Belieferung bereits am Telefon abgelehnt und trotzdem Ware erhalten? Oder können Sie sich an eine Bestellung nicht erinnern? Dann nutzen Sie unseren Musterbrief, um sich gegen unberechtigte Forderungen zu wehren. Wenn Sie die Ware nicht bestellt haben, müssen Sie sie auch nicht zurücksenden.

 


Brauchen Sie Unterstützung beim Widerruf oder Widerspruch gegen unberechtigte Forderungen? Dann wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes, den Weg zur nächsten Beratungsstelle finden Sie hier: https://www.verbraucherzentrale.de/beratung

Kommen Sie aus Baden-Württemberg, können Sie sich auch direkt an unsere telefonische Beratung wenden. Diese erreichen Sie unter 0900-1-77 444-2, Montag bis Freitag 9 - 12 Uhr und Mittwoch zusätzlich 15 bis 18 Uhr. Der Preis der Telefonberatung beträgt 1,75 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, aus Mobilfunknetzen sind höhere Preise möglich. Bitte halten Sie für das Gespräch alle Unterlagen zu Ihrem Fall bereit.

Weitere Informationen zu unserem Beratungsangebot finden Sie hier: www.vz-bw.de/beratung