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Umstellung auf DVB-T2: die fünf wichtigsten Fragen

Stand:

Ende März wird das alte Antennenfernsehen DVB-T in vielen Regionen abgeschaltet. Wir erklären, wer betroffen ist, und wie der Umstieg auf den Nachfolger DVB-T2 klappt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Betroffen sind alle, die bisher über Antenne fernsehen und in einer Region wohnen, in der DVB-T Ende März abgeschaltet wird.

  • Für den Nachfolger DVB-T2 brauchen Sie prinzipiell nur einen Receiver.

  • Wer per Satellit, Kabel oder Internet fernsieht, muss sich nicht kümmern. Hier verändert sich nichts.
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Ende März 2017 gibt es in vielen Regionen nur noch DVB-T2. Wer mit Antenne fernsieht und dann noch nicht umgerüstet hat, bekommt kein Bild mehr. TV-Experte Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erklärt die wichtigsten Punkte zur Umstellung:

 

Was ist DVB-T2 HD?

DVB-T2 HD ist die Weiterentwicklung des Antennenfernsehens. DVB-T2 bietet eine bessere Bildqualität und eine größere Anzahl an Sendern. Nach der Umstellung werden ca. 40 Sender ausschließlich in HDTV zu empfangen sein. Das herkömmliche DVB-T wird nach und nach abgestellt.

Wer ist betroffen?

Betroffen von der Umstellung sind alle Haushalte, die ihr Fernsehprogramm über Antenne empfangen. In welchen Regionen DVB-T nun zu Ende März abgeschaltet wird und welche Regionen erst später dran sind, können Sie beim DVB-T2-Projektbüro erfahren. Satelliten- und Kabelfernsehen ist von der Umstellung nicht betroffen, ebenso wenig wie der Fernsehempfang über Internet (IPTV).

Was brauche ich?

Prinzipiell wird nur ein neuer DVB-T2 Receiver benötigt. Sie können jeden Fernseher fit für die neue Empfangsart machen. Der Receiver wird entweder per HDMI-Kabel an den Flachbildfernseher angeschlossen oder per Scartkabel an das Röhrengerät. Im letzteren Fall sollten Sie darauf achten, dass der DVB-T2-Receiver einen Scartanschluss hat. Außerdem kommen Sie bei Röhrengeräten nicht in den Genuss der höheren Bildqualität.

Bei älteren Röhrengeräten sollten Sie grundsätzlich überlegen, ob – auch im Hinblick auf den Energieverbrauch – nicht die Anschaffung eines Flachbildfernsehers sinnvoll ist. Diese gibt es bereits ab ca. 300 Euro. Bei den meisten neuen Geräten ist das Empfangsteil für DVB-T2 schon integriert.

Wie hoch sind die Kosten?

Zunächst fallen die Anschaffungskosten für die Hardware, also den DVB-T2-Receiver, an. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender können Sie dann ohne weitere Kosten empfangen. Die Privatsender wie RTL, ProSieben, Sat.1 usw. werden nur verschlüsselt als Pay-TV ausgestrahlt. Hier werden pro Gerät und Jahr 69 Euro für die Entschlüsselung fällig. Das sind umgerechnet 5,75 Euro monatlich. Natürlich fällt noch der Rundfunkbeitrag an, dieser ist unabhängig vom Empfangsweg.

Wie kann ich sonst fernsehen?

Neben dem Antennenfernsehen gibt es noch den Satellitenempfang. Dieser bietet die größte Auswahl an Fernsehprogrammen und auch die Privatsender der Mediengruppe RTL und der ProSiebenSat.1 Media AG sind hier – wenn auch nur in Standardqualität – frei zu empfangen. Allerdings darf nicht jeder eine Satellitenanlage installieren.

Eine weitere Alternative wäre das Kabelfernsehen. Dieses kostet aber im Einzelnutzervertrag rund 15 bis 20 Euro pro Monat und ist damit teurer als DVB-T2. Beim Empfang über IPTV ist immer ein Receiver des Anbieters notwendig und man ist an den Internetanschluss des Anbieters gebunden.

Bei Angeboten mit Zeitdruck sollten Sie übrigens vorsichtig sein: Offenbar nutzen unseriöse Vertreter die Verwirrung und bieten Betroffenen Kabel- oder IPTV-Verträge an.

Verschlüsselung des Privatfernsehens und Elektroschrott

Dass die privaten Sender ihre Programme künftig verschlüsselt ausstrahlen, haben wir an DVB-T2 früh kritisiert. Denn Fernsehen ist durch Rundfunkgebühren oder Werbeeinnahmen finanziert. Jetzt kommen auf Verbraucher fürs private Fernsehen aber weitere Kosten zu.

Kritisch sehen wir auch, dass nun zahlreiche Receiver nicht mehr taugen und durch die Umstellung viel Elektroschrott anfällt.