Menü

Versicherungsschutz in der Flüchtlingshilfe

Stand:

Wie bei anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten genießen auch "Flüchtlingshelfer" automatisch und kostenlos den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Bei privatem Engagement springt in der Regel das Land ein.

Flüchtlingshelfer

Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer sollten auf ihren Versicherungsschutz achten.

Off

Ob gespendete Kleidung sortieren, Deutsch unterrichten oder Möbel organisieren – Tausende packen mit an, um Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern. Wird Hilfsbereitschaft in die Tat umgesetzt, gerät häufig aus dem Blick, wer hilft, wenn den Helfern selbst etwas zustößt. Je nach dem, ob man regelmäßig und organisiert oder rein privat handelt, greifen unterschiedliche Unfallversicherungen.

Voraussetzungen für gesetzlichen Versicherungsschutz

Wie bei anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten – zum Beispiel im Elternrat oder bei der Freiwilligen Feuerwehr – genießen auch "Flüchtlingshelfer" automatisch und kostenlos den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass deren Mithilfe über die Kommune oder Wohlfahrtsverbände organisiert ist. Heißt also, Einsätze und -orte werden von diesen festgelegt, die Verantwortlichen verteilen die Aufgaben, übernehmen Einteilung sowie Koordination und tragen die Kosten – und die Verantwortung. Zumeist werden auch Listen angelegt, in die sich Flüchtlingshelfer eintragen können. Das erspart im Fall der Fälle Nachforschungen, ob man tatsächlich auch aktiv gewesen ist.

Leistungsumfang

Verletzt sich der ehrenamtliche Helfer während seines Einsatzes, aber auch auf dem Hin- oder Rückweg zwischen Einsatz- und Wohnort, springt die gesetzliche Unfallversicherung ein. Übernommen werden Kosten für Behandlungen und Reha-Maßnahmen. Ist die Erwerbsfähigkeit als Folge des Unfalls um mindestens 20 Prozent gemindert, bekommt der Verletzte von der gesetzlichen Unfallversicherung eine monatliche Verletztenrente.

Haftung bei Schäden Dritter

Wer als Flüchtlingshelfer einer anderen Person Schaden zufügt, muss in der Regel nicht für deren Forderungen nach Schadenersatz aufkommen. Dafür haftet die Trägerorganisation bzw. deren Haftpflichtversicherung, in der Regel die von Städten und Kommunen. Zudem kann die ehrenamtliche Ausübung eines leitenden Amtes oder die so genannte verantwortliche Tätigkeit in einer Organisation oder in einem Verein über die Vereinshaftpflichtversicherung versichert sein.

Schutz bei privatem Engagement

Neben all diesen Leistungen aus gesetzlichen Versicherungen springen auch gegebenenfalls privat abgeschlossene Versicherungen – Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung – ein.

Darüber hinaus haben fast alle Bundesländer private Unfall- sowie Haftpflicht-Sammelversicherungsverträge abgeschlossen, die ehrenamtlich Helfende bei rein privat organisiertem Engagement ohne Einbindung in eine Institution im Zweifel absichern. Aber im Zweifel wird man hier beweisen müssen, dass man auch ehrenamtlich tätig war - weshalb man sich z. B. vorher auf der Liste eines Trägers oder einer Organisation einträgt. Ist das nicht möglich, sollte man sicherstellen, dass mehrere Leute von der ehrenamtlichen Tätigkeit wissen. Zudem wichtig: Es gilt dabei nur der Hin- und Rückweg zum Einsatzort! Ein Abstecher in den Supermarkt oder in ein Café wären nicht versichert.