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Ein Flug nach Nirgendwo: Abzocke mit falschen Tickets

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Falsche Flugtickets sorgen bei Verbrauchern derzeit verstärkt für Ärger.
  • Geworben wird mit extrem günstigen Flügen, vor allem nach Pristina. Kurz vor der Reise werden diese dann über eine WhatsApp- oder Viber-Nachricht abgesagt.
  • Betroffene, die weder Flugticket noch Reisesicherungsschein erhalten haben, sollten sich an die Polizei wenden.
Mann mit Rollkoffer am Flughafen
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Wer günstig in den Urlaub fliegen will, findet im Internet eine Vielzahl an Angeboten. Doch zwischen offiziellen Fluggesellschaften tummeln sich in letzter Zeit verstärkt unseriöse Anbieter, die versuchen, Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wie gehen die Abzocker vor?

Ähnlich wie bei Fake-Shops arbeiten die Abzocker sehr professionell. Die Seiten sehen seriös aus, die angeblichen Fluggesellschaften ähneln mit Name und Logo offiziell registrierten Fluglinien. Das soll Vertrauen schaffen. Die Preise sind extrem günstig, vor allem im Vergleich zu anderen Unternehmen. Die Flüge werden von verschiedenen Abflugorten in Deutschland oder der Schweiz angeboten, auffallend häufiges Reiseziel ist Pristina, wobei es in der Vergangenheit beispielsweise auch Meldungen von Verbrauchern über falsche Flugtickets nach Kuba gab.

In der Regel verlangen die Anbieter das Geld für das Ticket im Voraus, die Kommunikation erfolgt zunächst über eine Buchungsmaske, später ausschließlich über Messengerdienste wie WhatsApp oder Viber. Wenige Tage vor dem Flug erhalten Verbraucher plötzlich die Meldung, dass der Flug nicht stattfindet. Betroffene stehen dann vor dem Problem, dass sie keine Kontaktadresse und keinen Ansprechpartner haben, von dem sie das Geld zurückfordern können.

Worauf sollte ich achten, um nicht auf ein Fake-Portal reinzufallen?

Auch wenn die Internetseiten der Flugportale professionell gestaltet sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, unseriöse Angebote schon vor der Buchung zu entlarven. Zu allererst hilft ein Blick ins Impressum: Fehlt dieses komplett, sollten Sie auf jeden Fall die Finger davon lassen. Denn ohne Impressum haben Sie keine Adresse, an die Sie später Ansprüche stellen können. Unbekannte Orte oder nichtssagende Koordinaten sollten Sie mittels einer Suchmaschine überprüfen. Auch ist es hilfreich, nach Erfahrungen anderer Verbraucher mit der vermeintlichen Fluggesellschaft zu suchen. Achten Sie außerdem darauf, ob es eine Möglichkeit gibt, persönlich per Telefon mit dem Anbieter Kontakt aufzunehmen und rufen Sie im Zweifelsfall die Nummer an um sicher zu gehen, dass diese existiert.

Bei der Namensgebung für die falschen Fluggesellschaften orientieren sich die Betrüger immer wieder an tatsächlich existierenden Namen und Marken. Auf der Seite des Luftfahrtbundesamtes können Sie sich darüber informieren, welche deutschen und ausländischen Flugunternehmen wirklich genehmigt sind. In aktuellen Fällen berichteten Verbraucher von falschen Tickets, die durch eine Fluggesellschaft namens GermaniAirways verkauft wurden. Erfahrungsgemäß wechseln die Fantasienamen jedoch regelmäßig.

Daneben sind, wie bei Fake-Shops, auffällig günstige Preise im Vergleich zu anderen Anbietern ein Hinweis auf eine unseriöse Seite. Dass Sie für Flüge im Voraus bezahlen müssen, hat der Bundesgerichtshof grundsätzlich erlaubt. Das macht es leider schwierig, kriminelle Energie unseriöser Anbieter daran zu erkennen, dass sie Vorkasse verlangen.

Was kann ich machen, wenn ich auf einem Fake-Portal meinen Flug gebucht habe?

Wenn Sie bereits gebucht und vielleicht schon eine Absage des Flugs erhalten haben, sollten Sie umgehend ihre Bank oder die Kreditkartenfirma informieren. In Ausnahmefällen können diese das bereits gezahlte Geld zurückholen oder die Zahlung stoppen. Sichern Sie, soweit möglich, alle Belege und Nachrichten rund um die Buchung und die Bezahlung der Tickets.

Da es sich um eine Straftat handeln könnte, ist es ratsam die Polizei zu informieren und Strafanzeige wegen Betrugs zu stellen. Sollten Sie sich unsicher sein, ob Sie auf kriminelle Machenschaften hereingefallen sind, können Sie sich auch an Ihre Verbraucherzentrale vor Ort wenden.