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PayPal-Betrug ohne Konto: Kriminelle nutzen gestohlene IBANs

Stand:
Nichts bestellt und trotzdem abgebucht? Hinter PayPal-Gastkonten, Deutschlandticket-Betrug und Shopping-Apps steckt oft IBAN-Missbrauch – das können Sie tun.
Hand hält Smartphone mit dem Logo von PayPal

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kriminelle können mit fremden Kontodaten im Internet einkaufen – zum Beispiel über PayPal.
  • Betroffene sollten unberechtigten Forderungen widersprechen und Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Unberechtigt abgebuchtes Geld können Sie von Ihrer Bank zurückbuchen lassen.
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Was ist die PayPal-Gastzahlung?

Manche Anbieter akzeptieren direkt Lastschriften als Zahlungsmethode, andere bedienen sich Zahlungsabwicklern wie PayPal. Die Gastzahlung bei PayPal (auch „Zahlen ohne PayPal-Konto“) erlaubt es, sogar ohne registriertes Konto per Lastschrift oder Kreditkarte zu bezahlen.

Käufer:innen geben Name, Adresse und IBAN ein – fertig. Allerdings funktioniert die Gastzahlung auch, wenn der Kontoinhaber bereits über ein PayPal-Konto verfügt. Zahlungen sind dann ohne Freigabe in der PayPal-App möglich und ohne dass die Zahlung in der App auftaucht.

Wie funktioniert der Betrug mit PayPal ohne Konto?

Der Betrug funktioniert nur bei Online-Shops, die das „Bezahlen über PayPal ohne PayPal-Konto“ beziehungsweise mittels Lastschrift per PayPal anbieten. Kriminelle nutzen dafür gestohlene oder veraltete IBANs, um über die PayPal-Gastzahlungen einzukaufen. Da wie bei jeder Sepa-Lastschrift weder der Händler noch die Bank verifiziert, ob die Lastschrift autorisiert wurde, wird die Zahlung zunächst ausgeführt – auf Kosten der betroffenen Person.

Wie kommen die Täter an meine Daten?

Die betroffenen Kundendaten und Kontonummern können Kriminelle aus unterschiedlichsten Quellen haben: aus früheren Datenlecks bei Unternehmen oder aus erfolgreichen Hacking-Angriffen, aus Phishing-Angriffen, aus Datenbanken im Darknet, durch das Datensammeln mithilfe unseriöser Gewinnspiele – letztlich kann man über die Herkunft nur spekulieren.

Woran erkenne ich einen IBAN-Missbrauch?

Achten Sie auf diese Warnzeichen:

  • Unerklärliche Abbuchung mittels Lastschrift von PayPal oder einem anderen Händler auf Ihrem Girokonto
  • Mahnung oder Inkassoschreiben für eine Ihnen unbekannte Bestellung (bei zurückgeholter oder geplatzter Lastschrift)
  • Einzugsversuch trotz gelöschtem Konto oder veralteter IBAN

Was tun bei unberechtigter Lastschriftabbuchung?

So handeln Sie richtig, wenn Sie betroffen sind:

  1. Der Forderung widersprechen 
    Ist aus der Abbuchung der Empfänger erkennbar, sollten Sie der Forderung des Unternehmens schriftlich widersprechen, da die Abbuchung ohne Zustimmung stattfand.
  2. Rückbuchung bei der Bank veranlassen 
    Bis 8 Wochen nach Abbuchung der Lastschrift können Sie eine Rückbuchung ohne Begründung veranlassen. Bei nicht autorisierter Lastschrift (keine Einzugsermächtigung) – wie hier – sollte man dennoch unverzüglich handeln, auch wenn Sie der Abbuchung noch binnen 13 Monaten widersprechen können. Die Rückbuchung ist im Onlinebanking, in der Filiale oder telefonisch möglich.
  3. Strafanzeige erstatten 
    Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei wegen Datenmissbrauchs oder Betrugs. Nutzen Sie die Anzeige als Beleg gegenüber Inkasso oder Händler.
  4. Anbieter und Inkasso aktiv entgegentreten
    Antworten Sie schriftlich auf jede Zahlungsaufforderung. Reagieren Sie auf Inkassoschreiben – aber zahlen Sie nicht vorschnell.

    Wichtig zu wissen: Wenn Sie Forderungen bestreiten, darf kein Eintrag in Auskunfteien wie zum Beispiel bei der Schufa erfolgen. Deshalb empfehlen wir immer, dass Sie handeln statt Forderungen auszusitzen.
  5. Gerichtlichen Mahnbescheid ernst nehmen
    Nur ein gerichtlicher Mahnbescheid ist rechtsverbindlich. Widersprechen Sie innerhalb von 14 Tagen.

Wie schütze ich mich vor IBAN-Missbrauch?

  • Tipps zum Schutz Ihrer Bankdaten:
  • Geben Sie Ihre IBAN nur an seriöse Händler und Zahlungsdienste weiter. Achten Sie auf Phishing-E-Mails und gefälschte Webseiten.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Richten Sie Ihre Online-Zahlungsmittel – falls möglich – so ein, dass Sie bei jeder Abbuchung eine Mail oder Push-Nachricht auf dem Handy erhalten.
  • Lassen Sie ihr Konto für Lastschriften einschränken (Blacklist). Falls Sie unberechtigte Abbuchungen von einem Empfänger erhalten, können Sie dessen Gläubiger-ID auch von Ihrer Bank sperren lassen, damit der Anbieter gar nicht erst Geld vom Konto abbuchen kann.
  • Wenn alles nicht hilft und Sie dauerhaft neuen Betrugsversuchen ausgesetzt sind, hilft nur noch die Kontoverbindung zu ändern. Fragen Sie bei Ihrer Bank, ob das intern geht. Ansonsten bleibt noch der Bankwechsel.

Häufige Fragen zum IBAN-Missbrauch

Wie gelangen Kriminelle an meine Kontodaten?

Meist durch Datenlecks, Phishing oder alte Datensätze bei Onlinehändlern. Selbst gelöschte Konten können noch betroffen sein.

Warum erlauben Anbieter Zahlungen ohne Konto per Lastschrift?

Um Online-Shops und Nutzer:innen eine unkomplizierte Zahlung zu ermöglichen – dabei erfolgt aber keine umfassende Identitätsprüfung über die Bank.

Was sagen Anbieter wie PayPal zu dem Problem?

PayPal verweist allgemein auf „Sicherheitsprüfungen im Rahmen des Risikomanagements“, ohne Details zu nennen. Andere, zum Beispiel Verkehrsverbünde, verifizieren das angegebene Konto mit Hilfe von Kontoinformationsdiensten oder 1-Cent-Überweisungen.  

Was kann ich tun, wenn ich betroffen bin?
  • Zahlung bei der Bank rückbuchen lassen
  • Anzeige erstatten
  • Forderungen widersprechen
  • Unterstützung durch Ihre Verbraucherzentrale einholen 
genau genommen Podcast Logo (Verbraucherzentrale)

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