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Kennzeichnung von Lebensmitteln

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Sowohl für verpackte wie unverpackte Lebensmittel gelten Vorschriften zur Kennzeichnung. Außerdem finden sich an immer mehr Produkten Zeichen und Siegel.

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Wer Lebensmittel einkauft, der ist auf die Informationen auf der Verpackung angewiesen. Manche Kennzeichnungen sind generell verpflichtend, andere Deklarationen nur für bestimmte Lebensmittel vorgeschrieben. Darüber hinaus finden sich auf den Verpackungen freiwillige Angaben der Hersteller und zusätzlich noch jede Menge Werbung. Wir informieren über die per Gesetz geforderten Hinweise.

Für Verpackungen von Lebensmitteln schreibt das Gesetz den Herstellern bestimmte Angaben vor. Diese Informationen müssen gut lesbar sein und mindestens in 1,2 Millimeter großer Schrift, bezogen auf das kleine "X", gedruckt werden. Zu den verlangten Angaben gehören:

Bezeichnung des Lebensmittels

Lebensmittel tragen oft Phantasienamen wie etwa "Erdbeertraum". Erst die Bezeichnung "Milchmischgetränk aus Magermilch mit Erdbeergeschmack, Wärmehandelt (sterilisiert)" gibt Verbrauchern Klarheit, um welche Art von Lebensmittel es sich handelt.

Für manche Lebensmittel ist die Bezeichnung gesetzlich festgelegt, wie zum Beispiel für Fruchtsaft, Honig oder Milch. Fehlt diese Vorschrift für ein Produkt, kann der Hersteller die verkehrsübliche Bezeichnung nutzen oder selbst eine Beschreibung wählen wie etwa "Nudeln in Tomatensauce mit 2 % Broccoli und 1 % Käse".

Diese für Verbraucher wichtige Produktinformation findet sich häufig versteckt auf der Rückseite der Verpackung. Aus Sicht der Verbraucherzentralen sollten die wesentlichen Eigenschaften des Produkt klar und deutlich auf der Schauseite der Verpackungen stehen, so auch die Bezeichnung des Lebensmittels.

Zutatenverzeichnis

Das Zutatenverzeichnis informiert über die Zusammensetzung des Lebensmittels. Hier lässt sich auch erkennen, ob das Produkt Zutaten enthält, die man vermeiden möchte. Bei verpackten Lebensmitteln müssen die Zutaten, darunter auch Zusatzstoffe und Aromen, angegeben werden. Die Zutaten müssen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils genannt werden. Bei Zutaten, die ihrerseits aus verschiedenen Zutaten bestehen, wie Salami auf der Pizza, müssen alle Einzelbestandteile angegeben werden. Entweder werden diese, entsprechend der mengenmäßigen Reihenfolge im Verzeichnis aller Zutaten integriert oder das zusammengesetzte Lebensmittel wird genannt und dahinter werden in Klammern die Einzelzutaten aufgezählt.

Bei zusammengesetzten Zutaten, die weniger als zwei Prozent ausmachen und deren Zusammensetzung rechtlich definiert ist, wie beispielsweise bei Konfitüre, ist eine genaue Aufschlüsselung nicht notwendig. In der Zutatenliste reicht hier der Hinweis „Konfitüre“. Auch bei Gewürz- und Kräutermischungen, die unter zwei Prozent der Gesamtmenge liegen, müssen die einzelnen Bestandteile nicht genannt werden, ausgenommen Allergene wie Sellerie.

Zusatzstoffe müssen mit ihrem Klassennamen, wie Farbstoff oder Konservierungsmittel, genannt werden, sowie mit der E-Nummer oder ihrer speziellen Bezeichnung. Die Angabe kann zum Beispiel "Verdickungsmittel E 412" oder "Verdickungsmittel Guarkernmehl" lauten. Für Lebensmittel aus einer einzigen Zutat, wie Milch, ist das Zutatenverzeichnis nicht vorgeschrieben.

In der Zutatenliste müssen keine Angaben zu Zusatzstoffen und Enzymen gemacht werden, die im Endprodukt keine technologische Wirkung mehr haben. Das gilt auch für technische Hilfsstoffe, die aus dem Produkt wieder entfernt wurden. Nur wenn dabei ein Stoff eingesetzt wurde, der als Allergen gekennzeichnet werden muss, muss der Hersteller diesen Stoff (das Allergen) nennen.

Allergene

Für Allergiker und Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten ist es wichtig, für sie unbedenkliche Lebensmittel auszuwählen. Die 14 Hauptallergene müssen in der Zutatenliste besonders hervorgehoben werden, etwa farblich unterlegt oder fett gedruckt. Ist kein Zutatenverzeichnis vorgeschrieben, so muss auf das Allergen mit dem Wort "enthält" hingewiesen werden. Bei Lebensmitteln, aus deren Bezeichnung sich das Allergen ergibt, zum Beispiel bei Milch, ist die gesonderte Kennzeichnung – in diesem Fall Milch – nicht erforderlich.

Nährwertangaben

Auf Lebensmittelverpackungen muss seit dem 13. Dezember 2016 der Kaloriengehalt und die Menge der folgenden sechs Nährstoffe, bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter, angegeben werden: Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz. Vor dem Stichtag hergestellte Lebensmittel, die nach dem bis dahin geltendem Recht keine Nährwertangaben tragen, dürfen noch verkauft werden.

Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass das ungeöffnete Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften, wie Geruch, Geschmack und Nährstoffe behält. Hinter dem Wortlaut: "mindestens haltbar bis .." oder "mindestens haltbar bis Ende.." muss entweder das Datum selbst stehen oder der Hinweis, wo es auf der Verpackung zu finden ist. Für manche Lebensmittel hängt die Haltbarkeit von bestimmten Bedingungen ab, wie zum Beispiel der Lagertemperatur. Dies muss dann auf dem Etikett angegeben sein: Beispiel Milch "Bei 8 °C mindestens haltbar bis:". Bei Lebensmitteln, deren Haltbarkeit weniger als drei Monate beträgt, muss der Tag und der Monat angegeben werden, bei Haltbarkeit von 3 bis 18 Monaten, der Monat und das Jahr. Bei Lebensmitteln, die mehr als 18 Monate haltbar sind, reicht die Angabe des Jahres. Für bestimmte Lebensmittel ist kein MHD vorgeschrieben, dazu zählen verpacktes Obst und Gemüse, Zucker, Speisesalz und Essig.

Sehr leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen können, werden mit dem Verbrauchsdatum gekennzeichnet. Das Verbrauchsdatum nennt den letzten Tag, an dem das Lebensmittel noch verzehrt werden darf. Tag, Monat und gegebenenfalls das Jahr stehen entweder direkt hinter dem Wortlaut "zu verbrauchen bis", oder es muss dort angegeben werden, wo sich das Datum auf der Verpackung befindet.

Weder für das MHD noch für das Verbrauchsdatum ist genau festgelegt, an welcher Stelle auf der Verpackung der Hinweis stehen muss.


Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist das Lebensmittel nicht automatisch verdorben. Ob dieses Produkt noch genießbar ist oder nicht, lässt sich mit den eigenen Sinnen überprüfen.

Nettofüllmenge

Verpackungen gibt es in den unterschiedlichsten Formen, so dass sich der tatsächliche Inhalt oft nicht einmal erahnen lässt. Hier kann der Blick auf die angegebene Füllmenge weiterhelfen. Die Nettofüllmenge darf als Gewicht (Gramm oder Kilogramm) oder als Volumen (Milliliter oder Liter) angegeben werden. Auf "Leichtgewichten", die weniger als 5 Gramm wiegen, dürfen Füllmengenangaben fehlen. Bei konzentrierten Produkten, etwa für Suppen oder Salatsoßen, muss angegeben werden, wieviel Liter bzw. Milliliter das zubereitete Produkt ergibt. Manche Lebensmittel, etwa bestimmte Sorten von Obst und Gemüse, können auch mit der Angabe der Stückzahl in den Handel gebracht werden.

Die tatsächliche Füllmenge muss nicht exakt der angegebenen Nettofüllmenge entsprechen. Hersteller dürfen die Füllmenge nur innerhalb einer Produktcharge im Mittel nicht unterschreiten. Gewisse Abweichungen einzelner Packungen sind innerhalb bestimmter gesetzlicher Toleranzgrenzen erlaubt. Wenn die Fertigpackung allerdings wesentlich weniger als die angegebene Inhaltsmenge auf die Waage bringt, kann man von einer Unterfüllung sprechen.

Firmenname

Auf Fertigpackungen müssen der Name oder die Firma und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers angegeben sein. Diese Information ist wichtig für Verbraucher und Behörden, wenn es etwas zu beanstanden gibt. Verantwortlich für die Information ist der Unternehmer, unter dessen Namen oder Firma das Lebensmittel vermarktet wird. Das kann sowohl der Hersteller sein als auch der Verpacker oder der Verkäufer. Wird das Lebensmittel außerhalb der EU hergestellt, muss zwingend der Importeur in der EU angegeben werden.

Preisangaben

Zusätzlich zu den Angaben auf der Verpackung muss bei jedem Produkt an oder in der Nähe der Verpackung der Endpreis sowie der Grundpreis pro Mengeneinheit ausgezeichnet sein. Für den Verbraucher wird der Preisvergleich so wesentlich einfacher.

Genannt werden muss der Grundpreis pro Kilogramm oder Liter, bei kleineren Mengen bis zu 250 Gramm oder 250 Milliliter pro 100 Gramm oder 100 Milliliter.

Bei Waren, für die das Abtropfgewicht anzugeben ist (etwa bei Konserven), bezieht sich der Grundpreis pro Mengeneinheit auf das Abtropfgewicht.

Der Grundpreis entfällt auf jeden Fall, wenn er identisch mit dem Endpreis ist (etwa 1 Liter Milch).