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Süßigkeiten und Snacks für Kinder

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 1 Portion Süßigkeit oder Snack täglich, zum Beispiel eine Kinderhand voll Kekse, Bonbons oder Schokolade lautet die Empfehlung.

  • Nur die Nährwertangaben zeigen den tatsächlichen Zuckergehalt an. In der Zutatenliste ist oft mehr als eine Zuckerart aufgeführt.

  • Produkte mit Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen sind in der Regel keine Alternative für Kinder.

  • "Nasch-Regeln" für die ganze Familie sind hilfreich.

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Naschen nach Regeln

Naschen ist erlaubt - aber natürlich in Maßen. Kinder lieben alles was süß schmeckt, und es ist sicherlich nicht sinnvoll, alle Süßigkeiten, Kekse und andere Leckereien zu verbieten.

Zu Süßigkeiten und Snacks gehören aber nicht nur Schokolade, Gummibärchen und Plätzchen, sondern auch Salziges wie Kartoffelchips oder Salzstangen, fettreiche Zwischenmahlzeiten wie Kuchen oder auch Pommes und süße Getränke wie Limonaden oder Fruchtsaftgetränke mit hohem Zuckergehalt. Wichtig beim Thema "Naschen" sind Regeln, die für die ganze Familie gelten. Grundsätzlich sollten Naschereien nicht über den ganzen Tag verteilt gegessen werden, sondern ein- bis zweimal täglich eine kleine Portion. Die Gesamtmenge der am Tag verzehrten Süßigkeiten bzw. Snacks passt dabei in eine Kinderhand.

Zucker hat viele Namen

Nicht nur in Süßigkeiten steckt viel Zucker. Er verbirgt sich auch in industriell hergestellten Desserts, Fruchtjoghurts, Müslimischungen, Getränken oder Brotaufstrichen. Ein Blick auf das Zutatenverzeichnis hilft oft weiter. Die Zutat, die an erster Stelle genannt wird, hat den größten Anteil im Produkt, die an zweiter Stelle den zweitgrößten Anteil und so weiter. Zucker verbirgt sich zudem hinter vielen verschiedenen Namen, zum Beispiel Glukose, Fruktose, Dextrose, Maltodextrin, Glukosesirup, Fruchtzucker, Traubenzucker, Saccharose, Maltose, Invertzuckersirup. Die Verwendung verschiedenster Zuckerarten macht es den Eltern dann nicht leicht, den Gesamtzuckergehalt eines Produktes zu erkennen.

Aber auch natürliche Produkte wie Honig, Zuckerrübensirup, Apfel- oder Birnendicksaft sind keine gesunden Alternativen. Sie enthalten zwar zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe, allerdings in so niedrigen Konzentrationen, dass sie keinen Beitrag zur Deckung des Tagesbedarfs leisten. Außerdem sind diese Produkte sehr klebrig, was für die Zähne weniger günstig ist.

Eine weitere Alternative stellen Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe dar. Zuckeraustauschstoffe wurden für die Diabetikerernährung entwickelt. Sie werden im Darm nur sehr langsam resorbiert und können so bei übermäßigem Verzehr (bei Kindern auch schon nach Aufnahme geringer Mengen) abführend wirken. Süßstoffe sind zwar kalorienfrei und zahnfreundlich, haben aber in der Kinderernährung nichts zu suchen. Durch den ständigen Verzehr süßer Produkte bleibt die Reizschwelle und die Vorliebe für den süßen Geschmack sehr hoch; schwach gesüßte Speisen werden von Kindern daraufhin häufiger abgelehnt. Für Süßstoffe gelten zudem sog. ADI-Werte (Acceptable Daily Intake = duldbare tägliche Aufnahmemenge) Diese beschreiben die Menge eines Stoffes, die ein Mensch lebenslang täglich aufnehmen kann, ohne das gesundheitliche Folgen auftreten würden. Berechnet werden die Werte allerdings auf der Basis von Erwachsenendaten. Trinken Kinder also zum Beispiel häufig Erfrischungsgetränke, die Süßstoffe enthalten, können sogar die für Erwachsene geltenden ADI-Werte leicht überschritten werden.

Auch Stevia ist ein Süßungsmittel, wird aber aus einer Pflanze gewonnen. Die industriell aufgearbeiteten Extrakte der Steviapflanze sind jedoch ebenso wenig ein Naturprodukt wie klassische Süßstoffe. Auch hier gibt es einen ADI-Wert für die tägliche Aufnahmemenge, und auch mit diesem Süßstoff bleibt die Reizschwelle für süße Lebensmittel eher hoch!

Mit Süßem und Snacks umgehen

  • Denken Sie zuallererst daran, dass Sie für Ihre Kinder ein Vorbild sind, auch was Ihre Naschgewohnheiten angeht.
  • Zur Erhaltung der Zahngesundheit sollten Süßigkeiten nicht über den gesamten Tag verteilt, sondern nur ein- bis zweimal täglich gegessen werden.
  • Vor dem Essen auf Naschen verzichten, sonst geht der Appetit auf die richtige Mahlzeit verloren.
  • Selbst hergestellte Kuchen, Desserts oder andere Süßspeisen nur schwach süßen. Kinder gewöhnen sich auch an weniger Süßes. Wenn der Anfang schwer fällt, Schritt für Schritt die Zuckermenge reduzieren, dann fällt es nicht so auf.
  • Süßes ist kein Trostpflaster bei Kummer, Schmerzen oder ähnlichen Gefühlen. Verhaltensweisen werden in der Kindheit geprägt und oft ein Leben lang beibehalten. Und der Begriff "Kummerspeck" kommt nicht von ungefähr.

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