Wärmeverluste im Haus: Wo Energie unbemerkt verloren geht
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg empfiehlt, energetische Schwachstellen vor einer Sanierung gezielt zu prüfen
Die Heizsaison steht vor der Tür. Eigentümer:innen älterer Häuser stehen damit erneut vor der Frage, wie sich Energieverbrauch und Heizkosten dauerhaft senken lassen. Doch bevor eine neue Heizung eingebaut oder in Dämmung und neue Fenster investiert wird, lohnt sich ein genauer Blick auf das Gebäude: Wo geht tatsächlich Wärme verloren - und welche Sanierungsmaßnahme spart am meisten Geld und Energie?

Wärme kann über verschiedene Bauteile verloren gehen. Dazu gehören insbesondere unzureichend gedämmte Außenwände, Dächer und Kellerdecken. Auch alte oder undichte Fenster können den Energieverbrauch und die Heizkosten erhöhen. Bei der Heizung spielen unter anderem deren Alter, Einstellung und Zustand eine Rolle. Ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Bereichen können ebenfalls unnötige Wärmeverluste verursachen.
„Bei der energetischen Sanierung gibt es nicht die eine Maßnahme, die für jedes Haus passt. Entscheidend ist, zunächst die energetischen Schwachstellen des Gebäudes zu kennen und die Maßnahmen aufeinander abzustimmen“, sagt Manuel Becker, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Kalte Stellen können Hinweise auf Wärmeverluste geben
Kalte Wände, Zugluft an Fenstern oder auffällig hohe Heizkosten können auf energetische Schwachstellen hinweisen. Eine kalte Oberfläche allein ist jedoch noch kein Grund, sofort zu dämmen oder ein Bauteil auszutauschen. Zunächst sollte geklärt werden, woher die Auffälligkeit kommt.
Eine mögliche Erklärung sind Wärmebrücken. Dort kann die Oberflächentemperatur niedriger sein. Unter ungünstigen Bedingungen kann sich Feuchtigkeit niederschlagen, wodurch das Schimmelrisiko steigt. Auch beim Austausch von Fenstern sollte das gesamte Gebäude betrachtet werden: Neue Fenster sind dichter und verändern den Luftaustausch. Deshalb müssen Lüftung und mögliche Feuchteprobleme mitgedacht werden.
Die Frage ist also nicht nur: Wo ist es kalt? Sondern: Warum ist es dort kalt – und welche Maßnahme ist für das Gebäude sinnvoll?
Sanieren mit Weitblick – Maßnahmen sinnvoll aufeinander abstimmen
Eine energetische Sanierung muss nicht zwangsläufig in einem Schritt erfolgen. Je nach Gebäude können Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden. Wichtig ist, die einzelnen Schritte sinnvoll aufeinander abzustimmen.
„Wer vor einer größeren Investition erst klärt, wo die höchsten Einsparpotenziale liegen, kann gezielter entscheiden, mögliche Synergieeffekte nutzen und vermeidet unnötige oder nicht aufeinander abgestimmte Maßnahmen“, so Manuel Becker. Beispielsweise kann ein individueller Sanierungsfahrplan dabei helfen, den energetischen Zustand eines Gebäudes zu bewerten und mögliche Maßnahmen in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen.
Auch die aktuelle Gesetzeslage und potenzielle Förderungen sollten berücksichtigt werden. So kommen neben Zuschüssen auch steuerliche Vergünstigungen und zinsgünstige Förderkredite in Frage, wenn vorgegebene Anforderungen erfüllt werden. Auch der Sanierungsfahrplan wird bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit bis zu 650 Euro gefördert und erhöht bei bestimmten größeren Sanierungsmaßnahmen die maximal mögliche Förderung.
Unabhängige Beratung schafft Orientierung
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg unterstützt Verbraucher:innen dabei, den energetischen Zustand ihres Gebäudes einzuschätzen und mögliche Sanierungsmaßnahmen unabhängig zu bewerten. Dabei können unter anderem Gebäudehülle, Heizung, erneuerbare Energien und Fördermöglichkeiten betrachtet werden.
Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
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