Position "Demokratie braucht Verbraucherbildung – Verbraucherbildung braucht Demokratie"
Demokratie lebt von aktiver Teilhabe und Mitgestaltung. Selbstbestimmte Entscheidungen sind nur in Gesellschaften möglich, in der Menschen die Rahmenbedingungen ihrer Entscheidungen aktiv mitgestalten können. Das Treffen selbstbestimmter Verbraucher:innenentscheidungen ist so auf Demokratie angewiesen.
Demokratie lebt von aktiver Teilhabe und Mitgestaltung. Selbstbestimmte Entscheidungen sind nur in Gesellschaften möglich, in der Menschen die Rahmenbedingungen ihrer Entscheidungen aktiv mitgestalten können. Das Treffen selbstbestimmter Verbraucher:innenentscheidungen ist so auf Demokratie angewiesen. Strukturelle Benachteiligung von Verbraucher:innen gibt es aber auch in demokratischen Gesellschaften. Diese sind allerdings bestrebt, diese Benachteiligung zu beseitigen bzw. wenigstens zu mildern. Hier setzt wohlverstandene Verbraucherbildung an.
Verbraucherbildung fördert den Erwerb der Kompetenzen, die im Kontext struktureller Benachteiligung und widerstreitender Interessen zwischen Verbraucher:innen und Unternehmen für das Treffen von kritisch reflektierten und selbstbestimmten Marktentscheidungen erforderlich sind. Verbraucherbildung zielt gleichfalls darauf, Verbraucher:innen in die Lage zu versetzen, auf Grundlage ihrer Analyse einer verbraucherrelevanten Situation und der eigenen Interessenlage direkte bzw. indirekte konsumbezogene Handlungen einzusetzen, um die vorgefundene Lage im Sinne ihrer Interessen zu beeinflussen.
Damit ist nicht nur Verbraucherbildung ein bedeutender Beitrag für die Demokratiebildung, die sich der kritischen Auseinandersetzung über demokratische Gestaltungsmöglichkeiten und Teilhabe, gesellschaftliche Machtverhältnisse und Interessenlagen annimmt. Vielmehr ist Demokratiebildung elementarer Bestandteil einer Verbraucherbildung, die sich bewusst und zentral der Stärkung der wirtschaftlichen Selbstbestimmung der Menschen widmet: Demokratie braucht Verbraucherbildung!
Verbraucherbildung ermöglicht es Menschen, ihre Interessen zu erkennen, kritisch zu reflektieren und aktiv zu vertreten – und ist damit unverzichtbar für eine repräsentative, liberale Demokratie, die vielfältig, lebendig, gerecht und partizipativ ist. Sie ist ein zentrales Handlungsfeld der zukünftigen Landesregierung zur Stärkung von Demokratie und Selbstbestimmung.