Photovoltaik: Schnelles Handeln kann sich lohnen
Für Photovoltaikanlagen könnten sich die Förderbedingungen ab 2027 deutlich verändern. Grundlage ist der Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027), der derzeit parlamentarisch beraten wird und noch angepasst werden kann. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale erläutert die wichtigsten geplanten Änderungen und zeigt, worauf Verbraucher:innen bei der Planung einer Solaranlage achten sollten.

Bislang erhalten Betreiber:innen neuer Anlagen 20 Jahre lang eine feste, garantierte Einspeisevergütung. Diese dauerhafte Garantie soll nach den aktuellen Reformplänen für neue Anlagen entfallen. Vorgesehen ist stattdessen eine befristete Übergangszahlung von bis zu 36 Monaten – gestaffelt nach Anlagengröße und Jahr der Inbetriebnahme. Sie soll ab 1. Januar 2027 bei 5,2 Cent/kWh starten und ab August 2027 halbjährlich sinken. Spätestens ab 2030 wäre für neue Anlagen keine gesetzliche Einspeisevergütung mehr vorgesehen – Überschussstrom müsste dann über einen Direktvermarkter zu schwankenden Börsenpreisen verkauft werden. Auch die höher vergütete Volleinspeisung soll entfallen und ist nach aktuellem Stand nur noch bis Ende 2026 möglich.
Was das für neue Anlagen bedeutet
Für bestehende Photovoltaikanlagen ändert sich nichts: Die zugesagte Vergütung bleibt über die gesamte Förderlaufzeit erhalten. Wer seine Anlage noch bis Ende 2026 in Betrieb nimmt, könnte sich zudem die derzeit geltenden Förderbedingungen sichern.
Für spätere Anlagen sind nach aktuellem Stand nur noch befristete und sinkende Vergütungen vorgesehen. Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: „Die Wirtschaftlichkeit einer neuen Photovoltaikanlage wird künftig noch stärker davon abhängen, wie viel des erzeugten Stroms im Haushalt selbst genutzt werden kann.“ Einnahmen aus der Einspeisung würden hingegen an Bedeutung verlieren.
Konkrete Tipps für Verbraucher:innen
- Startzeitpunkt prüfen: Wer mit seiner Solaranlage noch 2026 in Betrieb gehen möchte, sollte Planung und Installation jetzt anstoßen, um sich die bisherigen Vergütungssätze zu sichern.
- Wirtschaftlichkeit individuell berechnen lassen: Anschaffungskosten, Ertrag, Eigenverbrauch und künftige Strompreise gegenüberstellen – idealerweise mit unabhängiger Beratung.
- Anlage stärker am eigenen Bedarf ausrichten: Da künftige Erlöse für Überschussstrom unsicherer werden, kann es wirtschaftlich sinnvoller werden, die Größe der neuen Anlage stärker am eigenen Strombedarf auszurichten.
- Batteriespeicher einplanen: Ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch deutlich erhöhen, da der tagsüber erzeugte PV-Strom auch in den Abend- und Nachtstunden genutzt werden kann.
- Wärmepumpe und E-Auto mitdenken: Wer den Umstieg auf eine Wärmepumpe oder ein E-Auto plant, sollte den zusätzlichen Strombedarf bereits bei der Planung berücksichtigen.
- Angebote vergleichen: Mehrere Angebote einholen, Ertragsprognosen kritisch prüfen und Anbieter auf Seriosität checken.
- Direktvermarktung im Blick behalten: Bei Anlagen ohne feste Vergütung Konditionen verschiedener Direktvermarkter vergleichen und technische Voraussetzungen (intelligentes Messsystem) einplanen.
„Wer unsicher ist, ob sich der Kauf einer neuen Anlage noch lohnt , sollte das nicht allein anhand der Vergütung entscheiden, sondern die individuelle Situation prüfen lassen“, rät Matthias Bauer. „Unabhängig von der Diskussion um die Einspeisevergütung bleibt Photovoltaik für viele Haushalte eine Möglichkeit, einen Teil ihres Strombedarfs selbst zu decken und sich unabhängiger von den Entwicklungen auf den Energiemärkten zu machen.“
Unabhängige Beratung schafft Orientierung
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg unterstützt Verbraucher:innen bei Fragen rund um Photovoltaik, Eigenverbrauch und Einspeisevergütung. Dabei können unter anderem Gebäudehülle, Heizung, erneuerbare Energien und Fördermöglichkeiten betrachtet werden. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
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