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Wegovy aus dem Netz: Abnehmspritzen zu leicht erhältlich

Stand:
Testkäufe der Verbraucherzentralen zeigen: Verschreibungspflichtige Abnehm-Medikamente sind bei einigen telemedizinischen Plattformen ohne Prüfung erhältlich.
Jemand setzt sich eine Spritze an den Bauch

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Verbraucherzentralen warnen nach durchgeführten Testkäufen bei einer Stichprobe von telemedizinischen Plattformen vor dem leichtfertigen und unkontrollierten Zugang zu Abnehmspritzen wie Wegovy über das Internet.
  • Das Ergebnis: Wer online einen Fragebogen ausfüllt, kann das in Deutschland verschreibungspflichtige Medikament teils ohne echte ärztliche Untersuchung oder Identitätsprüfung erhalten – trotz erheblicher Risiken und rechtlicher Vorgaben.
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Was sind Abnehmspritzen – und wie wirken sie?

Die Medikamente wurden ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Sie wirken unter anderem, indem sie das Sättigungsgefühl steigern und damit zur Gewichtsreduktion beitragen. Inzwischen werden sie in Deutschland auch bei Adipositas verschrieben – allerdings sind sie nicht für Menschen ohne medizinische Indikation gedacht.

Abnehmspritzen wie Wegovy sind verschreibungspflichtig und können gravierende Nebenwirkungen haben, darunter:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (selten)
  • Gallenprobleme
  • Einseitige Erblindung (selten)
  • Mögliche Langzeitrisiken wie Schilddrüsenkrebs (noch nicht ausreichend erforscht)

In vielen Fällen ist eine dauerhafte Einnahme notwendig, begleitet von einer Umstellung des Lebensstils.

Häufige Fragen und Antworten lesen Sie in unserem FAQ-Artikel.

Was wurde mit den Testkäufen untersucht?

Das bundesgeförderte Projekt "Faktencheck Gesundheitswerbung" der Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz testete vom 2. bis 11. März 2026 sechs telemedizinische Plattformen. Ziel war es zu prüfen, ob ein Missbrauch bei den Online-Fragebögen möglich ist – und wie leicht sich Systemlücken ausnutzen lassen. Insgesamt wurden zehn Plattformen identifiziert, bei denen eine Verschreibung per Fragebogen möglich ist. Bei sechs davon muss man sich nicht ausweisen – hier wurden die Testkäufe mit einem fiktiven Profil durchgeführt.

Zentrale Ergebnisse der Testkäufe

Kann man bei telemedizinischen Plattformen die Abnehmspritze bestellen, obwohl man den vorgeschriebenen Body-Mass-Index (BMI) für eine Verschreibung nicht erfüllt?

Nein, mit der Angabe von Normalgewicht im Fragebogen war eine Bestellung bei den telemedizinischen Plattformen im Test nicht möglich. 

Kann man bei telemedizinischen Plattformen die Abnehmspritze bestellen, wenn man falsche Angaben zum Gewicht macht?

Nachdem die Angaben im Fragebogen von Normalgewicht auf einen BMI von 32,4 angepasst wurden, konnte bei fünf der sechs getesteten Plattformen ein Rezept oder das Medikament selbst bestellt werden. Dabei war kein Identitätsnachweis nötig. Es lässt sich im Ergebnis feststellen, dass die Kontrollfunktionen bei manchen telemedizinischen Plattformen unzureichend und leicht zu umgehen sind.  

Was sonst noch auffiel

  • Bei 4 von 10 Plattformen waren keine Foto-Nachweise für das Übergewicht und auch keine Ausweisvorlage für die Überprüfung der Identität erforderlich.
  • Bei 2 von 10 Plattformen wurden zwar Fotos, aber keine Ausweisvorlage verlangt.
  • 4 der 10 Plattformen hatten strengere Vorgaben und verlangten Fotos und Ausweise.

Fazit und Empfehlungen der Verbraucherzentralen

  • Abnehmspritzen wie Wegovy setzen eine medizinisch begründete, persönlich gestellte ärztliche Diagnose voraus.
  • Der Online-Zugang über telemedizinische Plattformen mit unzureichender Prüfung und Beratung ist gesundheitlich und rechtlich bedenklich.

Wer aus gesundheitlichen Gründen eine medikamentöse Gewichtsreduktion in Betracht zieht, sollte sich in jedem Fall ärztlich beraten lassen – nicht nur einen Online-Fragebogen ausfüllen.

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