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Ayurvedische Produkte und Nahrungsergänzungsmittel können giftige Schwermetalle enthalten. Worauf sollten Sie achten?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ayurvedische Produkte - ins besondere Nahrungsergänzungsmittel - können große Mengen giftiger Schwermetalle enthalten.
  • Wer solche Produkte verwendet und dauerhaft über Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Schwäche klagt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.
  • Beim Einkauf auf Produkte mit ISO 9001-Standard und/oder dem Prüfzeichen des BDHI achten.
  • Sicherheitshalber sollten Sie keine Produkte aus dem Urlaub mitbringen.
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Ayurveda-Produkte - Nahrungs­ergänzungsmittel, Detox-Produkte, Tees, Gewürze, Getränke, Kräuter, Aroma-Öle - werden aus Arzneipflanzen und Mineralien gewonnen. Sie finden sich ebenso in Naturkostläden und Reformhäusern wie in asiatischen Lebensmittelläden oder im Internet. Doch importierte ayurvedische Produkte können - zum Teil absichtlich aus traditioneller Herstellungspraxis heraus - Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Arsen enthalten. Das belegen verschiedene Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln, z.B. vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Einer der Untersuchungen zufolge enthielten 60 Prozent der Proben giftige Schwermetalle. Dabei wurden Überschreitungen der Richtwerte für Arsen um das 49.000-fache, bei Quecksilber um das 7.800-fache festgestellt.

2012 berichteten amerikanische Gesundheitsbehörden von sechs schwangeren Frauen, die nach Einnahme verschiedener ayurvedischer Produkte aus Indien Bleivergiftungen erlitten hatten, was beim Fötus zu schweren Schäden am Nervensystem führen kann.

Eine US-Untersuchung (2018) ergab, dass in 65 % der 252 untersuchten ayurvedischen Produkte Blei, in 38 % Quecksilber und in 32 % Arsen gefunden wurde. In fast der Hälfte der quecksilberhaltigen Proben, 36 % der bleihaltigen Proben und 39 % der arsenhaltigen Proben wurden die Grenzwerte um das Vieltausendfache überschritten.

Auch bei Marktkontrollen durch die amtliche Lebensmittelüberwachung fallen immer wieder übermäßig mit Schwermetallen belastete Nahrungsergänzungsmittel auf, wie das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) zeigt.

Wegen dieser andauernden Probleme hat die Europäische Union (EU) für einige Schwermetalle in Nahrungsergänzungsmitteln Höchstgehalte festgelegt und zwar für Blei (maximal 3,0 mg/kg), Cadmium (maximal 1,0 bzw. 3,0 mg/kg, wenn vorwiegend aus Seetang) und Quecksilber (0,1 mg/kg). Für Arsen gibt es keinen speziellen Grenzwert, hier gilt die EU-Kontaminanten-Verordnung in Verbindung mit der EU-Basis-Verordnung.

Für die Einhaltung der Werte sind die Hersteller bzw. die Importeure verantwortlich. Problematisch kann es daher vor allem beim privaten Bezug aus dem Ausland, zum Beispiel bei Gewürzen als Reisemitbringsel oder via Internet werden.

Wenn Sie Ayurveda-Produkte nehmen und dauerhaft unter Symptomen wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder körperlicher Schwäche leiden, sollte Sie die Präparate absetzen und unbedingt einen Arzt aufsuchen, der abklärt, ob es Anzeichen für eine Vergiftung mit Schwermetall gibt. Bevor man Kindern ayurvedische Mittel verabreicht, sollte der Kinderarzt dazu befragt werden.

Tipps:

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Händler oder Internetvertreiber nach Herkunft und Herstellung der Produkte, bevor Sie  ayurvedische Erzeugnisse (Nahrungsergänzungsmittel, Tees, Gewürze, Getränke, Kräuter) probieren.
  • Anbieter sollten schriftlich belegen können, dass sämtliche Importwaren auf die Belastung mit Schwermetallen untersucht worden sind. Das gilt auch für Bio-Präparate, obwohl deren Rohwaren bereits strengere Auflagen erfüllen müssen.
  • Produkte, die nachweislich nach dem ISO 9001-Standard hergestellt wurden, sind beim Kauf zu bevorzugen, da deren Qualität regelmäßig kontrolliert wird.

Orientieren können sich Kunden auch am Prüfzeichen des Bundesverbands der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. (BDIH). Es kennzeichnet Nahrungsergänzungsmittel, die auf Schwermetalle geprüft wurden. Der Verband bietet im Internet eine Produktliste.


Die DIN EN ISO 9001 ist die im Qualitätsmanagement verbreitetste Norm. Sie legt die Mindestanforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem fest. Es begleitet alle wesentlichen betrieblichen Prozesse und stellt diese auf den Prüfstand, u.a. um die Anforderungen der Kunden und die jeweiligen gesetzlichen und behördlichen Vorgaben zu erfüllen.