Wespennest entfernen zu Wucherpreisen: So wehren Sie sich gegen Abzocke

Stand: 05. Januar 2026

Abzocke durch falsche Schädlingsbekämpfer: Notdienste fordern teils horrende Preise und setzen Kunden unter Druck, noch an der Haustür zu zahlen. Obwohl Wespen unter Schutz stehen, ignorieren manche die Gesetze und entfernen die Nester unfachmännisch.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unseriöse Anbieter verlangen viel Geld, um Wespennester zu entfernen.
  • Überzogene Rechnungen sollten Sie nicht bezahlen. Braucht es keinen besonderen Aufwand, sind Preise zwischen 150 und 250 Euro plus Mehrwertsteuer üblich.
  • Die Tiere stehen unter Artenschutz und dürfen nur in Ausnahmen getötet werden (zum Beispiel in der Nähe von Allergikern und Kindergärten).

Wespen stehen unter Artenschutz. Unter bestimmten Voraussetzungen (zum Beispiel als Allergiker:innen oder dort, wo Kinder spielen) dürfen Sie die Nester vom Fachmann entfernen lassen. Im Zweifelsfall rät Ihnen ein Profi deshalb zum Beispiel, das Küchenfenster nicht mehr zu öffnen, und die Wespen in ihrem Nest davor am Leben zu lassen. Um trotzdem lüften zu können, sollten Sie Fliegengitter an Ihren Fenstern anbringen.

Noch strenger durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind Hornissen, Wildbienen und einige besondere Wespenarten. Verstöße können mit hohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Bei uns melden sich aber immer wieder Verbraucher:innen, die von teuren und laienhaft arbeitenden Notdiensten abgezockt und noch an der Haustür unter Druck gesetzt werden. Deshalb geben wir einige Hinweise und Tipps:

Ohne größere Aufwände sind bis 250 Euro üblich

Befindet sich ein Wespennest so am oder im Gebäude, dass Personen in Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder Allergiker:innen gefährdet werden, empfiehlt es sich, das Wespennest von Profis begutachten zu lassen. Ansprechpartner vermitteln Ihnen lokale Imkervereine, Ihr Umweltamt. Sie finden diese auch beim Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. oder beim Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband e.V..  

Entscheiden die Profis, dass das Nest am besten entfernt werden sollte, sind je nach Region und Aufwand Preise zwischen 150 und 250 Euro (plus Mehrwertsteuer, inklusive Anfahrt) üblich. Teurer wird es, wenn beispielsweise eine Hebebühne bestellt werden muss, um ans Nest zu gelangen. Manche Anbieter langen deutlich stärker zu: Bei der Verbraucherzentrale NRW sind Fälle bekannt, in denen bis zu 700 Euro für einen halbstündigen dilettantischen Einsatz zur Wespennestentfernung in Rechnung gestellt wurden. 

Eine Umsiedlung der Wespen kann auch geprüft werden, und ist – wenn sie professionell und sinnvoll durchgeführt wird - aufwändiger und kostet mindestens 1000 Euro. 

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, eine Rechnung sofort zu zahlen! Einmal gezahltes Geld erhalten Sie nur schwer wieder zurück. Denn herauszufinden, wer hinter einem unseriösen Notdienst steht, ist oft unmöglich. Adressen werden erfunden. Die Steuernummer wird auf der Rechnung mit "in Gründung" angegeben. Im Internet agieren einige Vermittler, die dann nicht selbst die Verträge mit Ihnen schließen, sondern Dienstleister aus Ihrer Gegend schicken.

Sachverständige können helfen, wenn Schäden entstanden sind

Sie können auch einen Sachverständigen für Schädlingsbekämpfung einschalten. Er begutachtet die erfolgten Arbeiten und kann bestimmen, ob vernünftig gearbeitet wurde. Da diese Dienstleistung kostenpflichtig ist, lohnt sie sich in der Regel nur, wenn Sie ein Gerichtsverfahren auf Schadensersatz anstreben. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn der Notdienst Ihr Haus beschädigt hat.

Ohne Not ist Wespennester entfernen verboten

Wespennester dürfen nur entfernt werden, wenn die Insekten eine unmittelbare Gefahr für den Menschen darstellen. Das kann bei Allergiker:innen, in Kindergärten, Schulen und Altenheimen der Fall sein.

So schützen Sie sich vor Abzocke bei Notdiensten:

  • Beauftragen Sie niemanden, der nur eine 0800-Nummer oder Handynummer angibt.
  • Seriöse Schädlingsbekämpfer werden Ihnen am Telefon in etwa den Preis nennen und auch sagen können, wie Sie voraussichtlich vorgehen werden.
  • Wenn Sie im Internet recherchieren, klicken Sie auf das Impressum der Seiten. Dort erfahren Sie, ob der Anbieter tatsächlich in Ihrer Nähe sitzt.
  • Schauen Sie sich über Berufsverbände nach Notdiensten in Ihrer Umgebung um.
  • Machen Sie sich vorher für Notfälle in Ihrer Umgebung schlau. Schreiben Sie sich die Nummern für wichtige Notdienste auf, wenn Sie die Ruhe für eine Recherche haben. Sinnvoll sind z.B. auch Schlüsseldienste, deren Nummern sie am besten im Portemonnaie mitnehmen.
  • Zahlen Sie niemals sofort. Sie haben das Recht, die Rechnung überprüfen zu lassen, zum Beispiel bei Ihrer Verbraucherzentrale.
  • Ein Profi stört oder tötet Wildtiere nicht unbegründet und arbeitet mit den Naturschutzbehörden zusammen.
  • Imker, zugelassene Schädlingsbekämpfungsunternehmen, Kammerjäger sowie einige Umweltschutzorganisationen sind die richtigen Ansprechpartner – mit der passenden Ausrüstung und sachkundigen Erfahrung. Fach- und Berufsverbände der Schädlingsbekämpfer sowie Stadtverwaltungen oder Umweltämter helfen bei der Suche nach Fachleuten aus dem Umkreis.
  • Auf den Internetseiten des Vereins zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. oder beim Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband e.V. können Sie auch nach Postleitzahl nach einem Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe suchen.

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