Das Wichtigste in Kürze:
- Der richtige Standort reduziert Lärm, steigert Effizienz und verhindert Ärger mit Nachbarn.
- Schallschutzmaßnahmen wie Hauben, Wände oder Hecken können die Lautstärke deutlich senken.
- Luftwärmepumpen verursachen Geräusche – Modellwahl und Abstand sind entscheidend.
- Nach Einbau unbedingt den Versicherungsschutz der Wohngebäudeversicherung anpassen.
Was ist der richtige Aufstellort für eine Wärmepumpe?
Der Aufstellort Ihrer Wärmepumpe sollte sich nicht in unmittelbarer Nähe zu Schlafräumen oder Nachbarsgebäuden befinden – ein Mindestabstand von drei bis vier Metern ist ratsam, wobei Sie auch die individuellen Herstellerangaben zur Geräuschemission beachten sollten. Günstig ist es, wenn Sie einen Standort auf der ohnehin lauteren Straßenseite des Gebäudes wählen.
Wenn Sie in einem dicht bebauten Gebieten wohnen und die Abstände zu den Nachbarn sehr gering sind, helfen die oben genannten Schallschutzmaßnahmen.
Rasenflächen sind zur Aufstellung einer Wärmepumpe besonders geeignet, da sie schalldämpfend wirken. Platzieren Sie Ihre Wärmepumpe niemals zwischen zwei Mauern, da hier Echoeffekte auftreten können, die die Lautstärke der Wärmepumpe sogar noch erhöhen.
Bei der Außenaufstellung kann sich die Gefahr ergeben, dass die kalte Luft, die die Wärmepumpe nach Abgabe der erzeugten Wärme im Haus nach außen ausbläst, wieder ansaugt. Dieser Effekt schmälert die Effizienz einer Wärmepumpe erheblich. Es ist daher darauf zu achten, dass die Hauptwindrichtung nicht in Richtung Ausblasöffnung weht.
Zudem sollte die Wärmepumpe an den Gebläseöffnungen frei zugänglich sein, um die Wartung der Wärmepumpe zu erleichtern und die Luftströmungen nicht zu behindern. Außerdem sollten die Gebläseöffnungen in einem Mindestabstand zu Gehwegen und der Terrasse sein, denn der entstehende Luftzug kann in unmittelbarer Nähe der Wärmepumpe das Wohlbefinden beeinträchtigen.
Grundsätzlich sollte der Abstand zum Haus, und damit zum Pufferspeicher im Haus, so gering wie möglich gehalten werden. Jeder zusätzliche Meter erhöht die Wärmeverluste über die Außenleitungen der Wärmepumpe.
Machen Wärmepumpen Lärm?
Bei Grundwasser- und Erdwärmepumpen sind keine Lärmprobleme zu erwarten. Luftwärmepumpen verursachen mit ihren großen Ventilatoren Geräusche. Diese Geräusche können zum Beispiel Nachbarn stören, aber auch Sie selbst. Und auch dann, wenn die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Zwar sind die Geräte in den vergangenen Jahren immer leiser geworden. Doch um Problemen vorzubeugen, sollten Sie zwei Punkte beachten:
- Achten Sie bei der Entscheidung für ein konkretes Modell auf den Schallausstoß. Ein Messwert dazu ist auf dem Effizienzlabel jedes Geräts angegeben. Typischerweise liegt dieser im Bereich 40 bis 50 Dezibel für Einfamilienhäuser. Moderne Geräte haben teils einen besonders leisen Nacht- oder Flüstermodus. Mit diesem Schallrechner des Bundesverbands Wärmepumpe e.V. können Sie die Lärm-Immissionen für einige Luft-Wasser-Wärmepumpen abschätzen.
- Ermitteln Sie zusammen mit dem Fachbetrieb den optimalen Aufstellort. Dabei geht es nicht nur um den Abstand zum Beispiel vom Nachbarhaus. Auch die günstige Schallabsorption zum Beispiel durch Hecken ist einzubeziehen. Und genauso die nachteilige Schallreflexion an Hauswänden. Sprechen Sie hierüber in der Planung auf jeden Fall detailliert. Nachträglich lassen sich störende Geräusche nicht mehr oder nur schwierig beheben.
Muss ich bei einer Wärmepumpe einen Schallschutz aufstellen?
In einigen Geräten befinden sich Ventilatoren und Verdichter, die im Betrieb Geräusche erzeugen. Um Lärmbelästigungen zu vermeiden, sollten die Geräte nicht direkt unter Schlafräumen stehen. Besondere Vorsicht gilt auch bei sehr enger Bebauung, hier könnten die Geräusche Nachbarn stören.
Achten Sie beim Kauf der Luftwärmepumpe darauf ein leises Gerät zu kaufen. Auch der Schallrechner kann Ihnen bei der Einschätzung eines notwendigen Abstands helfen.
Neben der Lautstärke des Geräts sind vor allem Aufstellart und -ort für die Schallemissionen entscheidend. Sie sollten die Wärmepumpe auf einem Sockel aufstellen und gegebenenfalls mit einer Schallschutzhaube versehen. Solch ein Sockel kann aus Beton gegossen sein oder aber auch aus einem dämmenden Material wie Rasen oder einer Matte aus Schaumstoff oder Moosgummi bestehen.
Eine Schallschutzhaube verringert die Lautstärke der Wärmepumpe durch Luftumlenkungen im Inneren. Geräusche, welche über die Luft übertragen werden, gelangen somit nur noch stark abgeschwächt nach außen. Zusätzlich hat der eingesetzte Werkstoff eine dämmende Wirkung. Damit kann eine Schallschutzhaube – je nach Aufstellung – eine Schallreduktion von bis zu 15 Dezibel(A) erreichen.
Zudem hat eine Schallschutzhaube weitere Vorteile: Sie schützt die Wärmepumpe vor möglichen Witterungseinflüssen wie Hagel, Frost oder starker Sonneneinstrahlung. Die Funktion der Wärmepumpe wird durch eine Schallschutzhaube nicht eingeschränkt. Trotz Ummantelung wir die Umgebungsluft uneingeschränkt eingesogen. Ein starker Leistungsabfall ist bei einer Wärmepumpe mit Schallschutzhaube nicht zu erwarten.
Auch Schallschutzwände oder immergrüne Hecken mit dichtem Blattwerk können die Schallemissionen verringern. Im besten Fall sollten Sie Schallschutzmaßnahmen bereits bei der Planung mitbedenken.
Was ist beim Versicherungsschutz bei einer Wärmepumpe zu beachten? Was sollte ich absichern?
Klassischerweise schützt die Wohngebäudeversicherung das Gebäude und fest eingebaute Gegenstände wie die Wärmepumpe bei Schäden unter anderem durch Brand, Blitzschlag, Sturm oder Leitungswasser.
Bei Einbau einer Wärmepumpe sollten Hauseigentümer:innen umgehend ihren Wohngebäudeversicherer kontaktieren und den Versicherungsschutz der neuen Technik anpassen. Wenn noch nicht vorhanden, ist auch meist auch die Erweiterung um die sogenannte Elementarschadenversicherung sinnvoll.