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Proteine und Proteinpräparate: Gerade für ältere Menschen wichtig

Stand:
Ausreichend Eiweiß ist wichtig, um den Abbau von Muskelmasse im höheren Alter zu verhindern.
Senior trinkt ein Proteingetränk beim Sport

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für Erwachsene ab 65 Jahren gilt 1,0 Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht als optimale tägliche Aufnahmemenge.
  • Ideal sind Kombinationen aus pflanzlichem und tierischem Eiweiß.
  • Wer sich ausgewogen ernährt, benötigt keine Extraportion Proteine. Bei Schluckbeschwerden oder Unverträglichkeiten im Alter können spezielle Präparate allerdings sinnvoll sein.
  • Wer sich über längere Zeit stark proteinhaltig ernähren will, sollte vorher das Arztgespräch suchen.
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Warum ist Eiweiß wichtig?

Neben Fetten und Kohlenhydraten gehören Proteine (Eiweiß) zu den energieliefernden Makronährstoffen. Um normale Körperfunktionen zu erhalten, ist eine regelmäßige Proteinzufuhr unerlässlich. Denn Protein ist ein Baustoff des Körpers, der für anabole, das heißt zell- und muskelaufbauende Prozesse verantwortlich ist. Auch für die Blutgerinnung, Immunabwehr und aktive Bewegung ist es unverzichtbar. Wird der Körper über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend mit Protein versorgt, gerät der Stoffwechsel aus dem physiologischen Gleichgewicht und Muskelmasse baut sich ab.

Bisher gibt es keine sicheren Belege dafür, dass eine über die Empfehlungen hinausgehende Proteinzufuhr einen Einfluss auf die Knochengesundheit und das Frakturrisiko hat. Die Studienlage ist da sehr uneinheitlich. Möglicherweise sinkt das Hüftfrakturrisiko bei über 65-Jährigen wenn die Eiweißzufuhr leicht über der empfohlenen Menge liegt. 

Nehme ich genug Protein auf?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Menschen über 65 Jahren eine tägliche Proteinaufnahme von 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, die leicht über der empfohlenen Menge für jüngere Erwachsene liegt. Dieser Referenzwert berücksichtigt die körperliche Funktionalität beziehungsweise den Funktionserhalt in dieser Altersgruppe. Auch für ältere Freizeitsportler, die zwei bis dreimal pro Woche trainieren (Joggen, Fitnesskurse), ist diese Menge ausreichend.

Der leicht erhöhte Proteinbedarf im Alter kann durch eine normale Ernährung abgedeckt werden. In der Regel bietet der Griff zu proteinangereicherten Lebensmitteln oder Präparaten keine Vorteile und ist zudem unnötig teuer. Das Protein stammt häufig aus herkömmlichen Lebensmitteln und besteht aus Mischungen von Soja-, Milch- und Weizenprotein, teilweise auch aus Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Lupinen.

Allerdings können Proteinpräparate, etwa eiweißreiche Trinknahrung oder Shakes aus Eiweißpulver, zum Beispiel Whey-Protein, bei Kau- oder Schluckproblemen, vermindertem Hungergefühl, einseitigen Essgewohnheiten oder Verdauungsproblemen im Alter sinnvoll sein. Sie sollten jedoch kritisch auf zugesetzte Süßungsmittel und Zucker, Zusatzstoffe und Aromen achten.

Versorgung mit Proteinen: Die Qualität zählt

Entscheidend ist die Qualität des Proteins. Idealerweise sollte der Proteinbedarf sowohl über tierische als auch (bevorzugt) pflanzliche Lebensmittel abgedeckt werden.

Lebensmittel für eine gute Proteinversorgung ohne Präparate sind zum Beispiel:

Günstige Proteinkombinationen können dabei helfen, dass der Körper die Proteine besser verwertet. Empfehlenswert ist, tierisches und pflanzliches Protein zu kombinieren, zum Beispiel Kartoffeln mit Ei oder Milch mit Getreide. Die Proteinverwertung bei den beispielhaft genannten Kombinationen ist sogar besser als bei Fleisch. Demnach können sich auch vegetarisch lebende Menschen ausreichend mit Protein versorgen.

Extra angereicherte Lebensmittel wie Eiweißbrote sind nicht notwendig.

Mit flüssigen Proteinquellen werden die Eiweißbausteine schneller aufgenommen. Empfehlenswert ist beispielsweise fettarme Milch. Diese Milch und Milchmischgetränke sollten von sportlich aktiven Älteren besser nach als während des Sports getrunken werden, weil sich der "gefüllte Magen" leistungshemmend auswirken kann.

Produkte mit einzelnen Aminosäuren sind für eine gesunde Eiweißversorgung nicht hilfreich und können die Aufnahme von anderen Aminosäuren im Körper blockieren.

Halten Sie Rücksprache mit dem Arzt

Wenn Sie sich wegen Ihres inzwischen höheren Alters gerne proteinhaltiger ernähren wollen, ist vor der Ernährungsumstellung ein Gespräch in der Hausarztpraxis  sinnvoll. Als Abbauprodukt des Proteinstoffwechsels wird verstärkt Harnstoff gebildet, was die Niere belasten kann. Zwar können sich die Nieren an eine höhere Eiweißzufuhr anpassen, aber eine kurze Rücksprache zur Funktionsfähigkeit kann nicht schaden. Für den Fall einer bereits vorliegenden Nierenfunktionsstörung gibt es wissenschaftliche Belege, dass eine zu hohe Proteinaufnahme eine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion begünstigen kann.

Bei Einnahme von Proteinpräparaten wird für einen zusätzlichen Abnehmeffekt häufig auf Kohlenhydrate verzichtet. Dadurch kann der Körper in eine Ketose geraten, die sich beispielsweise durch vermehrten Durst, schlechten Mundgeruch, Stimmungsschwankungen und Verdauungsprobleme zeigt. Außerdem kann es neben einer stärkeren Belastung der Nieren zu einem negativen Effekt auf die Calcium-Bilanz, die Knochengesundheit und den Säure-Basen-Haushalt kommen. Weil vermehrt Harnsäure gebildet wird, kann dies bei empfindlichen Personen zu Nierensteinen oder Gichtanfällen führen.

Die Ernährung sollte am besten ausgewogen und vielseitig sein. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist sehr wichtig, auch um den anfallenden Harnstoff durch eine eiweißreiche Ernährung mit dem Urin ausscheiden zu können. Weitere Tipps gibt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.

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Weitere Informationen und Marktchecks:

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