Das Wichtigste in Kürze:
- Wenn es Hinweise auf einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel gibt, kann die Hausarztpraxis entsprechende Untersuchungen veranlassen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.
- Wenn Sie einfach nur Ihren Versorgungsstatus kennen möchten, können Sie das in der Arztpraxis als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) beauftragen und selbst bezahlen. Alternativ können Sie ein freies Labor beauftragen.
- Bei frei verkäuflichen (Selbst-) Tests ist Vorsicht geboten. Die Handhabung kann fehlerhaft sein. Bei Online-Anbietern steht oft der Produktverkauf im Vordergrund. Von Haaranalysen raten wir ab.
Grundsätzlich ist die Versorgungslage mit Vitaminen und Mineralstoffen in Deutschland gut und lässt sich in der Regel mit ganz normalen Lebensmitteln – ohne zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel – erreichen. Es gibt aber (gesunde) Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko für eine grenzwertige Versorgung haben. Dazu gehören vor allem Schwangere und Stillende, ältere Menschen und vegan Lebende. Auch manche Leistungssportler:innen sind nicht gut versorgt. Das gilt hauptsächlich für solche, die auf ihr Gewicht achten müssen, zum Beispiel rhythmische Sportgymnastik, Ballett, Eiskunstlaufen, Wrestling, Judo und andere Kampfsportarten. Je höher die „erlaubte“ Kalorienaufnahme, desto leichter ist es, sich mit normalen Lebensmitteln adäquat mit Mikronährstoffen zu versorgen.
Laut einer Forsa-Umfrage von 2024 nehmen mehr als die Hälfte der über 16-Jährigen in Deutschland Nahrungsergänzungsmittel, Dabei berichten 11 Prozent der Nutzer:innen von Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit oder Kopfschmerzen. 2 Prozent stellten Wechselwirkungen mit Medikamenten fest. In einer Umfrage für das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde 2025 festgestellt, dass trotz der allgemein guten Versorgungslage mehr als drei Viertel der Bevölkerung in den letzten 12 Monaten Supplemente genommen haben. Laut BfR-Verbrauchermonitor 2021 wurde nur bei 16 Prozent der Nahrungsergänzungsmittel-Nutzer:innen tatsächlich auch ein Mangel festgestellt. Weitere 18 Prozent nahmen Produkte, weil sie selbst einen Vitaminmangel vermuteten.
Ein Forscherteam der Donau-Universität Krems kam zu dem Schluss, dass eine regelmäßige Bestimmung des Vitamin-B12- oder Vitamin D-Spiegels Menschen ab 50 Jahren ohne Mangelsymptome keinen gesundheitlichen Nutzen bringt.
Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?
Um einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel festzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen über die systematische Erhebung dessen, was überhaupt gegessen wird, zum Beispiel in Form von 24-Stunden-Abfragen, oder anhand mehrtägiger bzw. mehrwöchiger Ernährungsprotokolle. Bestimmte Symptome wie Mundwinkelrhagaden, Blässe und Müdigkeit oder ein zu geringes Wachstum bei Kindern, können Hinweise auf einen bestehenden Vitamin- oder Mineralstoffmangel geben. Wirklich belegen lassen sich diese jedoch nur anhand bestimmter Labor-Biomarker.
Das Problem: Unterschiedliche Nährstoffmängel verursachen oft ähnliche, unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsmangel, Hautprobleme, Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Zuckungen sowie erhöhte Infektanfälligkeit. Diese können aber ebenso die Folge von Entzündungen oder Infektionen, Stress oder Schlafmangel sein. Eine Übersicht der jeweiligen Symptome finden Sie in unseren Tabellen zu Vitaminen und Mineralstoffen.
Das optimale Vorgehen zur Abschätzung eines Mikronährstoffmangels umfasst zunächst einmal eine detaillierte Anamnese mit Ernährungsprotokoll und eine körperliche Untersuchung, die vor allem Haut, Schleimhäute, Mund, Augen und auch Nervenstörungen wie Nervenreize oder Geruchsempfinden berücksichtigen sollte.
Tipp: Für eine erste Abschätzung reicht die Analyse der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten durch eine qualifizierte Ernährungsberatung.
Dann folgen Laboruntersuchungen mit biochemischen Tests. Diese wiederum erlauben eine Bewertung der Nährstoffaufnahme in der jüngeren Vergangenheit. Je nach Nährstoff wird dafür Blut (Vollblut, Serum, Plasma), Urin oder eine Gewebeprobe benötigt. Je nach Mikronährstoff müssen unterschiedliche Biomarker herangezogen werden. Für manche Nährstoffe gibt es mehrere Tests, die unterschiedlich gut in ihrer Aussagekraft sind.
Das Öffentliche Gesundheitsportal Österreich stellt Tabellen für Laborwerte unter anderem zu bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen zur Verfügung.
Für Fachleute: Bei diesen Tests unterscheidet man wiederum solche, die die Konzentration eines Nährstoffs oder seiner Stoffwechselprodukte (Metaboliten) in einer biologischen Flüssigkeit messen (statische Tests) oder solche, die die Auswirkungen eines Mangels messen, zum Beispiel eine reduzierte Enzymaktivität (funktionelle Tests).
Die beste, aussagekräftigste Bestimmung der Versorgungslage gelingt über die Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) beispielsweise aus der Leber oder den Muskeln – aber das ist in den meisten Fällen deutlich über das Ziel hinausgeschossen.
Wenn Sie sich für Details interessieren, also was genau untersucht wird und welche Stoffe bzw. Biomarker dafür herangezogen werden, finden Sie in dieser Tabelle, die auf der ESPEN-Leitlinie von 2022 basiert.
Am Beispiel Zink zeigt sich, wie schwierig die Interpretation ist bzw. wodurch Werte beeinflusst werden können: Wird während einer Infektion der Zink-Wert bestimmt, liegt er möglicherweise sehr niedrig. Das heißt aber nicht, dass die Person einen generellen Zink-Mangel hat, sondern dass es durch die Infektion zu dem niedrigeren Wert gekommen ist. Dieser wird sich nach Beendigung der Infektion automatisch wieder normalisieren. Eine Kontrolle zum späteren Zeitpunkt ist dann sinnvoll. Beim Fasten dagegen ist der Zink-Wert erhöht.
Auch der Ferritin-Wert – eigentlich ein Zeichen für eine Eisenmangelanämie – steigt bei einer Erkältung (oder einer anderen Infektion) an. Ein Eisenmangel wird so mitunter nicht erkannt. Zu einem erhöhten Wert kann es aber auch durch weitere Erkrankungen (Hämochromatose, Hepatitis) oder eine Überdosierung von Eisenpräparaten kommen. Wenn während einer Erkrankung ein niedriger Vitamin-D-Spiegel gemessen wird, heißt das nicht zwangsläufig, dass die Erkrankung ausgebrochen ist, weil der Vitamin-D-Wert zu niedrig war. Genauso gut könnte es auch andersherum sein.
Solche Zusammenhänge werden in Diskussionen über Vitamine und Mineralstoffe oft nicht berücksichtigt.
Wie sinnvoll sind private Bluttests?
Rundum-Tests sind in der Regel wenig sinnvoll, da Deutschland kein Vitaminmangelland ist. Spezielle Untersuchungen können aber unter Umständen sinnvoll sein, zum Beispiel zum Vitamin-D-Status bei wenig aktiven älteren Menschen, zu B12 (vegan Essende) oder auch zu Folsäure. Im Prinzip könnte auch Jod interessant sein – die Versorgungssituation in Deutschland ist insgesamt unbefriedigend – hier ist es aber viel preiswerter, einfach jodhaltiges Speisesalz zu verwenden.
Anbieter privater Tests bzw. Testlabore – die damit natürlich Geld verdienen wollen – geben viele Gründe an, warum man solche Tests durchführen sollte, zum Beispiel zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge, bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei Einnahme bestimmter Medikamente wie der Anti-Baby-Pille, Säureblockern oder Antidiabetika (Metformin). Liegt ein solcher Fall bei Ihnen vor, fragen Sie doch einfach erst einmal im Arztgespräch, ob das für Sie wirklich sinnvoll ist. Ist eine solche Untersuchung aus Gesundheitsgründen wichtig, werden Ihr Arzt oder Ihre Ärztin diese schon veranlassen.
Testanbieter nennen auch Wachstumsphasen bei Kindern und Jugendlichen oder auch besonders herausfordernde Situationen (Einschulung, Umschulung in die weiterführende Schule) als Anlass zur Testung. Fragen Sie vorher auf jeden Fall erst einmal in Ihrer Kinder- und Jugendarztpraxis nach. Einige Informationen haben wir auch in diesem Artikel zu Nahrungsergänzungsmitteln für Kindern für Sie zusammengestellt.
Eine weitere beliebte Zielgruppe sind Breitensportler:innen – dabei ist deren Mikronährstoffbedarf gar nicht erhöht - auch nicht der von Magnesium. Bei Leistungssportler:innen sieht das möglicherweise etwas anders aus. Aber diese werden deswegen von Sportmediziner:innen überwacht und erhalten eine Ernährungsberatung, beispielsweise an den Olympiastützpunkten.
Was bieten private Labore an?
Viele Labore bieten eine Vollblutanalyse an. Damit sollen alle Vitamine und Mineralstoffe sowie Omega-3-Fettsäuren gemessen werden.
- Meist werden verschiedene Kombi-Pakete angeboten, zum Beispiel ein Basis-Mineralstoff-Paket mit Selen, Zink, Calcium, Magnesium, Phosphor, Kupfer, Mangan und Chrom für rund 90 Euro, das noch um Kalium, Natrium, Molybdän und Eisen erweitert werden kann für rund 150 Euro).
- Eine Serum-Untersuchung auf Spurenelemente (Zink, Selen, Magnesium, Eisen, Kupfer) liegt bei etwa 40 Euro.
- Auch sogenannte "Vitalstoffe Knochen" (Phosphat, freies Vitamin D, Osteocalcin, Bor, Mangan, Kupfer, Selen, Zink, Magnesium und Calcium) werden für ca. 165 Euro untersucht.
- Es gibt Antioxidantien-Pakete (Vitamin A, C, E, Selen) für etwa 90 Euro und spezielle Untersuchungen für Veganer:innen (Ferritin, B12, Holotranscobalamin, Folsäure, Vitamin D, TSH (schilddrüsenstimulierendes Hormon) für circa 120 Euro.
- Manche bieten auch ein Vitamin-Profil (Vitamine A, E und D, Folsäure, Vitamin B6 und B12) für rund 115 Euro, einen kleinen B-Vitamin-Status (B2, B6, Folsäure, B12) für ca. 100-120 Euro oder einen B-Vitamin-Status (B1- B2, B3, B5, B6, Biotin, Folsäure, B12) für etwa 250 Euro an, welches natürlich beliebig erweitert werden kann. Ein vollständiges Vitaminprofil kostet ca. 450 Euro.
- Die Untersuchung auf einzelne B-Vitamine kostet zwischen 20 und 35 Euro.
- Es gibt aber auch Labore, die jeden Nährstoff einzeln anbieten. Je nach Nährstoff liegen die Kosten zwischen 5 und 60 Euro.
- Eine Vitamin D-Untersuchung kostet meist zwischen 20 und 35 Euro.
Zu diesen Kosten kommen in der Regel noch die Kosten von etwa 10 Euro für die Blutabnahme vor Ort oder in der Hausarztpraxis, gegebenenfalls auch für eine ärztliche Beratung.
Umfangreiche Tests, wie sie auch im Rahmen der orthomolekularen Nährstofftherapie angeboten werden, können aber auch schon mal mehrere hundert Euro kosten.
Anstatt ein solches Labor privat zu beauftragen, können Sie auch in Ihrer Hausarztpraxis nach einer solchen Untersuchung fragen.
Bei einer Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) wird die Knochenfestigkeit anhand des Mineralsalzgehaltes bestimmt. Sie dient der Untermauerung einer Osteoporose-Diagnose. Ein Calcium- oder Vitamin-D-Mangel lässt sich damit nicht feststellen.
Wer übernimmt die Kosten für die Tests?
Liegt der Verdacht eines tatsächlichen Nährstoffmangels nahe, können Ärzt:innen eine konkrete Diagnostik zu Lasten der Krankenkasse abrechnen. Ansonsten gelten Mikronährstoffuntersuchungen als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) und müssen in der Regel selbst gezahlt werden. Einige private Krankenkassen und auch naturheilkundliche Zusatzversicherungen übernehmen dagegen die Kosten. Nahrungsergänzungsmittel (als Lebensmittel) sind in der Regel auch Privatvergnügen, im Falle eines festgestellten Mangels werden entsprechende, hoch dosierte Arzneimittel verschrieben. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente – wann zahlt die Krankenkasse?
Wie gut sind Selbsttests aus dem Internet?
Im Internet werden Selbsttests zum Beispiel für den Vitamin-D-Status angeboten, für die man sich selbst einen Blutstropfen aus der Fingerkuppe (Kapillarblut) entnimmt, auf eine Karte tropft, 2-3 Stunden eintrocknen lässt und dann an ein Labor schickt. Dort wird der Wert an Calcidiol über immunologische Messverfahren bestimmt. Abgesehen davon, dass es sicherlich Überwindung kostet und man damit auch einiges falsch machen kann, zeigen bisherige Vergleiche, dass die Ergebnisse von Anbieter zu Anbieter doch sehr schwanken, die Auswertungen oft nicht wirklich hilfreich sind und häufig direkt mit Kaufempfehlungen für Produkte einhergehen. Die Preise für Tests liegen bei 20-30 Euro für Vitamin D und Eisen, rund 40 Euro für B12 und etwa 70 bis 80 Euro für ein Mineralstoff-Paket. Die Bestimmung der Omega-3-Fettsäuren kostet circa 60 bis 90 Euro.
Was ist mit Schnelltests?
Schnelltests für zuhause sollen bereits nach fünf Minuten zeigen können, ob beispielsweise ein Eisen- oder ein Vitamin-D-Mangel vorliegt. Auch hier wird Kapillarblut verwendet. Das Testkit ähnlich den bekannten Corona-Tests und soll leicht abzulesen sein. Wichtig ist die exakte Einhaltung der Zeiten. Diese Tests sind mit 5-10 Euro relativ preiswert. Derartige Test können nur einen Anhaltspunkt bieten und sollten vor der Einnahme von (hoch dosierten) Nahrungsergänzungsmitteln durch eine Laboruntersuchung bestätigt werden.
Alternative Testmethoden für Mikronährstoffe
Außer den genannten Untersuchungsmethoden werden auch noch weitere Methoden, etwa in Apotheken oder Reformhäusern, aber auch Arztpraxen angeboten, "um den individuellen Bedarf an Nährstoffen zu ermitteln". Meist werden in der Folge Kaufempfehlungen gegeben.
- Bioresonanz-Diagnostik: Hierbei misst das Bioresonanz-Gerät (oft auch als Bio-Scan bezeichnet) elektromagnetische Schwingungen, wodurch man auf biochemische Vorgänge im Körper schließen können soll. Angeblich lässt das magnetische Feld der menschlichen Zellen Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand und auch den individuellen Mikronährstoffbedarf zu.
Für diese Methode gibt es weder wissenschaftlichen Beweise noch ist sie wissenschaftlich plausibel. Expert:innen halten die Messungen für unseriös. Auch ein Reutlinger Gericht stellte fest, dass die Geräte Betrug sind. - Kinesiologische Diagnostik: Hier soll ein bestimmter Muskeltest zeigen, welche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente der Körper momentan vermehrt benötigt. Es handelt sich grundsätzlich um ein wissenschaftlich nicht anerkanntes alternativmedizinisches Diagnose- und Therapieverfahren ohne belegte Wirksamkeit.
Wie ausgerechnet Muskeltests Hinweise auf eine Unterversorgung mit bestimmten Mikronährstoffen geben sollen, bleibt ein Rätsel. - Antioxidantien-Scanner: Ein solcher Scanner misst den Gehalt von Antioxidantien (vor allem Carotinoide) in der inneren Handfläche. Genutzt wird ein optisches Messverfahren, das antioxidativ wirkende Vitamine im menschlichen Gewebe bestimmen soll. Dazu wird LED-Licht in die Haut eingestrahlt und das aus der Haut zurück gestreute Licht analysiert. Das reflektierte Licht soll dann detaillierte Informationen über Art und Menge der im Gewebe befindlichen "Gesundheitsmarker" enthalten. Mit Hilfe spezifischer Algorithmen wird dann die Konzentration der Antioxidantien in der Haut bestimmt und es werden daraus Rückschlüsse auf das antioxidative Niveau gezogen.
Ein Test der Verbraucherzentrale NRW vor einigen Jahren hat allerdings keine nachvollziehbaren Ergebnisse gebracht. Möglicherweise reicht es schon aus, Möhren zu putzen, um gute Ergebnisse zu erzielen. Diese Geräte haben keine Zulassung als Medizinprodukt und dürfen nicht zu medizinischen Diagnosen genutzt werden. Hinzu kommt, dass es sehr viel mehr antioxidativ wirkende Stoffe im Körper gibt als nur Carotinoide. Mehr zu Antioxidantien erfahren Sie hier. - Haar-Mineral-Analysen: Haaranalysen sollen angeblich Mineralstoffmängel und damit mögliche Ursachen von Gesundheitsproblemen aufdecken. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest erbrachte ein ernüchterndes Ergebnis: Die Analysewerte für ein und dieselbe Person schwanken von Labor zu Labor, bei Calcium gab es Unterschiede von fast 300 Prozent. Ein Anbieter ermittelte normale Magnesium-Werte, der nächste zu niedrige und empfahl dringend die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels. Gleiches Ergebnis bei Selen. Außerdem arbeiteten die Labore mit ganz unterschiedlichen Normalwerten.
Bewährt haben sich Haaranalysen nur zum Nachweis von Drogenkonsum und für kriminaltechnische Nachweise, zum Beispiel einer Arsenvergiftung. Vitamine lassen sich damit gar nicht untersuchen. Haar-Mineral-Analysen sind kein anerkanntes diagnostisches Verfahren. Aktuelle Untersuchungen von MedWatch kommen zu dem Schluss "unqualifizierte Methoden und wertlose Werte". WDR-Quarks hat das im Juli 2023 in einem Youtube-Video erläutert. - Zell-Check / Oligo-Scan: Hierbei handelt es sich in der Regel um einen Haut-Scan der Handfläche mittels Lichtspektralphotometrie,. Angeboten wird er in einigen Apotheken und Naturheilpraxen. Die Untersuchung dient laut Hersteller dazu, die Bioverfügbarkeit an Mineralstoffen, Spurenelementen und Schwermetallen in lebendem Gewebe festzustellen. Laut medizin transparent ließen sich 2025 trotz aufwändiger Recherche in fünf Forschungsdatenbanken keine Studien zur Verlässlichkeit der Methode finden. Wissenschaftlich fundiert ist sie nicht. Der Preis liegt zwischen 40 und 80 Euro pro Messung. Meist werden regelmäßige (Kontroll-)Messungen empfohlen.
Weitere Informationen:
Personalisierte Ernährung - Per Gentest und Stuhlprobe zum Erfolg? KnackPunkt, Februar 2023
Unseriöse Mikronährstoffanalyse per Quantenmedizin. Um kein Haar genau. MedWatch, 09.02.2025
Unseriöse Diagnostik: Selbsttests auf Lebensmittelunverträglichkeiten. MedWatch, 21.12.2023
ErnährungsRadar (2024): DNA-Stoffwechsel-Tests: Individuell abnehmen mit der Gen-Diät? Stand: 11.01.2024
Quellen:
- Eigene Marktcheck-Daten, Stand: Januar 2026
- BfR: Über Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln. Presseinformation
- BfR-Verbrauchermonitor 2021 SPEZIAL Vitamine als Nahrungsergänzungsmittel, Stand: November 2021 (zuletzt abgerufen am )
- IKK classic: “Studie: Jeder zweite Erwachsene in Deutschland greift zu Nahrungsergänzungsmitteln“, Pressemitteilung vom 28.11.2024, (zuletzt abgerufen am )
- Mühlberg R; Sommer M (2021): Mangelversorgung mit Mikronährstoffen – Wer ist gefährdet und wie stellt man den Mangel fest? VFEDaktuell Plus, S. 6-14
- Ip TS et al. (2022): Vitamin D deficiency in athletes: Laboratory, clinical and field integration. Asia Pac J Sports Med Arthrosc Rehabil Technol. 29:22-29
- IQWiG (2022): Nutzen eines regelmäßigen Vitamin-Screenings bei symptomlosen Älteren nicht belegt. Stand: 16.03.2022 (zuletzt abgerufen am )
- IQWiG: Blutwerte: Profitieren ältere Personen von einer regelmäßigen Bestimmung der Vitamin B12- und Vitamin D-Werte im Blut? HTA-Berichte (zuletzt abgerufen am )
- SWR-Marktcheck : Wie zuverlässig messen Selbsttests Vitamin-D- oder Eisenmangel? Stand: 03.09.2024, Sendung 07.09.2024 (zuletzt abgerufen am )
- Übersicht über verschiedenste Selbsttests. pta heute (zuletzt abgerufen am )
- Eckert T: Abzocke mit Bioresonanz-Messungen. NDR Markt, Stand: 15.04.2019 (Original-Beitrag nicht mehr abrufbar). Bericht in Apotheke adhoc (zuletzt abgerufen am )
- Berger MM et al. (2022): ESPEN micronutrient guideline. Clin Nutr. 41(6):1357-1424
- Berger M et al. (2024): ESPEN practical short micronutrient guideline. Clinical Nutrition 43: 825e857
- Garcia-Casal MN et al. (2021): Wie genau sind Tests zur Messung des Ferritinspiegels (ein Protein, das Eisen speichert) im Blut bei der Diagnose von Eisenmangel und -überschuss? Cochrane Review, Stand: 24.05.2021 (zuletzt abgerufen am )
- Internisten im Netz: Ferritin. (zuletzt abgerufen am )
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs:
Laborwerte - Kalzium. Stand: 30.10.2023 (zuletzt abgerufen am )
Laborwerte - Kupfer, Stand: 13.11.2025 (zuletzt abgerufen am )
Laborwerte - Magnesium, Stand: 13.11.2025 (zuletzt abgerufen am )
Laborwerte - Retinol, Stand: 13.11.2025 (zuletzt abgerufen am )
Laborwerte - Cobalamin, Stand: 13.11.2025 (zuletzt abgerufen am )
Laborwerte - Vitamin C, Stand: 13.11.2025 (zuletzt abgerufen am )
Laborwerte - Calcitriol, Stand: 31.10.2023 (zuletzt abgerufen am ) - Stiftung Warentest: Haaranalyse. An den Haaren herbeigezogen. Stand: 23.09.2004 (zuletzt abgerufen am )
- Drexler H; Schaller KH (2002): Haaranalysen in der klinischen Umweltmedizin: Eine kritische Betrachtung. Dtsch Arztebl 99 (45): A-3026 / B-2557 / C-2276
- Liebram C: Dubioser Schwingungsmesser: Bioresonanz-Geräte von Gericht als Betrug verurteilt. medwatch, Stand: 13.10.2022, aktualisiert 09.02.2025 (zuletzt abgerufen am )
- Kerschner B: Bioscan, Vieva Vital Analyser & Co: nutzlose Bioresonanz-Geräte. Medizin transparent, Stand: 03.09.2025 (zuletzt abgerufen am )
- Kerschner B: „Zellcheck“: Handscan für Diagnosen ungeeignet. Medizin transparent, Stand: 17.11.2025 (zuletzt abgerufen am 06.01.2026)
Dieser Inhalt ist im Rahmen des Online-Angebots www.klartext-nahrungsergänzung.de entstanden.
