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Heizungsförderung für Bestandsgebäude: Heizen mit Erneuerbaren

Stand:
Tauschen Sie Ihre Öl- oder Gasheizung aus gibt es hierfür einen Zuschuss, den Sie bei der BAFA beantragen können. Setzen Sie eine Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) um, so gibt es in den Bereichen Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung einen Zusatzbonus.
Heizung im Keller

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für Sanierungen gibt es von der KfW Förderkredite (z. T. mit Tilgungszuschüssen) oder von der BAFA reine Zuschüsse, Neubauten hingegen werden nur nach dem Effizienzhausstandard EH 40 NH (Nachhaltigkeits-Klasse) gefördert.
  • Für viele weitere Maßnahmen an Ihrem Wohnhaus gibt es Förderungen: von der neuen Heizung im Keller, über einbruchsichere Fenster sowie den barrierefreien Hauseingang bis zur Nutzung erneuerbarer Energien.
  • Sie können auch mehrere Programme kombinieren, um die öffentlichen Fördermittel bestmöglich auszunutzen.
  • Online helfen Ihnen verschiedene Datenbanken, um nach den passenden staatlichen Förderprogrammen zu suchen.
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Alte Heizung austauschen oder optimieren

Viele Hausbesitzer:innen tauschen erst eine Heizung aus, wenn die alte kaputt ist. Die Investition wird gerne aufgeschoben, bis nichts mehr geht. Lassen Sie sich besser rechtzeitig beraten, denn auch die Optimierung des vorhandenen Heizsystems wird gefördert. Sie kann gefördert werden, wenn die Anlage älter als 2 Jahre ist, der Heizungsaustausch ist mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig, wenn Ihr Gebäude älter als 5 Jahre ist.

Eine umfassende Energieberatung wird über das BAFA mit bis zu 80 Prozent gefördert. Den Beratungsbericht sollten Sie sich als Individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen, dann ist bei den Kosten für die Sanierung in den Bereichen Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung, ein Zusatzbonus von 5 Prozent (iSFP-Bonus) möglich.

Wärmepumpen

Die Neuanschaffung von Wärmepumpen ist förderfähig, wenn die Anlage überwiegend für folgende Zwecke genutzt wird:

  • Raumheizung von Gebäuden
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • Bereitstellung von Wärme für ein Wärmenetz.

Gefördert wird auch die Nachrüstung bivalenter Systeme mit Wärmepumpe. Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Biomasse-Anlagen (Scheitholz, Pellets, Holzschnitzel)

Gefördert wird die Errichtung oder Erweiterung von Biomasseanlagen für die thermische Nutzung ab 5 kW Nennwärmeleistung:

  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und -hackschnitzeln 

Eine Liste der förderfähigen automatisch beschickten Biomasseanlagen finden Sie beim BAFA.

  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets bzw. -hackgut und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel.

Eine Liste der förderfähigen handbeschickten Biomasse-Anlagen finden Sie beim BAFA.

Bei der Verbrennung von Biomasse entstehen Emissionen, für die Grenzwerte einzuhalten sind. Anlagen mit besonders geringen Staubemissionen (2,5 mg/m3) erhalten einen höheren Zuschuss (Innovationsbonus in Höhe von 5 Prozent).

Eine Liste der förderfähigen innovativen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Solarthermie-Anlagen

Die Errichtung oder Erweiterung von solarthermischen Anlagen wird gefördert, wenn sie mindestens einem der folgenden Zwecke dient:

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • solare Kälteerzeugung
  • die Zuführung der Wärme und/oder Kälte in ein Gebäudenetz.


Eine Liste der förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen finden Sie beim BAFA.

Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen

Diese Hybridheizung (EE-Hybride) ist keine spezielle Heizungsanlage, sondern eine Kombination aus Solar-, Biomasse- und/oder Wärmepumpe.

Wärmenetz/Fernwärme

Als Alternative zur eigenen Heizung wird der Anschluss an ein öffentliches Wärmenetz (Fernwärme) gefördert, sofern dessen Wärmeerzeugung zu mindestens 25 Prozent aus Erneuerbaren Energien gespeist wird. Wenn der Anteil der Erneuerbaren Energien mindestens 55 Prozent beträgt, erhalten Sie einen höheren Zuschuss.

Gebäudenetz

Gefördert wird die Errichtung oder Erweiterung eines nicht-öffentlichen Netzes (Gebäudenetz) zur ausschließlichen Eigenversorgung von mindestens 2 und höchstens 16 Gebäuden. Die Gebäude müssen dabei auf einem oder mehreren Grundstücken der Eigentümer:innen oder Eigentumsgemeinschaften stehen. Die Wärmeerzeugung muss zu mindestens 25 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden und es darf kein Öl als Brennstoff eingesetzt werden.

Gefördert wird zudem der Anschluss an ein förderfähiges Gebäudenetz.

Heizungsoptimierung

Gefördert werden Maßnahmen zur Optimierung des Heizungsverteilsystems:

  • Hydraulischer Abgleich
  • Austausch von Heizungspumpen
  • Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung
  • Dämmung der Rohrleitungen
  • Einbau von Flächenheizungen, Niedertemperaturheizkörpern und Wärmespeichern


Die Liste der Maßnahmen ist nicht abschließend, detaillierte Informationen zur Heizungsoptimierung erhalten Sie auf den Internetseiten des BAFA.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung ist ein prozentualer Zuschuss, dieser ist abhängig von der Maßnahme und den förderfähigen Kosten.

Heizungs-Tausch-Bonus: Wenn Sie Ihre funktionstüchtige Öl-, Gas- (Inbetriebnahme vor min. 20 Jahren), Kohle- oder Nachtspeicherheizung durch eine neue effizientere und klimafreundliche Anlage ersetzen, winkt Ihnen ein zusätzlicher Bonus in Höhe von 10 Prozent. Die neue Heizungsanlage muss eine Wärmepumpe, Erneuerbare-Energien-Hybridheizung (EE-Hybride) oder eine Biomasseanlage mit Scheitholz, Pellets oder Holzschnitzel sein.

iSFP-Bonus: Über das BAFA wird auch eine Energieberatung für Wohngebäude gefördert. Wenn Sie einen Beratungsbericht als individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen oder bereits vorliegen haben, können Sie einen weiteren Bonus von 5 Prozent in den Bereichen Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung erhalten. Den Bonus erhalten Sie, wenn Sie eine Sanierungsmaßnahme umsetzen, die Bestandteil des Berichtes ist.

Kombination mit anderen Förderprogrammen

Der Austausch von Heizungen wird auch über Landesprogramme, von einigen Kommunen und Energie-Versorgungsunternehmen gefördert. Dadurch ist ein noch höherer Zuschuss möglich. Die Bedingungen der einzelnen Förderprogramme können aber abweichen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) lässt eine Kombination bis maximal 60 Prozent der förderfähigen Kosten zu. Es kommt in Einzelfällen vor, dass eine Maßnahme vom Land oder der Kommune gefördert wird, auf der Bundesebene aber nicht.

Neubauförderung

Am 21. April 2022 startete die zweite Stufe der Neubauförderung mit dem Programm "Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeits-Klasse" (EH 40 NH). Damit ist eine Neubauförderung nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen (QNG) möglich. Dieses Programm soll bis zum 31. Dezember 2022 gelten.

Weitere Informationen zur Neuförderung und der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) finden Sie auf der Seite energiewechsel.de des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), sowie unter bundesregierung.de

Ausblick 2023

Die Bundesregierung plant, die Kriterien der Förderung energieeffizienter Gebäude ab dem 1. Januar 2023 vollkommen neu aufzustellen. Sie sollen ein Baustein des neuen, umfassenden Programms "Klimafreundliches Bauen" werden.

Welche Kosten sind förderfähig?

Als förderfähige Investitionskosten (Bruttokosten einschließlich Mehrwertsteuer) gelten:

  1. Anschaffungskosten des geförderten Wärmeerzeugers
  2. Kosten für Installation und Inbetriebnahme
  3. Kosten der erforderlichen Umfeldmaßnahmen.


Weitere Informationen finden Sie beim BAFA im Infoblatt zu den förderfähigen Kosten. Als förderfähige Kosten können maximal 60.000 Euro pro Jahr berücksichtigt werden.

Baubegleitung

Ein energieeffizientes Heizungssystem sollte gut geplant sein. Die Baubegleitung und Fachplanung durch Energie-Effizienz-Expert:innen wird mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert. Bei Heizungsmaßnahmen ist eine Baubegleitung und Fachplanung nicht vorgeschrieben. Für den iSFP-Bonus von fünf Prozent, müssen Fachleute immer beauftragt werden.

Förderung beantragen

Die Förderung ist als Zuschuss möglich. Die Variante "Kredit mit Tilgungszuschuss" kann derzeit anstatt der Zuschussvariante gewählt werden. Die Kreditprogramme mit Tilgungszuschuss der zuständigen KfW (BEG EM) können derzeit wieder genutzt werden.

Den Zuschuss beantragen Sie beim BAFA, nach Abschluss der Maßnahme wird dieser ausgezahlt. Sie sollten berücksichtigen, dass die Bearbeitung beim BAFA einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Die Zuschussförderung für Heizungen mit erneuerbaren Energien ist immer vor Abschluss des Liefer- und/oder Leistungsvertrages (beispielsweise Installateur) beim BAFA zu beantragen. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.

Die Summe der angegebenen Kosten ist Grundlage für die Zuwendungsentscheidung. Sie kann im späteren Verlauf nicht nach oben korrigiert werden.

Die Anträge sind online zu stellen. Haben Sie nicht die Möglichkeit dazu, können Sie auch eine andere Person bevollmächtigen. Sobald der Antrag über das elektronische Antragsformular gestellt ist, können Sie mit der geplanten Maßnahme beginnen. Weitere Informationen zum Antragsverfahren erhalten Sie beim BAFA.

In 5 Schritten zum Zuschuss

 

Nicht nur an den Heizungskeller denken

Alle geförderten Systeme können die laufenden Heizkosten senken – wenn die Bedingungen stimmen. Eine Wärmepumpe etwa läuft effizienter, wenn ein Haus gut gedämmt ist. Auch für Pelletheizungen und andere Systeme gilt: Je weniger Wärme die Heizung liefern muss, desto kleiner kann ihre Leistung ausfallen. Dadurch wird sie günstiger sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Deshalb kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, zuerst die Wärmeverluste über die Fassade, Fenster, Kellerdecke und das Dach zu verringern, bevor eine neue Heizung kommt. Der Zuschuss für Dämmmaßnahmen, die mit mindestens 15 Prozent gefördert werden, können seit dem 15. August 2022 ebenfalls beim BAFA beantragt werden. Alternativ zur BEG können Privatleute 20 Prozent der förderfähigen Kosten auch über 3 Jahre verteilt von der Steuerschuld abziehen.

Welche Förderungen Sie für Ihr Eigenheim bekommen können, haben wir für Sie in unserem Übersichtsartikel zusammengefasst.